Reyhanlı

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Reyhanlı
Wappen fehlt
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Reyhanlı (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Hatay
Koordinaten: 36° 16′ N, 36° 34′ O36.26916666666736.567222222222158Koordinaten: 36° 16′ 9″ N, 36° 34′ 2″ O
Höhe: 158 m
Einwohner: 89.980[1] (2014)
Telefonvorwahl: (+90) 326
Postleitzahl: 31500
Kfz-Kennzeichen: 31
Struktur und Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Hüseyin Şanverdi (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Reyhanlı
Einwohner: 89.980[1] (2014)
Fläche: 410 km²
Bevölkerungsdichte: 219 Einwohner je km²
Kaymakam: Tuncay Dursun
Webpräsenz (Kaymakam):

Reyhanlı (früher İrtah und Reyhaniye = Paradiesgarten) ist eine türkische Stadt und ein Landkreis in der Provinz Hatay im östlichen Mittelmeergebiet an der syrischen Grenze. Seit einer Gebietsreform 2014 ist der Landkreis flächen- und einwohnermäßig identisch mit der Kreisstadt.

Im Landkreis entdeckte man altertümliche Wohnstätten, die um 6100 v. Chr. errichtet wurden. Später war die Gegend unter der Hegemonie der Hethiter. Die Bewohner der Stadt, Türken, Araber, Turkmenen, Tscherkessen und Kurden, leben heute beispielhaft friedlich zusammen.

Wirtschaftlich sind die Landwirtschaft, hauptsächlich Baumwolle, Getreide, Obst und Gemüse und auch die Textilindustrie von Bedeutung. Viele geschichtliche Funde und Sehenswürdigkeiten, z. B. das Kızlar Sarayı schmücken die Stadt an den Ufern des Asi-Flusses (arab. Nahr al-Asi, antik Orontes).

Am 11. Mai 2013 wurde ein Anschlag mit zwei Autobomben im Stadtzentrum verübt. Staatliche Stellen der Türkei sprachen von 51 Opfern der Anschläge, während lokale Quellen von bis zu 300 Toten ausgingen mit vielen Verletzten.[2] Die „Regulierungsbehörde für Radio und Fernsehen“ in der Türkei hatte nach dem Anschlag eine Anordnung erlassen, wonach über die Vorfälle nicht berichtet werden durfte – und es gab auch keine öffentliche Berichterstattung.[3] Die türkische Regierung beschuldigte Mitglieder der marxistisch-leninistischen DHKP-C (Revolutionäre Befreiungspartei-Front) und der THKP-C, die Bombenattentate ausgeübt zu haben. Zudem behauptete sie, der syrische Geheimdienst sei der Strippenzieher im Hintergrund gewesen. Die DHKP-C wies in einer Stellungnahme jede Beteiligung an den Bombenanschläge von sich. Und auch die syrische Regierung wies die Beschuldigungen zurück und beschuldigt ihrerseits die türkische Regierung ein Eingreifen der NATO in den Syrienkonflikt vorbereiten zu wollen.[4][5]

Am 25 Mai 2013 veröffentlichte die Hackergruppe RedHack die Faksimile eines Berichtes des Geheimdienstes der Militärpolizei Jandarma[6] im Internet.[7][8] Diesen Dokumenten nach waren die Behörden im Vorfeld der Bombenattentate informiert gewesen und verantwortlich für die Bombenattentate war die al-Qaida-nahe al-Nusra-Front, die im Bürgerkrieg in Syrien kämpfte.[9][10][11][12][13]

Aus Sicht der türkischen Opposition war die Regierung von Premier Recep Tayyip Erdogan mitverantwortlich die Entwicklung in der Region, sie widersprach der These der Regierung, wonach die Anschläge von Linksextremen verübt worden sei, die im Auftrag des syrischen Geheimdienstes handelten. Die Regierung habe die Grenzregion den syrischen Rebellen überlassen. Oppositionsabgeordnete Mehmet Ali Ediboglu aus Hatay sagte, die „sehr professionellen“ Anschläge deuteten auf die Täterschaft der syrischen Al-Nusra-Gruppe hin. Die zum Al-Qaida-Netzwerk gehörenden islamistischen Extremisten hätten die Bomben von Reyhanli gezündet, um die Türkei auf der Seite der syrischen Opposition in den Krieg zu ziehen.[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik (Memento vom 13. Dezember 2015 auf WebCite), abgerufen 13. Dezember 2015
  2. Blutbad in Reyhanli: Türkei macht Syriens Geheimdienst für Anschlag verantwortlich In: Spiegel Online vom 12. Mai 2013. Abgerufen am 12. Mai 2013.
  3. Hakan Tanriverdi: Türkische Medien und #Occupygezi: „Die Ersten, die es verschweigen“. Süddeutsche.de, 3. Juni 2013, archiviert vom Original am 6. Juni 2013, abgerufen am 6. Juni 2013.
  4. Autobomben in der Türkei: Linksextremisten sollen schuld sein In: n-tv vom 13. Mai 2013. Abgerufen am 26. Mai 2013
  5. Anschlag in Reyhanli. Wer steckt dahinter? In: Der Freitag vom 14. Mai 2013. Abgerufen am 26. Mai 2013
  6. Siehe auch JİTEM und Tiefer Staat/Gladio
  7. http://redleaks.blogspot.com/2013/05/Hatay-Reyhanli-Askeri-Gizli-Yazismalar.html
  8. Anti-government protests continue to spread throughout Turkey
  9. Ankara läßt Terror zu In: Junge Welt vom 24. Mai 2013. Abgerufen am 28. September 2015.
  10. �şte Redhack'in Reyhanlı belgeleri. In: aksam.com.tr. 22. Mai 2013. Abgerufen am 28. September 2015.
  11. Hükümetten şok Reyhanlı açıklaması. In: CNN Türk. 23. Mai 2013. Abgerufen am 28. September 2015.
  12. Turkish police prevent ‘attack on refugees in Reyhanlı’ - LOCAL. Abgerufen am 28. September 2015.
  13. Redhack Releases Cables on Reyhanlı Blasts - english. In: Bianet - Bagimsiz Iletisim Agi. Abgerufen am 28. September 2015.
  14. Anschlag in Reyhanli. Wer steckt dahinter? In: Der Freitag vom 14. Mai 2013. Abgerufen am 28. September 2015