Produktivitätsfortschritt

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Produktivitätsfortschritt bedeutet die technologische Entwicklung effizienterer Methoden zur Produktion ökonomischer Güter. Sichtbar wird er zum Beispiel durch eine Steigerung der Produktmenge pro Zeit oder aber durch eine Verringerung der zur Produktion benötigten Ressourcen. Mehr technisch wird der Begriff auch in der Bedeutung von „Wachstumsrate der Produktivität“ verwendet (wobei diese Wachstumsrate als größer null angenommen wird), etwa als Formel der Lohnpolitik „Produktivitätsfortschritt plus Inflationsrate“.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wesentlich bedeutender Faktor einer Gesellschaft ist ihre Produktivität. Es kann so viel verteilt werden, wie die Gesellschaft erwirtschaftet. Da unsere Gesellschaft immer mehr erwirtschaftet, können wir mehr Leute am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben lassen. Dass dieser Produktivitätsfortschritt besteht, können wir anhand verschiedener Beispiele sehen. Konkretes Beispiel: Ein Landwirt im 19. Jahrhundert versorgte ca. 1,5 Personen. Um 1950 versorgte ein Landwirt mittlerweile ca. 14 Personen und im Jahre 2001 stieg die Relation auf 88 Personen (ungeachtet von Überschüssen und Exporten, die diese Relation noch weiter ansteigen ließen). Dies ist eine Steigerung von über 500 %. Ähnliche Größenverschiebungen kann man im Waren- und Dienstleistungssektor erkennen. Daraus folgt: Unsere Gesellschaft produziert mehr Reichtum, kann daher einen größeren „Alterslastquotienten“ und „Kinderlastquotienten“ versorgen. Diese Aussage können wir auch an der Lebenssituation in Entwicklungs- und Schwellenländern erkennen. Dort ist das Durchschnittsalter geringer und das Bevölkerungswachstum wesentlich höher, sodass eine „günstigere“ Pro-Kopf-Relation vorherrscht. Trotzdem herrscht dort kein Sozialausbau oder Sozialaufbau. Im Gegenteil: Nicht die Relation zwischen Alt und Jung ist das Problem für den Auf- oder Ausbau sozialer Systeme, sondern die geringe Wertschöpfung und die rückständige Produktionskultur.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel aus der Landwirtschaft ist die Produktion von Dünger: Im anorganischen Dünger oder Mineraldünger liegen die düngenden Elemente in Form von Salzen vor. Anorganische Dünger werden meist synthetisiert, sprich chemisch hergestellt, oder seltener im Bergbau gewonnen. Sie haben einen großen Produktivitätsfortschritt in der Landwirtschaft ermöglicht und werden heute sehr häufig eingesetzt. Problematisch sind die synthetischen Dünger in Anbetracht des enormen Energieaufwandes bei der Herstellung.

Dem künstlichen Dünger kommt eine geschichtsphilosophische Bedeutung zu, weil er geschichtspessimistische Erwartungen wie etwa von Thomas Robert Malthus widerlegt hat. Die erwartete dauerhafte Verknappung von Lebensmitteln bei ungebremstem Bevölkerungswachstum ist jedenfalls in den Industrieländern nicht eingetreten, für die Welt insgesamt spielt ein Neo-Malthusianismus aber noch eine Rolle.

Finanzpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monetäre Grenzen kommen allenfalls durch eine Lohnpolitik ins Spiel, die Lohnerhöhungen über den Produktivitätsfortschritt hinaus durchsetzt und damit eine kosteninduzierte Inflation verursacht (Lohn-Preis-Spirale). Wenn die Zentralbank darauf mit einer restriktiven Geldpolitik reagiert, kommt es zu konjunkturell unerwünschten Zinssteigerungen. Eine erfolgversprechende Globalsteuerung muss deshalb lohn- und geldpolitisch abgesichert werden. Wenn dies gelingt, lassen sich Verteilungskonflikte jedoch weitgehend vermeiden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]