Reichenfels

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Marktgemeinde
Reichenfels
Wappen Österreichkarte
Wappen von Reichenfels
Reichenfels (Österreich)
Reichenfels
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Wolfsberg
Kfz-Kennzeichen: WO
Fläche: 87,21 km²
Koordinaten: 47° 0′ N, 14° 45′ OKoordinaten: 47° 0′ 27″ N, 14° 44′ 37″ O
Höhe: 809 m ü. A.
Einwohner: 1.784 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 20 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9463
Vorwahlen: 0 43 59
Gemeindekennziffer: 2 09 12
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Liftstraße 1
9463 Reichenfels
Website: www.reichenfels.gv.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Führer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(15 Mitglieder)

6 ÖVP, 7 SPÖ, 2 FPÖ

7
6
2
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Reichenfels im Bezirk Wolfsberg
Bad St. Leonhard im LavanttalFrantschach-Sankt GertraudLavamündPreiteneggReichenfelsSankt AndräSankt Georgen im LavanttalWolfsbergSankt Paul im LavanttalLage der Gemeinde Reichenfels im Bezirk Wolfsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Reichenfels ist eine Marktgemeinde mit 1784 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichenfels liegt im Oberen Lavanttal zwischen der Packalpe und den Seetaler Alpen. Nördlich des 87,21 km² großen Gemeindegebiets verläuft die Landesgrenze zur Steiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde zählen vier Ortschaften, die zugleich auch Katastralgemeinden sind (in Klammern Einwohner Stand 1. Jänner 2021[1]):

  • Reichenfels (1055)
  • St. Peter im Lavanttal (283)
  • Sommerau (176)
  • Weitenbach (270)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obdach (MT)
Hüttenberg (SV) Nachbargemeinden Hirschegg-Pack (VO)
Bad St. Leonhard

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Reichenfels (ursprünglich Castrum Richenvelse) leitet sich von den Gold- und Silbervorkommen ab, die auf dem heutigen Gemeindegebiet schon in der Römerzeit abgebaut wurden. Diese Bodenschätze waren auch für die mittelalterliche Blüte des Ortes verantwortlich.

Seit dem 11. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum fränkischen Bistum Bamberg. Die Burg Reichenfels wurde 1227 erstmals erwähnt. Der Ort wurde 1457 zum Markt erhoben. Bis ins 18. Jahrhundert blieb das Gebiet bambergisch, erst unter Maria Theresia wurde Reichenfels 1759 österreichisch.

Die Gemeinde Reichenfels konstituierte sich im Jahr 1850. 1958 wurde ihr die bis dahin selbständige Ortsgemeinde St. Peter angeschlossen.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abnahme der Bevölkerung von 2001 bis 2011 ist auf die Abwanderung zurückzuführen. Die Geburtenbilanz war mit +45 positiv, die Wanderungsbilanz jedoch mit −230 negativ.[3] Laut Volkszählung 2001 hatte Reichenfels 2.083 Einwohner. Davon waren 97,4 % österreichische Staatsbürger. 95,5 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 1,5 % zur evangelischen Kirche. 1,0 % war ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Reichenfels
  • Burgruine Reichenfels: Die Ruine besteht aus wenigen Resten.
  • Katholische Pfarrkirche Reichenfels hl. Jakobus der Ältere: Die Kirche, die sich im Zentrum des alten Marktes erhebt, wurde im 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut, im Laufe der Zeit jedoch mehrfach umgebaut und erneuert. Sehenswert sind der mächtige Ostturm mit dem barocken Zwiebelhelm, ein gotischer Taufstein, der barocke Hochaltar und der romanische Rundkarner im alten Friedhof.
  • Katholische Pfarrkirche St. Peter im Lavanttal hll. Peter und Paul: Die wohl älteste Kirche des Oberen Lavanttales. Das Gotteshaus wird schon 931 urkundlich erwähnt. 1480 wurde die romanische Kirche von den Türken zerstört und danach im Baustil der Gotik wieder errichtet. Sehenswert sind neben dem mächtigen Westturm vor allem ein achteckiger spätgotischer Taufstein und der Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert.
  • Im alten Bergbaugebiet in der Sommerau errichteten Knappen im Mittelalter eine kleine Kirche, die dem hl. Oswald geweiht wurde. Sie ist die älteste Oswaldikirche Kärntens.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich dominierend in der ländlich geprägten Gemeinde ist die Holzwirtschaft. Daneben gibt es Sommertourismus.

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 133 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 57 im Haupt-, 66 im Nebenerwerb, 2 von Personengemeinschaften und 8 von juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 126 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren und 38 in der Bauwirtschaft. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (40), Handel (30), Beherbergung und Gastronomie (24) und Verkehr (18 Mitarbeiter).[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 133 134 129 90
Produktion 22 17 164 194
Dienstleistung 54 50 134 157

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 960 Erwerbstätige in Reichenfels. Davon arbeiteten 290 in der Gemeinde, siebzig Prozent pendelten aus.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Reichenfels liegt an der Lavanttalbahn. Derzeit fahren nur Güterzüge, der Personenverkehr wurde 2010 eingestellt (Stand 2021).[8]
  • Straße: Die Obdacher Straße B78 durchquert das Gemeindegebiet und bietet etwas über 10 Kilometer entfernt eine Anbindung an die Süd Autobahn A2.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2009 Horst Friedl (SPÖ)
  • seit 2009 Manfred Führer (ÖVP)[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obschon seit Mitte des 15. Jahrhunderts Markt, wurde Reichenfels erst am 24. März 1557 durch Bischof Georg von Bamberg das Recht zur Führung eines Siegels gewährt. Dabei handelte es sich nicht um eine förmliche Verleihungsurkunde, sondern lediglich um die Gewährung des Rechts von Richter, Rat und Gemeinde, bürgerliche Kaufkontrakte über Realitäten sowie Geburtsurkunden mit diesem Siegel zu unterfertigen. Das Siegel zeigte den Pfarrpatron, den Apostel Jakobus den Älteren, als Ganzfigur mit Pilgerstab und Mantel, der in seiner Linken ein Wappen mit einem zerklüfteten Fels und zwei Jakobsmuscheln hielt.

Der Heilige Jakobus fungierte auch noch in jüngeren Darstellungen als Schildhalter oder (in einem Siegel aus dem Jahr 1595) gar als Hauptfigur des Reichenfelser Wappens. Anlässlich der förmlichen Bescheinigung bzw. Verleihung von Wappen und Fahne im Jahr 1971 ist jedoch auf Empfehlung des Landesarchivs nur noch der „redende“ Binnenschild mit dem altkristallinen Felsen (der „reiche Fels“) und den beiden silbernen Jakobsmuscheln, die auf den Patron hinweisen, verblieben.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „Im blauen Schild ein naturfarbener altkristalliner Fels, dessen Gipfel von je einer silbernen Jakobsmuschel rechts und links beseitet ist.“[13]

Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindepartnerschaft besteht seit 1975 mit Aurachtal in Mittelfranken (Deutschland).[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rosemarie Eichwalder: Reichenfels im Lavanttal. Eine Ortsgeschichte des Marktes bis zum Verkauf der bambergischen Besitzungen in Kärnten an Maria Theresia. (Dissertation, Univ. Graz). Gedruckte Ausgabe im Eigenverlag, Wolfsberg 2008, ohne ISBN
  • Werner Thelian: Reichenfels – Ein Markt im Wandel der Zeit. Eigenverlag, Bad St. Leonhard 1996, ohne ISBN

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reichenfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. Gemeinde Reichenfels, Geschichte der Gemeinde. Abgerufen am 14. Februar 2019.
  3. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Reichenfels, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 14. Februar 2019.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Reichenfels, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. November 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Reichenfels, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. November 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Reichenfels, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. November 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Reichenfels, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. November 2021.
  8. Bad St. Leonhard - Wolfsberg: Der Zug ist auch hier abgefahren. Kleine Zeitung, 11. August 2017, abgerufen am 7. November 2021.
  9. Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 7. November 2021 (deutsch).
  10. Gemeinderatswahl 1. März 2015. Abgerufen am 2. April 2020.
  11. Gemeinderatswahl 2021. Land Kärnten, abgerufen am 7. November 2021.
  12. Amt der Kärntner Landesregierung (Memento des Originals vom 13. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/info.ktn.gv.at, abgerufen am 17. März 2009.
  13. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 228
  14. Partnergemeinde – Über die Gemeinde – Gemeinde Reichenfels. Abgerufen am 2. April 2020.