Börfink

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Börfink
Börfink
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Börfink hervorgehoben

Koordinaten: 49° 41′ N, 7° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Birkenfeld
Verbandsgemeinde: Birkenfeld
Höhe: 515 m ü. NHN
Fläche: 8,22 km2
Einwohner: 167 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54422
Vorwahl: 06782
Kfz-Kennzeichen: BIR
Gemeindeschlüssel: 07 1 34 011
Adresse der Verbandsverwaltung: Schneewiesenstraße 21
55765 Birkenfeld
Website: www.gemeinde-boerfink.de
Ortsbürgermeister: Martin Döscher
Lage der Ortsgemeinde Börfink im Landkreis Birkenfeld
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Über dieses Bild

Börfink ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Birkenfeld an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Traunbach beim 816 Meter hohen Erbeskopf im Schwarzwälder Hochwald im Hunsrück. 78,8 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Im Südosten befindet sich Abentheuer und südwestlich liegt das zu Neuhütten gehörende Muhl.

Zu Börfink gehören auch die Wohnplätze Einschiederhof, Forellenhof Trauntal und Bunker Erwin, sowie der Weiler Thranenweier.[2]

Börfink ist eine Nationalparkgemeinde im Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1133 mm. Die Niederschläge sind sehr hoch. Sie liegen im oberen Zehntel der in Deutschland erfassten Werte. An 91 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der Juli, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Juli. Die Niederschläge variieren sehr stark. An nur 23 % der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Börfink soll aus einer Köhlersiedlung entstanden sein, gegründet von Balduin Hartmann, dessen Hütte Balduinshäuschen genannt wurde.[3] Es gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Hinteren Grafschaft Sponheim und in preußischer Zeit zum Landkreis Trier.

„Wasser und Wald haben die Entstehung und die Geschichte von Börfink maßgeblich geprägt. Die Traun entspringt im Tranenbruch zwischen Hüttgeswasen und der kleinen Siedlung Tranenweier. Im 18. und 19.Jahrhundert lieferten der klare Mittelgebirgsbach und seine Nebenbäche die Wasserkraft für den Betrieb eines Sägewerks bei Tranenweier und mehrerer Mühle auf dem Einschieder Hof und in Börfink. Der Bestand des 1710 erbauten Sägewerks war nur von kurzer Dauer, weil ‚missgünstige gottlohse Leuthe‘ die Anlage Pfingsten 1716 in Brand setzen. Sie wurde wieder aufgebaut und bis 1742 weiter betrieben. Der Staudamm ist heute noch deutlich im Wiesengelände unterhalb der Ortslage erkennbar. Das Ochsenfloß speiste ab 1833 über ein Mühlgrabensystem die Ölmühle auf dem Einschiederhof. Bis heute erhalten sind Teile einer Vollkornmühle, im Anwesen der Familie Collet. Die Mahleinrichtung ist noch weitgehend intakt, das Mühlrad fehlt allerdings. Das 1865 erbaute Quereinhaus dient heute als Gasthaus mit Gästezimmern. [...] Der Wald war über Jahrhunderte Arbeitsplatz der Menschen und Rohstofflieferant für die Hüttenindustrie, die im 17. Und 18.Jahrhundert in der Region eine vorübergehende Bedeutung erlangte. Zum Schmelzen der Erze wurden große Mengen Holzkohle benötigt. Zahlreiche Kohle-Meilerplätze zeugen heute noch von dieser intensiven Form der Waldnutzung.“

Martin Döscher[4]

Der Kommandobunker Börfink, genannt Bunker Erwin, wurde 1964 im Erbeskopf in Betrieb genommen. Er diente unter anderem als geheimer NATO-Bunker zur Luftüberwachung Mitteleuropas in der Zeit des Kalten Kriegs. „Heute ist die Anlage zivil genutzt. Es entsteht dort ein Rechenzentrum. Außerdem sind in einem überirdischen Verwaltungsgebäude die Ranger des Nationalparks mit ihren Büros und Werkstätten untergebracht“.[4]

Nach der Abtretung des Ortsteils Muhl mit 150 Einwohnern an die Gemeinde Neuhütten, die am 7. November 1970 wirksam wurde, wurde die Gemeinde, die Börfink-Muhl hieß, am 1. Januar 1971 in Börfink umbenannt.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Börfink bezogen auf das heutige Gemeindegebiet, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Jahr Einwohner
1815 300
1835 461
1871 307
1905 341
1939 213
1950 209
1961 327
Jahr Einwohner
1970 230
1987 209
1997 217
2005 192
2011 192
2017 172
2019 167

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Börfink besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Döscher wurde 2009 Ortsbürgermeister von Börfink.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 71,70 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[9]

Döschers Vorgängerin Monika Schabert hatte das Amt von 2004 bis 2009 ausgeübt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Börfink
Blasonierung: „In schräglinksgeteiltem Schild vorne rot-silber geschacht, hinten in Schwarz ein goldenes Köhlerfeuer.“

Es wurde 1972 von der Bezirksregierung Koblenz genehmigt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten verläuft die Bundesstraße 41 und im Süden die Bundesautobahn 62. In Neubrücke ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken. Die Buslinie 323 im Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund verbindet Börfink mit Birkenfeld.

Der Forellenhof Trauntal ist der größte Fischzuchtbetrieb von Rheinland-Pfalz.[4]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Etappe des Fernwanderwegs Saar-Hunsrück-Steig endet in Börfink.[11] Um Börfink verläuft eine der Traumschleifen genannten Premium-Wanderwege der Region Saar-Hunsrück. Es ist die circa 9 Kilometer lange Börfinker Ochsentour, die unter anderem durch ein besonders geschütztes Moorgebiet führt.[12] Im Gemeindeteil Thranenweier verläuft die neu geschaffene barrierefreie Nationalpark-Inseltour von 1,6 Kilometern Länge, die „Wissenswertes über die Entstehung, den Erhalt und die Vielfalt der dort vorkommenden Arten“ vermitteln will.[13]

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Börfink – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2020. S. 27 (PDF; 1 MB).
  3. Hunsrück-Nahereise: Börfink abgerufen am 27. August 2020
  4. a b c Börfink.de/Martin Döscher: Kleine Geschichte zu Börfink abgerufen am 28. August 2020
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 190 (PDF; 2,8 MB).
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Axel Munsteiner: Fast die Hälfte der Ortschefs hört 2019 auf: Alle Amtsinhaber der VG Birkenfeld befragt. Martin Döscher will erneut antreten. In: Nahe-Zeitung. Mittelrhein-Verlag GmbH, Koblenz, 1. Januar 2019, abgerufen am 16. September 2020 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Birkenfeld, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile. Abgerufen am 16. September 2020.
  10. Sechs Landesehrennadeln verliehen. Monika Schabert. Landkreis Birkenfeld, 3. Februar 2010, abgerufen am 16. September 2020.
  11. Webpräsenz des Saar-Hunsrück-Steigs, abgerufen am 1. Februar 2014
  12. Deutsches Wanderinstitut: Börfinker Ochsentour abgerufen am 27. August 2020
  13. Birkenfelder Land: Nationalpark-Inseltour Thranenweier abgerufen am 27. August 2020