Riom-Parsonz

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Riom-Parsonz
Wappen von Riom-Parsonz
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Albulaw
Politische Gemeinde: Sursesi2
Postleitzahl: 7463
Koordinaten: 763642 / 164421Koordinaten: 46° 36′ 40″ N, 9° 34′ 30″ O; CH1903: 763642 / 164421
Höhe: 1'257 m ü. M.
Fläche: 55,97 km²
Einwohner: 304 (31. Dezember 2014)
Einwohnerdichte: 5 Einw. pro km²
Website: www.riom-parsonz.ch
Riom (vorne) und Parsonz (hinten)

Riom (vorne) und Parsonz (hinten)

Karte
Riom-Parsonz (Schweiz)
Riom-Parsonz
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2016

Riom-Parsonz (deutsch, veraltet und bis 1943 offiziell Reams und Präsanz) war bis zum 31. Dezember 2015 eine politische Gemeinde im Kreis Oberhalbstein im Bezirk Albula des Kantons Graubünden in der Schweiz. Sie entstand 1979 durch die Fusion der beiden Gemeinden Parsonz und Riom. Am 1. Januar 2016 fusionierte Riom-Parsonz mit den Gemeinden Bivio, Cunter, Marmorera, Mulegns, Salouf, Savognin, Sur und Tinizong-Rona zur neuen Gemeinde Surses.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Silber (Weiss) die schwarze Burg Reams

Übernahme des Gemeindesiegelmotivs in vereinfachter Form.

Parsonz wappen.svg

Der Zusammenschluss der Gemeinden Riom und Parsonz fand im Wappen keinen Niederschlag. Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Parsonz zeigt in Rot drei goldene (gelbe) Kugeln (1,2) überhöht von einer silbernen Bischofsmitra mit goldenem Besatz und gold-silbernen Behängen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riom (unten) und Parsonz (oben)

Die ehemalige Gemeinde liegt im Oberhalbstein am Nordostabhang des Piz Martegnas (2'670 m). Die Gemeindegrenze bildete im Norden der Adont (inkl. Salaschigns), im Osten die Julia und der Forbesch-Arblatsch-Massiv, im Süden die Fuorcla Curtegns, die Fuorcla Starlera und die Fuorcla da Saletscha und im Westen Piz Alv, Piz Settember, Sur Carungas, Piz Cartas und Piz Martegnas. Somit lag fast das gesamte Skigebiet von Savognin auf Gemeindegebiet von Riom-Parsonz. Die ehemalige Gemeinde besass zwischen Cunter, Salouf und Albula/Alvra eine 2.77 km² grosse Exklave deren Grenze von Burvagn westlich von Crap d'Uigls über Crap digls Anghels bis fast zur Motta Palousa verlief, dann an Tgant Ladrung vorbei bis zur Julia und dann via Cresta wieder zurück nach Burvagn. Der Tunnel "Crap Ses" befand sich somit auf dem ehemaligen Gemeindegebiet von Riom-Parsonz. Eine zweite, nur 66 a grosse Exklave (Enklave der ehemaligen Gemeinde Cunter) befand sich nur gerade 160 m neben der grösseren Exklave bei einem Wäldchen neben der Hauptstrasse zwischen Burvagn und Vaznoz.

Der tiefste Punkt der ehemaligen Gemeinde liegt in der Exklave bei Tgant Ladrung unterhalb des Crap Ses und ist 995 m hoch. Der höchste Punkt ist der Piz Forbesch (3'261,8 m).

Die grössten Siedlungen sind Riom, Parsonz (1'398 m) und Tigignas (1'499 m). Daneben gibt es zahlreiche weitere Weiler und Gehöfte.

Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von über 56 km² können 2858 ha landwirtschaftlich genutzt werden, davon über 90 % nur als Maiensässen. Weitere 1679 ha sind Gebirge. Rund 10 km² – genau 1006 ha – sind von Wald und Gehölz bedeckt. Der Rest von 61 ha ist Siedlungsfläche.

Auf dem ehemaligen Gemeindegebiet liegt der Lai Lung.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins späte 19. Jahrhundert sprachen alle Bewohner Surmeirisch, eine regionale Mundart des Rätoromanischen. Bis ins Jahr 1970 änderte sich daran wenig, auch wenn der Anteil der Rätoromanen von 99,0 % im Jahr 1880 auf 90,28 % im Jahr 1970 sank. Seit 1980 verliert die einheimische Sprache massiv an Boden. Daran ist vor allem die Zuwanderung von Deutschsprachigen beteiligt, in den letzten Jahren auch ein vermehrter Sprachwechsel. Die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zeigt folgende Tabelle:

Riom mit der Burg Riom
Parsonz
Burg Rätia Ampla in Riom, 1227
Sprachen in Riom-Parsonz
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 25 9,51 % 55 18,52 % 110 33,64 %
Rätoromanisch 229 87,07 % 234 78,79 % 209 63,91 %
Italienisch 9 3,42 % 3 1,01 % 6 1,83 %
Einwohner 263 100 % 297 100 % 327 100 %

79,2 % der Einwohner verstehen noch Rätoromanisch, das alleinige Behördensprache ist.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 335 Bewohnern am Ende des Jahres 2005 waren 323 (= 96,42 %) Schweizer Staatsangehörige.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Gemeindepräsident vor der Fusion war Armando Thomann.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde entstand 1979 durch die Fusion der beiden Gemeinden Parsonz und Riom.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, in Parsonz[1]
  • Katholische Pfarrkirche St. Laurentius[2]
  • Erweiterung Schulhaus, 2006, Architekt: Pablo Horváth[3]
  • Theaterburg, 2006, Architekt: Marcel Liesch[4]
  • Burg Riom[5]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 findet auf der Burg Riom das Origen Festival Cultural statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. DNB 760079625.
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Riom-Parsonz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus
  2. Katholische Pfarrkirche St. Laurentius
  3. Erweiterung Schulhaus
  4. Theaterburg
  5. Burg Riom