Pumapunku

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Ruinen von Pumapunku
Computergestützte Rekonstruktion eines Teils von Pumapunku von Alexei Vranich

Pumapunku, Puma Punku oder auch Pyramide von Pumapunku (Aymara und Quechua: für „Tor des Puma“) ist der größte pyramidale aus monolithischen Bauten bestehende Tempelkomplex der Ruinenstätte Tiahuanaco und zeichnet sich durch seine exakte Baukunst aus. Obwohl Pumapunku zum großen Teil in Trümmern liegt sind immer noch riesige, bis zu 7 m lange und 4 m breite Bodenplatten mit exakt rechtwinkliger Verzahnung und außerordentlich präzisen Schnitten erhalten.[1] Die Ruinenstätte Tiahuanaco befindet sich nahe dem gleichnamigen Ort in Bolivien. Die Fläche von Pumapunku erstreckt sich über ca. sieben Hektar[2] Pumapunku liegt knapp 4000 Meter über dem Meeresspiegel in der Hochebene des Altiplano nahe dem Titicacasee. Ganz Pumapunku wurde mit einem ausgeklügeltem Klammersystem zusammengehalten. Es wurden Diorit-Blöcke gefunden, die systematisch vorgefertigt[3] worden und nach dem Baukastenprinzip mittels Klammern zu Mauern zusammengesetzt worden sind.

Der Ritualkomplex von Pumapunku, der mit einem weiten Vorplatz im Osten assoziiert ist, wurde etwa zeitgleich zur Akapana-Pyramide einige hundert Meter südwestlich von Akapana errichtet. Auf einer Grundfläche von ca. 167 × 116 Metern wurden drei Plattformen gebaut. Pumapunku war eine Konstruktion, die nicht beendet wurde und die sich durch ständige Bauarbeiten im Laufe der Zeit veränderte. Die Tatsache, dass weite Teile von Pumapunku im Erdreich versunken sind und die riesigen Monolithen verstreut in der Landschaft liegen deutet darauf hin, dass eine Naturkatastrophe die Vollendung der Bauwerke verhindert hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skizze von Ephraim Squier (1877): Das Sonnentor von Tiwanaku (die Größe des Tores ist in der Skizze übertrieben dargestellt). Die Spanier fanden die Tiwanku und Pumapunku bereits in Ruinen liegend vor.

Die Stätte wurde als erstes in der Geschichtsschreibung vom spanischen Konquistadoren Pedro de Cieza de León erwähnt. Er entdeckte die Ruinen von Tiwanaku und Pumapunku 1549, bei seiner Suche nach der Inkahauptstadt, zufällig.[4]

Pumapunku wird auf das 6. Jahrhundert n. Chr. datiert. Sie war eine bedeutende Stätte der Inka, weil sie glaubten, dass dies der Platz sei, an dem die Welt geschaffen wurde.[5] Der gesamte Komplex besteht aus einem Freiplatz, der zentralen Esplanade, der terrassierten plattformartigen, mit Stein verkleideten Aufschüttung sowie einem weiteren ummauerten Platz.[6][7][8]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eigentliche „Pumapunku“ ist ein terrassierter Erdhügel, der mit Steinen befestigt wurde. Dieser ist 167,36 Meter lang in seiner Nord-Süd-Achse und 116,7 Meter in der Süd-West-Achse. In den Nordost- und Südost-Ecken befinden sich etwa 20 Meter breite Auskragungen, die sich 27,6 Meter nach Nord beziehungsweise Süd erstrecken. Am östlichen Rand von Pumapunku befindet sich die sogenannte „Plataforma Litica“. Diese Plattform besteht aus einer steinernen, 6,75 × 38,72 Meter großen Terrasse. Sie ist mit vielen, enorm großen Steinblöcken befestigt worden.[9] Alle anderen, in Pumapunku verwendeten Steine bestehen aus einer Mischung aus Andesit und rotem Sandstein. Hauptsächlich besteht Pumapunku aus Lehm. Die darunterliegenden Teile bestehen vereinzelt aus Flusssand und Feldstein ohne Lehm. Aufgrund von verschiedenen Ausgrabungen geht man davon aus, dass es drei Hauptepochen gab, in denen intensiv gebaut wurde, zusätzlich zu einzelnen kleineren Ausbesserungs- und Umgestaltungsarbeiten.[6][7][8][9][10]

Auf dem Höhepunkt, so wird vermutet, muss Pumapunku „geradezu unvorstellbar schön gewesen sein, reich verziert mit Metallplatten, farbenfrohen Keramiken und Ornamenten, besucht von vornehm gekleideten Bürgern, Priestern in prächtigen Gewändern und Eliten, geschmückt mit exotischen Juwelen.“[7] Aufgrund fehlender schriftlicher Aufzeichnungen sind gesicherte Aussagen zu Alter, Herkunft und Verwendung dieser Anlage jedoch nur schwer zu treffen. Darüber hinaus gab es verschiedene Veränderungen aufgrund von Plünderung, Steinabbruch zu Bauzwecken und Wettereinflüssen.[6][7][9]

Das gesamte Gebiet in einem Umkreis von etwa einem Kilometer zwischen dem Pumapunku und dem Kalasasaya-Komplex wurde mittels Radar, Magnetometrie sowie Geoelektrik und Geomagnetik untersucht. Die geophysikalischen Daten, die während dieser Untersuchung und den Ausgrabungen gesammelt wurden, ergaben eine Vielzahl weiterer, von Menschen gemachter Strukturen zwischen beiden Komplexen. Zu diesen Strukturen gehören unter anderem Grundmauern, Wasserkanäle, poolähnliche Einrichtungen, Terrassen, Wohnviertel sowie ausgedehnte Schotterwege, die heutzutage alle unter Bodenschichten vergraben sind.[6][11][12]

Rekonstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Virtuelles Modell der Steine an ihrem ursprünglichen Ort

Im Jahr 2018 erstellt der Archäologe Alexei Vranich ein computergestütztes virtuelles Modell von Pumapunku. Ebenfalls benutzte er 3D-Druck-Techniken, um die Megalithen maßstabsgetreu nachzubilden.[13]

Alter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forscher haben seit der Entdeckung des Tihuanaco-Geländes versucht, das Alter von Pumapunku zu bestimmen. Wie der Andenspezialist William H. Isbell, Professor an der Universität Binghamton, beschreibt, wurde von Vranich durch Messung von organischem Material der untersten und ältesten Schicht des künstlichen Hügels auf dem Pumapunku steht, ein Radiocarbondatum ermittelt. Diese Schichten wurden während der ersten von insgesamt drei Konstruktionsepochen aufgeschüttet. Die initiale Konstruktion von Pumapunku wird auf 536–600 n. Chr. (1510±25 uZ c14, kalibriertes Datum) datiert. Dadurch, dass das Radiocarbondatum durch das zugrundeliegende Fundament aus Andesit und Sandstein ermittelt wurde, muss die darüber liegende Konstruktion irgendwann nach 536–600 n. Chr. entstanden sein. Die Ausgrabungen von Vranich ermittelten, dass Lehm, Sand und Kies direkt auf abgeschlossenen Pleistozänsedimenten liegen. Des Weiteren zeigten diese Ausgrabungen auch das völlige Fehlen eines anderen Prä-Inka-Kulturzeugnisses innerhalb des Tihuanaco/Pumupunku-Gebiets.[7]

Technik und Bauweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stein mit präziser Schnittlinie und bearbeiteten Löchern innerhalb des Schnitts
Beispiel von winzigen Präzisionslöchern am rechten und unteren Rand
Steinblock mit Sacklöchern

Pumapunku besteht aus riesigen Steinplatten, die überall verstreut in der Landschaft liegen. Manche Steinplatten weisen saubere Schnittkanten auf.[14]

Der größte gefundene Monolith ist 7,81 Meter lang, 5,17 Meter breit, durchschnittlich 1,07 Meter tief und wiegt etwa 131 Tonnen. An den bis zu 130 t schweren Steinblöcken fallen die Nuten auf, in die Klammern aus Bronze oder mit Arsen gehärteter Kupfer einlegt waren, um die tonnenschweren Platten zu verklammern.[15] Der zweitgrößte in Pumapunku gefundene Monolith ist 7,9 Meter lang, 2,5 Meter breit und ungefähr 1,86 Meter tief. Sein Gewicht wird auf 85 Tonnen geschätzt.[9] Beide Steine sind Teil der „Plataforma Litica“, einer Plattform die aus rotem Sandstein errichtet wurde. Aufgrund genauer petrographischer und chemischer Analysen sowie einem Vergleich mit bekannten Steinbrüchen haben Archäologen geschlossen, dass diese und weitere Blöcke aus einem etwa zehn Kilometer entfernten Steinbruch in der Nähe des Titicacasees über eine erhebliche Steigung bis nach Tihuanaco transportiert wurden. Kleinere Andesitsteine, die als Verblender und für Steinschnitzereien eingesetzt wurden, kamen von einem 90 Kilometer entfernt, innerhalb der Copacabana-Halbinsel gelegenen Steinbruch.[7][9]

Neben dem größtenteils verwendeten Sandstein, wurde auch Andesit[16] (gelegentlich als Diorit beschrieben[17]) als Gesteinsmaterial verwendet. An diesen Blöcken wurden genau gegenüberliegende Aussparungen entdeckt, wodurch sich die Blöcke exakt verketten ließen. Diese Anwendung der Baukastentechnik lässt darauf schließen, dass die tonnenschweren Steinblöcke systematisch vorgefertigt worden waren.[17]

Bei der Erstellung der Mauern von Pumapunku wurde jeder Stein so präzise behauen, dass er exakt und ohne Spalten zum Nachbarstein passt. Die Blöcke passen zusammen wie bei einem Puzzle und bilden gewichtstragende Stützen ohne dass dabei Mörtel verwendet wurde.[8] Eine übliche Bearbeitungstechnik besteht darin, den oberen Teil eines unteren Steines in einem bestimmten Winkel abzuschneiden um danach einen weiteren Stein daraufzusetzen und ihn in dem gleichen Winkel abzuschneiden. Die Präzision, mit der die Winkel angewendet wurden um fließende Verbindungen zu erreichen, ist ein Indiz für ein hochentwickeltes Wissen über Steinbearbeitung und Geometrie.[10] Viele dieser Verbindungen sind so präzise, dass noch nicht einmal eine Rasierklinge zwischen die Steine passt.[18] Viele Mauern aus akkurat geschnittenen, rechteckigen Blöcken sind von einer derartigen Gleichförmigkeit, dass man sie beliebig austauschen könnte und dennoch bliebe das Oberflächenniveau und sogar die Fuge erhalten. Obwohl die Blöcke alle unterschiedliche Maße haben, liegen sie dennoch eng aneinander.[19]

Einige der sogenannten „H-Blöcke“

Die Blöcke sind so präzise geschnitten, dass man eine Art Massenproduktion vermutet, die jedoch von den Tihuanaco-Inkas erst Jahrhunderte später eingeführt wurde.[19] Man hat einige unfertige Blöcke gefunden und konnte dadurch Gestaltungstechniken nachvollziehen. Anscheinend wurde der grobe Block zunächst mit einem Steinhammer bearbeitet, so wie dies noch heute in den lokalen Andesitsteinbrüchen geschieht. Danach wurden sie mit flachen Steinen und Sand langsam geschliffen und poliert.[19] Archäologen vermuten, dass der Transport der Blöcke von einer großen Gruppe von Arbeitern bewältigt wurde. Dazu sind eine Vielzahl von Hypothesen entworfen worden, wie diese Arbeiter die Steine transportiert haben. Dennoch bleiben diese Hypothesen spekulativ. Zwei der ernst zu nehmenden Hypothesen schlagen die Verwendung von Seilen und Rampen vor.[19]

Demonstration der Technik des Zusammenfügens von Steinblöcken

Ein weiteres bemerkenswertes Detail sind I-förmige Klemmen, die aus einer einzigartigen Kupfer-Arsen-Nickel-Bronze-Legierung bestehen. Diese Klammern wurden auch bei einem Kanal verwendet, der am Boden der benachbarten Akapana-Pyramide gefunden wurde. Sie wurden dazu verwendet, um die Blöcke zu verbinden, die die Wände und den Boden der mit Stein gesäumten Kanäle umfassten und die tiefer liegenden Höfe entwässerten. Des Weiteren wurden I-Klammern unbekannter Legierung verwendet, um die massiven Platten zusammenzuhalten, die die vier großen Plattformen von Pumapunku bildeten. Außerdem wurden im südlichen Kanal I-förmige Klammern exakt in Form gegossen. Im Gegensatz dazu wurden die Klammern, die am Akapana-Kanal verwendet wurden, durch Kalthämmern von Kupfer-Arsen-Nickel-Bronze-Blöcken erzeugt.[19][20] Die einzigartige Kupfer-Arsen-Nickel-Bronze-Legierung findet sich auch in weiteren Metallartefakten, die in der Region zwischen Tiahuanaco und San Pedro de Atacama gefunden und während der späten Mittelklassik um 600–900 n. Chr. hergestellt wurden.[21]

Die ohne Mörtel und Zement errichteten Tempelkomplexe waren, wie viele andere präinkaische Bauten, vollkommen erdbebenresistent, weshalb eine andere Ursache als ein starkes Erdbeben für die Zerstörung von Pumapunku angenommen wird.[22] Die Technik, Steinblöcke mittels Bronzeklammern zusammenzufügen, wurde von den Inka kopiert und in Ollantaytambo verwendet.

Die Ingenieure von Tiahuanaco müssen darüber hinaus auch Kenntnisse einer bürgerlichen Infrastruktur besessen haben, da sie bei diesem Komplex ein funktionierendes Bewässerungssystem mit hydraulischen Mechanismen sowie Abwasserkanäle erstellt haben.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pumapunku ist ein großer, plattformartiger Erdhügel, dessen drei Ebenen von steinernen Stützmauern gesichert werden.[23] Das gesamte Areal ähnelt einem Quadrat.[23] Um das Gewicht dieser massiven Strukturen zu sichern, waren die Tiahuanaco-Architekten besonders sorgfältig bei den Fundamenten. Oft fügten sie Steine ein, die direkt passend zum Steinuntergrund waren. Oder sie errichteten präzise Gräben, die sie mit sorgfältig geschichteten Sedimentsteinen füllten, um große Steinblöcke abzustützen, eine Technik die heute noch angewendet wird.[19] Durch abwechselndes Schichten von Sand im Inneren und Schichten von Verbundwerkstoffen von außen, wurden die Füllungen so gestaltet, dass sie einander an den Verbindungsstellen überlappen. Im Wesentlichen werden dabei die Kontaktpunkte abgestuft, um eine stabile Basis zu schaffen.[8][19] Vor Pumapunku sind riesige monolithische Steinmauern mit Fischornamenten aufzufinden, weshalb hier der Hafen von Tiwanaku vermutet wurde. Allerdings sind die Steinmauern über 20 Kilometer vom Titicacasee entfernt, sodass der Wasserspiegel des Sees damals erheblich höher hätte sein müssen.[24]

Das Sonnentor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fries des Sonnentors

Aufgrund der Beschaffenheit des berühmten Sonnentores der Ruinenstätte Tiwanaku wird vermutet, dass es heute deplatziert ist und ursprünglich Teil von Pumapunku war.[26] Nicht nur die Beschaffenheit, sondern auch die Tatsache einer fehlenden Fußschwelle des Tores legen nahe, dass es wahrscheinlich ehemals im Pumapunku-Komplex stand.[27] Auf dem Sonnentor ist der Schöpfergott der Inka Wiraqucha abgebildet. In einer Legende ließ Wiraqucha fast alle Menschen um den Titicacasee in einer Sintflut sterben, die Unu Pachakuti (Wasser-Zeitenwende) genannt wird. Zwei ließ er laut der Legende überleben, um die Zivilisation in die Welt zu bringen.

Kulturelle und religiöse Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem heutigen Stand der Forschung wird vermutet, dass der Pumapunku-Komplex sowie die umliegenden Tempel, die Akapana-Pyramide, Kalasasaya, Putuni und Kerikala als geistige und rituelle Zentren für die Tiahuanaco-Region genutzt wurden. Dieser Bereich könnte als das Zentrum der Andenwelt angesehen worden sein und Pilger von weit weg angezogen haben. Möglicherweise wurde Pumapunku absichtlich in die Bergregion des Illimani integriert, da man bei den Tiahuanaco glaubte, dass auf diesem heiligen Gipfel die Geister ihrer Toten zu Hause seien. Vielleicht wurde die spirituelle Bedeutung auch durch den Einsatz halluzinogener Pflanzen zu einer „lebensverändernden Erfahrung“ verstärkt.[28] Die Bedeutung dieser Substanzen für den Tiahuanaco zeigen zudem auch Untersuchungen von Haarproben, die man Mumien, die in der Tiahuanaco-Kultur in Nordchile gefunden wurden, darunter auch Babys, entnommen hat. Dabei wurden Reste von psychoaktiven Substanzen gefunden.[29]

Wie es für die Zivilisationen um diese Zeit charakteristisch war, waren Menschenopfer Teil der Tiahuanaco-Kultur. Die Reste von zerstückelten Körpern wurden im ganzen Gebiet gefunden. Keramische Artefakte stellen Bilder von Kriegern dar, die Puma-Schädel tragen, ihre Feinde enthaupten, Trophäenschädel halten und Gürtel tragen, an denen die Köpfe ihrer Feinde hängen. Ebenfalls wurden in Pumapunku eine Vielzahl von deformierten und trepanierten Schädeln gefunden, die im dortigen Museum zu begutachten sind. Wegen gewisser Markierungen auf Steinen, die bei Pumapunku gefunden wurden, wird vermutet, dass das Sonnentor ursprünglich Teil von Pumapunku war.[23]

Aufstieg und Fall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tiahuanaco-Kultur und der Gebrauch von Tempeln scheint seinen Höhepunkt von 700 bis 1000 n. Chr. gehabt zu haben. Zu diesem Zeitpunkt könnten das Tempelareal sowie die Umgebung von bis zu 400.000 Menschen bevölkert gewesen sein. Dabei wurde eine umfangreiche Infrastruktur aufgebaut einschließlich eines komplexen Bewässerungssystems, das sich über 80 km² erstreckte. Dadurch wurden Anpflanzungen von Kartoffeln, Quinoa, Mais und anderen Nutzpflanzen ermöglicht. Auf dem Höhepunkt der Tiahuanaco-Kultur wurde wahrscheinlich das gesamte Areal um den Titicacasee einschließlich des heutigen Bolivien und Chile dominiert oder zumindest beeinflusst.[30][31]

Anscheinend endete etwa um 1000 n. Chr. diese Zivilisation abrupt. Forscher suchen immer noch nach Antworten warum dies geschah. Ein wahrscheinliches Szenario beinhaltet eine rapide Klimaveränderung mit extremer Trockenheit. Da die Bewohner nicht in der Lage waren, Nahrungsmittel in ausreichend großen Mengen zu produzieren, wird vermutet, dass die Tiahuanaco sich auf die Bergwiesen verteilten um kurz darauf ganz zu verschwinden.[30][31] Es wird außerdem vermutet, dass dies bereits vor der Fertigstellung von Pumapunku geschah.[23]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem Vertreter der Prä-Astronautik Erich von Däniken, der für seine umstrittenen Thesen bekannt ist, stellt Pumapunku eine Spur außerirdischen Lebens auf der Erde dar.[32]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pumapunku – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julia Müller: Cultura como campo para el desarrollo – Kultur in der nachhaltigen Entwicklungsarbeit am Beispiel der präkolumbischen Stätten Tiwanaku und Cuzco, S. 84
  2. UNESCO: Tiwanaku: Spiritual and Political Centre of the Tiwanaku Culture
  3. Julia Müller: Cultura como campo para el desarrollo – Kultur in der nachhaltigen Entwicklungsarbeit am Beispiel der präkolumbischen Stätten Tiwanaku und Cuzco, S. 86
  4. Alan L. Kolata: The Tiwanaku: Portrait of an Andean Civilization. Wiley-Blackwell, December 11, 1993, ISBN 978-1-55786-183-2 (Abgerufen am 9 August 2009).
  5. H. James Birx: Encyclopedia of Anthropology. SAGE Publications, Inc., Thousand Oaks, CA, 2006.
  6. a b c d Isbell, William H. (2004), "Palaces and Politics in the Andean Middle Horizon", in Evans, Susan Toby; Pillsbury, Joanne, Palaces of the Ancient New World (PDF), Washington, D.C.: Dumbarton Oaks Research Library and Collection, pp. 191–246, ISBN 0-88402-300-1, abgerufen 26. April 2010
  7. a b c d e f Vranich, A., 1999, Interpreting the Meaning of Ritual Spaces: The Temple Complex of Pumapunku, Tiwanaku, Bolivia. Doctoral Dissertation, The University of Pennsylvania.
  8. a b c d Vranich, A., 2006, "The Construction and Reconstruction of Ritual Space at Tiwanaku, Bolivia: A.D. 500-1000.," Journal of Field Archaeology 31(2): 121–136.
  9. a b c d e Ponce Sanginés, C. and G. M. Terrazas, 1970, Acerca De La Procedencia Del Material Lítico De Los Monumentos De Tiwanaku. Publication no. 21. Academia Nacional de Ciencias de Bolivia.
  10. a b Protzen, J.-P., and S.E.. Nair, 2000, On Reconstructing Tiwanaku Architecture: The Journal of the Society of Architectural Historians. vol. 59, no. 3, pp. 358–371.
  11. Ernenweini, E. G., and M. L. Konns, 2007, Subsurface Imaging in Tiwanaku’s Monumental Core. Technology and Archaeology Workshop. Dumbarton Oaks Research Library and Collection, Washington, D.C.
  12. Williams, P. R., N. C. Couture and D. Blom, 2007 Urban Structure at Tiwanaku: Geophysical Investigations in the Andean Altiplano. In J. Wiseman and F. El-Baz, eds., pp. 423–441. Remote Sensing in Archaeology. Springer, New York.
  13. Alexei Vranich: Reconstructing ancient architecture at Tiwanaku, Bolivia: the potential and promise of 3D printing
  14. Julia Müller: Cultura como campo para el desarrollo – Kultur in der nachhaltigen Entwicklungsarbeit am Beispiel der präkolumbischen Stätten Tiwanaku und Cuzco, S. 84
  15. Julia Müller: Cultura como campo para el desarrollo – Kultur in der nachhaltigen Entwicklungsarbeit am Beispiel der präkolumbischen Stätten Tiwanaku und Cuzco, S. 84
  16. Nicholas Tripcevich, Kevin J. Vaughn: Mining and Quarrying in the Ancient Andes: Sociopolitical, Economic, and Symbolic Dimensions. Springer Science & Business Media, 2012, ISBN 978-1-4614-5200-3, S. 71 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 20. Mai 2018]).
  17. a b Julia Müller: Cultura como campo para el desarrollo – Kultur in der nachhaltigen Entwicklungsarbeit am Beispiel der präkolumbischen Stätten Tiwanaku und Cuzco, S. 86
  18. Robinson, Eugene (1990). 'In Bolivia, Great Excavations; Tiwanaku Digs Unearthing New History of the New World', The Washington Post. Dec 11, 1990: d.01.
  19. a b c d e f g Protzen, Jean-Pierre; Stella Nair, 1997, Who Taught the Inca Stonemasons Their Skills? A Comparison of Tiahuanaco and Inca Cut-Stone Masonry: The Journal of the Society of Architectural Historians. vol. 56, no. 2, pp. 146–167
  20. Lechtman, H.N., 1998, Architectural cramps at Tiwanaku: copper-arsenic-nickel bronze In Metallurgica Andina: In Honour of Hans-Gert Bachmann and Robert Maddin, edited by T. Rehren, A. Hauptmann, and J. D. Muhly, pp. 77–92. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Germany.
  21. Lechtman, H.N., 1997, El bronce arsenical y el Horizonte Medio. En Arqueología, antropología e historia en los Andes. in Homenaje a María Rostworowski, edited by R. Varón and J. Flores, pp. 153–186. Instituto de Estudios Peruanos, Lima.
  22. Julia Müller: Cultura como campo para el desarrollo – Kultur in der nachhaltigen Entwicklungsarbeit am Beispiel der präkolumbischen Stätten Tiwanaku und Cuzco, S. 129
  23. a b c d Young-Sánchez, Margaret, 2004, Tiwanaku: Ancestors of the Inca - http://westminster.worldcat.org/title/tiwanaku-ancestors-of-the-inca/oclc/55679655&referer=brief_results
  24. Julia Müller: Cultura como campo para el desarrollo – Kultur in der nachhaltigen Entwicklungsarbeit am Beispiel der präkolumbischen Stätten Tiwanaku und Cuzco, S. 86
  25. W. Alva, M. Longhena: Inkas – Das große Volk der Anden.(2002).
  26. Margaret Young-Sanchez: . Tiwanaku: Ancestors of the Inca. Denver Art Museum, Denver, CO 2004.
  27. Meyers: Tiwanaku-Wari, S. 345
  28. Morell, Virginia (2002). Empires Across the Andes National Geographic. Vol. 201, Iss. 6: 106
  29. Choi, Charles Q. "Drugs Found in Hair of Ancient Andean Mummies", National Geographic News, Oct. 22, 2008. Accessed Nov. 4, 2011.
  30. a b Kolata, A.L. (1993) The Tiwanaku: Portrait of an Andean Civilization. Wiley-Blackwell, New York, New York. 256 pp. ISBN 978-1-55786-183-2
  31. a b Janusek, J.W. (2008). Ancient Tiwanaku, Cambridge University Press. Cambridge, United Kingdom. 362 pp. ISBN 978-0-521-01662-9
  32. Anja Richter: Die Ausserirdischen kommen in 20 Jahren wieder In: Die Welt, 22. Mai 2014