Ralph Ruthe

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Ralph Ruthe (2017)

Ralph Ruthe (* 20. Mai 1972 in Bielefeld) ist ein deutscher Cartoonist, Comiczeichner, Autor und Musiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ralph Ruthe wurde 1972 in Bielefeld als zweites Kind eines Tischlermeisters und einer Hausfrau geboren. Während seiner Realschulzeit suchte er Kontakt zu vielen deutschsprachigen Comiczeitschriften, wodurch er die Schöpfer des Volksbank-Kundenheftes Mike, Mali Beinhorn und Werner Büsch, kennenlernte. Mit ihrer Unterstützung steuerte er bereits im Alter von 14 Jahren Texte für Mike bei. Nach seinem Fachabitur absolvierte er eine Ausbildung zum Schriftsetzer und arbeitete als Texter für die Honk-Studios, bei denen er unter anderem Texte für Käpt’n Blaubär schrieb. Nach seinem Zivildienst wurde 1996 sein erstes Buch Schweinskram veröffentlicht.

1998 begann Ruthe, für die deutsche Ausgabe des MAD-Magazin zu zeichnen. Bis 2001 war er fester Mitarbeiter der Neuen Westfälischen in Bielefeld, danach wurde er freier Comicautor, -zeichner und -texter. Seit 2003 arbeitet er schwerpunktmäßig an seinen Cartoonserien Shit Happens! und Flossen, die in vielen Zeitungen und Magazinen erscheinen. Seine Jugend-Serie Frühreif (erschien z. B. in der WAZ) wurde auch für eine TV-Umsetzung bearbeitet. Die Serie wurde 2015 eingestellt. Ruthe ist seit 2014 verheiratet[1] und seit Oktober 2016 Vater von Zwillingen.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cartoons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruthe veröffentlicht auf seiner Internetseite ruthe.de sowie auf seinem Instagram-Kanal in unregelmäßigen Abständen Cartoons. Folgende Figuren haben einen Stammplatz in seinen Cartoons:

  • der Weihnachtsmann und Rudolph
  • das Alien Pete und der Wissenschaftler Dr. Haubner, der alle möglichen Dinge an Pete testet
  • Nachrichtensprecher Frederik Schrader und Außenreporter Tjorben Eckermann
  • Barry und Sting, zwei Fische, die im Aquarium unterhaltsame Dialoge mit Geschehnissen aus ihrem Lebenslauf führen
  • der 1&1-Leiter Kundenzufriedenheit Marcell D’Avis, der sich aufgrund mangelnder Auslastung oftmals ziemlich merkwürdige Dinge vornimmt, so z. B. den Nachbau des Kölner Stadtarchivs aus Hartweizennudeln oder die alphabetische Auflistung sämtlicher nicht eingehaltener Wahlversprechen der CDU
  • das anthropomorphe Schaf Thorsten Dörnbach, das durch ausgeprägte Fäkalsprache auffällt und dadurch, dass es überall Kontakte hat
  • die HNO-WG bestehend aus der cholerischen, spiessigen Giraffe Günni (eigentlich Günter), dem sensiblen Nashorn Jochen und Krüger, einem narkoleptischen Koala, der ein ziemlicher Meckerkopp ist
  • die drei Geier, von denen einer auf seinem Umhänge-Keyboard Songs komponiert (Lars), einer ständig genervt und gehässig ist (Volker) und einer am Laptop sitzt (sein Name ist unbekannt)
  • der durch seine Katzenvideos zum Internetstar gewordene Kater namens Rocky
  • Biber und Baum, die sich ständig bekämpfen
  • Gott
  • der frühreife blonde Junge Ralfi
  • die Aliens Frank und Marvin, welche eine grüne Haut und jeweils ein Stielauge haben und die überlegene Lebensform im Weltraum sind
  • die Ermittler Oberinspektor Sigmar Brohmsen und Inspektor Konrad Schwarz, welche sehr bizarre Fälle aufdecken
  • Osterhasen namens Osterhasis, die in der "OSTERHASIS - BUNTE-EIER-MANIFAKTUR" arbeiten und dort Ostereier bemalen
  • Jesus
  • der Teufel
  • der Tod in Form des Sensenmannes
  • Philipp, das nutellasüchtige Eichhörnchen und die beiden Eichhörnchen, die mit ihm zusammenwohnen und sich um ihn sorgen
  • verschiedene Selbsthilfegruppen und ihre Teilnehmer

Auch lässt Ruthe immer wieder Zebras, Faultiere, Fliegen, Kühe, Löwen, Maulwürfe und andere Tiere auftreten.

Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf seiner Website sowie auf YouTube veröffentlicht Ralph Ruthe unter anderem Sketche, Musikvideos sowie mehrere Kurzfilmserien:

  • Weihnachts-Videos (27 Folgen)
  • PETE (18 Folgen)
  • Nachrichten (17 Folgen)
  • FLOSSEN (14 Folgen)
  • Werbeparodien (11 Folgen)
  • Thorsten Dörnbach (8 Folgen)
  • HNO-WG (8 Folgen)
  • Geier (7 Folgen)
  • Cat Content (5 Folgen)
  • Biber und Baum (4 Folgen)
  • Sketche mit Gott (3 Folgen)
  • FRÜHREIF! (3 Folgen)
  • Aliens (1 Folge)
  • Ein Fall für BROHMSEN & SCHWARZ (1 Folge)
  • Oster-Trickfilme (1 Folge)

Viele der Serien folgen einem festen Schema. Bei der Serie FLOSSEN etwa werden die Protagonisten (die Fische Barry und Sting) am Anfang mit einer Tatsache konfrontiert (zum Beispiel hat Sting ein Pflaster, gibt es eine Falltür) mit Rückblenden werden dann thematisch ähnliche Geschichten der Protagonisten kurz erzählt, später folgen zumeist in Bezug auf Eigenschaften Stings weitere Rückblenden bis das Problem aufgelöst ist. Bei diesen Rückblenden kommen häufig Anspielungen auf das Leben in Aquarien oder den Erzfeind der Fische, eine Katze.[3] Die anderen Kurzfilmreihen folgen anderen Schemata, wobei auch hier die Handlung oft nicht wie angenommen verläuft. Die meisten Sprechrollen in Kurzfilmen und Sketchen werden von ihm selbst gesprochen, animiert werden sie von Falk Hühne.[4]

Viele seiner Sketche und Kurzfilmserien erscheinen auch in englischer Fassung. Hierbei übernimmt der Kanadier Arne Christiansen [5] sämtliche Sprechrollen sowie die Übersetzungen aller Texte. Zusätzlich werden bei diesen alle Sprechanimationen der Protagonisten an das Englische angepasst [6] sowie alle in den Videos enthaltenen Texte durch die englische Übersetzung ersetzt.

Bühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 hat Ruthe auch ein eigenes Bühnenprogramm, bei dem er selbstverfasste Texte vorliest, die er mit seinen projizierten Cartoons kombiniert. Dazu zeigt er eigene Trickfilme und Musikvideos, liest Kurzgeschichten vor und singt live. Ruthe tritt damit in verschiedenen Comedy-Shows und solo auf. Teile dieses Programms präsentierte er auch in der Show Mädchen Monster Missgeschicke, die er gemeinsam mit seinen Kollegen Christian Moser und Flix seit Herbst 2007 regelmäßig spielte. Dabei setzten alle drei Künstler das Medium Comic ein und agierten dazu auf der Bühne, jeder auf seine eigene Art und Weise.

Werbeparodien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Heftrückseite des MAD-Magazins fertigte Ralph Ruthe unter dem Titel Ruthe Reklamiert eine Zeitlang Werbeparodien in Comicform an, die auf existierenden Werbemotiven beruhte.

Später veröffentlichte Ruthe auch einige Cartoons zu demselben Thema. Dies sind (Stand August 2016):

Werbeparodien 1, parodiert werden: 1&1 mit dem Leiter Kundenzufriedenheit Marcell D’Avis, der auch in anderen Cartoons von Ruthe regelmäßig auftaucht; Zalando; Danone Activia-Joghurt, der gegen Verstopfung helfen soll; Briefgold, eine Goldankauf-Firma; das Waschmittel Spee Color sowie der Nahrungsmittelproduzent Homann.

Werbeparodien 2, parodiert werden: Canesten Gyn Once, ein Mittel gegen Scheidenpilz; Carglass, wobei der Filialleiter Torsten Wohms eine Kinderriegel-Werbefigur mit einem Felsblock zerquetscht; Bärenmarke-Milch; die SEITENBACHER-Radiowerbung sowie Alpecin und deren Laborchef Dr. Klenk, der Cannabis raucht.

Werbeparodien 3, parodiert werden: Leibniz-Kekse, wobei die Kekse essende Darstellerin sämtliche anderen Geräusche übertönt, so Meteoriteneinschläge, ein Alienraumschiff und das angreifende Monster Godzilla; M&Ms und Kinder Schokolade, wobei ein bewaffneter M&M ein Kinder-Schokolade-Überraschungsei jagt, vermutlich aus Rache; ein hormonfreies Verhütungsmittel sowie Vagisan FeuchtCreme, ein Gleitgel-Ersatz.

Werbeparodien 4 – 90er Jahre Special, parodiert werden: Das Geschirrwaschmittel Calgonit und Brille: Fielmann; Schwäbisch Hall, wobei der Bausparfuchs Cannabis raucht. Der Slogan wurde von „Auf diese Steine können Sie bauen.“ zu „Auf diesen Steinen können Sie Einen bauen.“; Charmin, ein Toilettenpapier; das Haarwaschmittel DREI WETTER TAFT; Kellogs Frosties, wobei ein kleinerer Junge von professionellen Eishockeyspielern zu einem Match herausgefordert wird – dies endet für den Jungen im Krankenhaus – sowie die Bonbons „Werther’s Echte“, heute bekannt unter dem Namen „Werther’s Original“ (hier hat das anthropomorphe Schaf Thorsten Dörnbach einen Auftritt).

Werbeparodien 5, parodiert werden: Rügenwalder Pommersche Gutsleberwurst; ratiopharm; der Leibniz PickUp Schoko-Karamell; das borchardt-Restaurant Berlin; Google mit der Bonobo-Werbung für Google Now (hier hat Marcell D´Avis wieder einen Auftritt) sowie Reise.com (hier zerplatzt der Kopf einer Person, die vor dem Fernseher sitzt und Reise.com-Werbung sieht).

Werbeparodien 6, parodiert werden: Red Bull mit dem Werbespruch: „Red Bull verleiht Flügel!“; die Bausparkasse LBS; extra-Kaugummi sowie Snickers-Riegel.

Werbeparodien 7, parodiert werden: Check 24; Coca Cola; Parship; Ikea und Edeka

Werbeparodien 8, parodiert werden: Pokémon GO; Apple „Hey Siri“; Herta „Kann ich auch eine Wurst?“; trivago; Axe; Eis.de; Oreo; Hornbach und SMAVA[7]

Outtakes

Bisher wurden für die Werbeparodien Teil 2 und 3 sogenannte Outtakes produziert. In diesen werden einige Szenen aus den eigentlichen Teilen mit veränderter Handlung wiederholt. Hier als Beispiel Anja, die Ansagerin der Canesten-Gyn-Once-Werbung aus Teil 2, die plötzlich für eine Steinschlag-Versicherung von Carglass wirbt. Um die Outtakes zu verstehen, ist oft Wissen aus den Ursprungsfolgen wichtig.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seinen Cartoons macht Ralph Ruthe Musik (siehe Weblinks), die auch immer wieder ein dominantes Element in seinen Trickfilmen ist. So erreichte er mit dem Song Du bist wie Sand,[8] der im gleichnamigen Kurzfilm zu hören ist, eine mehrwöchige iTunes-Chart-Platzierung. Ursprünglich hatte er nicht geplant, das Lied kommerziell zu veröffentlichen. Nachdem der Song jedoch immer beliebter wurde, entschied er sich auf Drängen seiner Fans dann aber doch dafür.

Weitere Songs sind zum Beispiel: Du bist wie Schnee,[9] Lick it,[10] Das Klo,[11] Kopfkirmes,[12] Leben hinter Glas[13] und What did your parents do wrong?[14]

Bei Auftritten ihm Rahmen seiner Touren in seiner Heimatstadt tritt er außerdem mit seiner Band "We are Linus" auf. [15]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 führte Ralph Ruthe bei dem No-Budget-Film Carninchen Regie. Eine der Hauptrollen spielte Martina Eitner-Acheampong, die vor allem aus der TV-Serie Stromberg bekannt ist. Veröffentlicht wurde dieser Film nach 4 Jahren auf Ruthes YouTube-Kanal „ruthe.de“, der auch unter dem Namen „koalakombat“ bekannt ist.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schweinskram (1996)
  • Schweine im Kino (2002)
  • Shit happens! 1 (2003)
  • Shit happens! 2 (2004)
  • Shit happens! 3 (2005)
  • Flossen 1 – Praktisch Grätenfrei (2006)
  • Frühreif (2006)
  • Shit happens! – Das Weihnachtsbuch (2006)
  • Shit happens! – Das Skandalbuch (2007)
  • Flossen 2 – Dicker als Wasser (2007)
  • Shit happens! – Das große Tröstbuch (2008)
  • Shit happens! – Das Buch der Liebe (2008)
  • Danke! Ein Shit happens! Buch (2008)
  • Gesundheit! Ein Shit happens! Buch (2008)
  • Shit happens! – Das Buch der Arbeit (2009)
  • Shit happens! – Cover nicht vergessen (2010)
  • Shit happens! – Das Buch zum Fest (2010)
  • Scheissdregg bassiert halt! – Cartoons auf Schwäbisch (2011) (zusammen mit Dominik Kuhn)
  • Gefällt mir (2011)
  • Ruthe: Das große Cartoonbuch (2012)
  • Ruthe: Das große Cartoonbuch 2 (2013)
  • Das Buch Ruthe (2013)
  • Shit happens! – Die DVD (2013)[17]
  • Shit happens! - Die DVD 2 (2014)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Sondermann-Preis in der Kategorie Cartoon für Shit happens!
  • 2006: Sondermann-Preis in der Kategorie Cartoon für Shit happens!
  • 2007: Sondermann-Preis in der Kategorie Cartoon für Shit happens!
  • 2008: Sondermann-Preis in der Kategorie Cartoon für Shit happens!
  • 2008: 1. Platz beim Berliner Kurzfilmfestival Going Underground 7 mit dem Animationsfilm Walk the Dog
  • 2009: 1. Platz beim Berliner Kurzfilmfestival Going Underground 8 mit dem Animationsfilm Zehn Filmklassiker gespielt von Fischen
  • 2012: Publikumspreis beim Deutschen Webvideopreis in der Kategorie LOL mit dem Animationsfilm Werbeparodien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ralph Ruthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ralph Ruthe auf Twitter, 11. August 2014
  2. [1]
  3. Playlist bei YouTube
  4. Info von Couchkartoffelsalat
  5. BUBBLES - Episode 01 - The Date auf YouTube
  6. Ralph Ruthe - Meister der Cartoons - TV total auf YouTube, 13. Januar 2014
  7. ruthe.de: Ruthe.de - Werbeparodien 8. 18. August 2016, abgerufen am 13. September 2016.
  8. Du bist wie Sand auf YouTube
  9. Du bist wie Schnee auf YouTube
  10. "LICK IT" feat. Thorsten Dörnbach auf YouTube
  11. Das Klo auf YouTube
  12. Kopfkirmes auf YouTube
  13. Leben hinter Glas auf YouTube
  14. What Did Your Parents Do Wrong? auf YouTube
  15. We Are Linus. Abgerufen am 13. Mai 2017 (deutsch).
  16. Ankündigung der Ausstellung bei Carlsen, abgerufen am 28. Juli 2015.
  17. Kritik zur DVD im Popshot-Blog, erstellt am 12. Oktober 2013, abgerufen am 29. Juli 2015.