Axamer Lizum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f1

Axamer Lizum (Zerstreute Häuser)
Ortschaft
Axamer Lizum (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Innsbruck-Land (IL), Tirol
Gerichtsbezirk Innsbruck (Land)
Pol. Gemeinde Axams  (KG Axams)
Koordinaten 47° 11′ 38″ N, 11° 18′ 8″ OKoordinaten: 47° 11′ 38″ N, 11° 18′ 8″ O
Höhe 1564 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 26 (2001)
Gebäudestand 24 (2001)
Postleitzahl 6094 Axamsf0
Offizielle Website
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 16471
Zählsprengel/ -bezirk Axams-Umgebung (70304 001)
Bild
Die Axamer Lizum gegen Norden
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS
Axamer Lizum, Skigebiet
Olympiabahn

Axamer Lizum ist ein Ort in den Stubaier Alpen in Tirol, und eine Ortschaft der Gemeinde Axams im Bezirk Innsbruck-Land. Die Alm ist als Wintersportort bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axamer Lizum bezeichnet ein Gebiet im hinteren Tal des Axamer Bachs, etwa elf Kilometer südwestlich der Innsbrucker Stadtmitte. Eine Lizum (Betonung auf dem „u“) bezeichnet im Tirolischen ein ‚Almgebiet am Talschluss‘. Gegen Süden zu wird die Axamer Lizum von den Kalkkögeln begrenzt, gegen Norden, zum vier Kilometer entfernten Axams, erstreckt sich ein unbesiedeltes Engtal.

Die Streusiedlung auf rund 1550 m ü. A. Höhe umfasst die etwa 25 Gebäude des Schigebiets, einschließlich des Hotel Olympia[1], der Lizumalm, und der nördlich erhöht liegenden Schafalm.

Talorte
Axams   Götzens
(Gem.)  
Neu-Götzens (Gem. Götzens)
Mutters (Gem.)
Kemater Alm (Gem. Grinzens) Nachbargemeinden
Telfes im Stubai (Gem.)

Geschichte: Skigebiet Axamer Lizum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skigebiet Axamer Lizum wurde anlässlich der Olympischen Winterspiele 1964 errichtet (Olympiahotel, ehemalige Sportunterkünfte, erbaut von Erwin Klein)[2] und zu den Spielen 1976 ausgebaut, unter anderem mit einer Standseilbahn auf den 2340 m ü. A. hohen Hoadl (Olympiabahn). Es umfasst heute den Kamm Pleisen–Hoadl im Westen (Salfeinskamm, zum Grinzenser Sendersbachtal, ohne Pistenabfahrt), wie auch die Gebiete um das Birgitzköpfl (1982 m ü. A.) und das hinterste Geroldsbachtal unterhalb der Saile (Nockspitze, 2404 m ü. A.).

Das Skigebiet wird – in Analogie zum „goldenen“ Dachl – auch das „weiße Dachl Innsbrucks“ genannt. Es ist das größte Skigebiet in Innsbrucks näherer Umgebung. Bei guter Schneelage ist die Abfahrt bis zu den Orten Axams, Götzens oder Mutters möglich, wobei die Abfahrten nach Götzens und Mutters durch die Wiedererrichtung des Skigebietes Mutterer Alm künstlich beschneit und somit den größten Teil der Wintersaison befahrbar sind (Anschluss über die Birgitzköpflhütte). Zurück geht es mit dem Skibus von der Talstation in Mutters oder Götzens.[3] Eine direkte Sesselbahn (Birgitzbahn, 4er-Hochgeschwindigkeitsbahn kuppelbar)[4] über das Birgitzköpfl ist derzeit (2012) – nach langen Verhandlungen[5] – in konkreter Planung.[6]

Rodelbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine beleuchtete Rodelbahn führt von der Talstation der Liftbetriebe durch das Axamer Tal bis nach Axams.[7] Im Jahr 2008 wurde eine weitere Rodelbahn Pleisenhütte – Axamer Lizum eröffnet.[8]

Zusammenschluss mit Schlick 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 2009–2015 wurde ein Zusammenschluss des Skigebiets mit der Schlick 2000 heftig und kontrovers diskutiert.[9] Das Projekt wurde unter dem Titel Brückenschlag ausgearbeitet.[10] Weil der zu bauende Lift durch das Ruhegebiet Kalkkögel führte, wurde das Projekt von diversen Institutionen wie dem Österreichischen Alpenverein, den Naturfreunden stark kritisiert.[11][12][13][14] Im Jahr 2014 formierte sich unter Rettet die Kalkkögel! eine Petition gegen den Zusammenschluss, welche von 20 Vereinen oder anderen Institutionen gestützt wurde.[15] Es wurden über 33.000 Unterschriften gesammelt.[16] Zwischenzeitlich wurde eine Volksbefragung zu diesem Thema in Betracht gezogen.[17] Eine Studie, wonach nur größere Skigebiete im Großraum Innsbruck eine Überlebenschance haben, bekräftigte die Befürworter.[18][19] Im März 2015 gab die Tiroler Landesregierung bekannt, dass das Projekt rechtlich nicht umsetzbar ist.[20][21][22] Die Projektwerber gaben unbeirrt bekannt, dass sie das Projekt nicht aufgeben.[23][24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Axamer Lizum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hotel Olympia Axams, Webseite
  2. Die Sieger ergriffen die Flucht. Peter Brügge auf dem Olympia-Ball. DER SPIEGEL 7/1964, 12. Februar 1964 (online-repro, spiegel.de)
  3. skiresort.de Mutters-Götzens/Mutterer Alm
  4. Lifte/Bahnen Axamer Lizum, skiresort.de
  5. Umweltverträglichkeitserklärung „UVE - Skiverbindung Mutterer Alm - Axamer Lizum“, seilbahn.net
  6. Mutterer Alm/Lizum: Vor Einigung über Seilbahntrasse – Skiarena Mutterer Alm und Axamer Lizum nimmt Gestalt an: Von der Bergstation der Almbahn soll eine Seilbahn aufs Birgitzköpfl führen. In: Tiroler Tageszeitung, 2. Juni 2012 (online tt.com).
  7. Axamer Lizum – Winterrodeln. In: www.winterrodeln.org. Abgerufen am 15. März 2016.
  8. Pleisenhütte Axamer Lizum – Winterrodeln. In: www.winterrodeln.org. Abgerufen am 15. März 2016.
  9. Österreichischer Alpenverein: Der Erschließungsdruck steigt. ots.at, 21. Dezember 2009, abgerufen am 15. März 2016.
  10. Home - brueckenschlags Webseite! In: www.brueckenschlag-tirol.com. Abgerufen am 15. März 2016.
  11. Österreichischer Alpenverein: Naturschutzpolitik außer Rand und Band. In: ots.at. 5. April 2010, abgerufen am 15. März 2016.
  12. Österreichischer Alpenverein: Kalkkögel: Naturschutz in Tirol auf der Verliererstraße. In: ots.at. 4. November 2010, abgerufen am 15. März 2016.
  13. Österreichischer Alpenverein: Kalkkögel: Naturschutz in Tirol auf der Verliererstraße. In: ots.at. 10. Juli 2014, abgerufen am 15. März 2016.
  14. Österreichischer Alpenverein: Hilferuf der Alpen - Wann ist es endlich genug? In: ots.at. 17. Oktober 2014, abgerufen am 15. März 2016.
  15. Schützen wir die Kalkkögel! In: www.kalkkoegel-retten.at. Abgerufen am 15. März 2016.
  16. Tiroler Tageszeitung Online: Mehr als 33.000 Unterschriften für den Erhalt der Kalkkögel. In: Tiroler Tageszeitung Online. 26. Februar 2015, abgerufen am 15. März 2016.
  17. Tiroler Tageszeitung Online: Volksbefragung zu Kalkkögeln auf Eis gelegt. In: Tiroler Tageszeitung Online. 11. November 2014, abgerufen am 15. März 2016.
  18. Perspektiven für Lifte rund um Innsbruck - tirol.ORF.at. In: tirol.orf.at. 29. April 2014, abgerufen am 15. März 2016.
  19. Tiroler Tageszeitung Online: Zusammenschluss Schlick/Lizum: Offensiv über die Kalkkögel drüber. In: Tiroler Tageszeitung Online. 30. April 2014, abgerufen am 15. März 2016.
  20. "Brückenschlag": Für ÖVP nicht umsetzbar - tirol.ORF.at. In: tirol.orf.at. 3. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.
  21. Tiroler Tageszeitung Online: Gutachten zu Kalkkögel: Projekt Brückenschlag nicht möglich. In: Tiroler Tageszeitung Online. 2. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.
  22. Aus für Seilbahn über Tirols Kalkkögel. In: derStandard.at. 3. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.
  23. Tiroler Tageszeitung Online: Projektwerber klammern sich an Strohhalm. In: Tiroler Tageszeitung Online. 5. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.
  24. Kalkkögel: Neues Gutachten erklärt Seilbahn im Schutzgebiet für möglich. In: derStandard.at. 19. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.