Roberto Colaninno

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Roberto Colaninno mit Präsident Giorgio Napolitano (2008)

Roberto Colaninno (* 16. August 1943 in Mantua) ist ein italienischer Manager, Unternehmer und Investor.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Managerkarriere begann er beim Autoteilehersteller FIAMM, bei dem er später Verwaltungsratsmitglied wurde. 1981 gründete er in seiner Heimatstadt die in der gleichen Branche tätige Sogefi und baute diese zu einem international tätigen Konzern auf.

Im September 1996 wurde Colaninno zum CEO des finanziell schwer angeschlagenen Olivetti Konzerns berufen. Unter seiner Führung wurde das Unternehmen saniert und als Telekommunikations-Holding mit Mehrheitsbeteiligungen an Omnitel (später in Vodafone aufgelöst) und Infostrada (später in Wind aufgelöst) strategisch neu ausgerichtet.

Nachdem die Sanierung von Olivetti vollständig abgeschlossen war, lancierte Colaninno den größten bis zu diesem Zeitpunkt in Italien je gewagten Übernahmeversuch, für einen Gesamtwert von 60 Milliarden Euro den Kauf von Telecom Italia. Nach erfolgreichem Abschluss der vollständig fremdfinanzierten Übernahme hielt Olivetti über eine komplexe Verschachtelung 51 Prozent an Telecom Italia, worauf Colaninno CEO und Verwaltungsratspräsident von Telecom Italia sowie von Telecom Italia Mobile (auch TIM) wurde. Diese Funktionen hielt er bis Juli 2001 inne, als Colaninno seine Beteiligung am nun hochverschuldeten ehemaligen Monopolunternehmen an ein ebenfalls höchst verschachteltes Konstrukt rund um den von Marco Tronchetti Provera kontrollierten Pirelli Konzern veräußerte. Der unter nicht klaren Umständen durchgeführte Verkauf bescherte Colaninno einen Milliardengewinn. Die italienische Steuerbehörde befand die Transaktion für nicht gesetzeskonform wofür sie die von Colaninno kontrollierte Schachtelgesellschaft Bell zur Zahlung von 1,937 Milliarden Euro verurteilte.

Im September 2002 gründete er zusammen mit weiteren Partnern die Beteiligungsgesellschaft Omniainvest S.p.A.". Zwei Monate später erwarb er mit dieser die Kontrollmehrheit an der börsennotierten Immobiliengesellschaft IMMSI S.p.A. und wurde deren Verwaltungsratspräsident. Dem Immobiliengeschäft wurde die Beteiligung an wichtigen Industrieunternehmen als zweites Standbein hinzugefügt. Dies führte im Oktober 2003 zur Übernahme eines 31,25-prozentigen Aktienanteils an der Piaggio Gruppe.

Verurteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Dezember 2006 wurde er in der Sache Bagaglino/Italcase vom Tribunale di Brescia wegen Konkurses unter Begünstigung von Gläubigern zu 4 Jahren und 1 Monat Haft verurteilt.[2][3] Derzeit läuft das Berufungsverfahren. Am 11. Dezember 2006 suspendierte ihn der Verwaltungsrat der IMMSI aufgrund des Urteils von seinen Aufgaben. Der Verwaltungsrat der Mediobanca suspendierte ihn vom 19. Dezember 2006 bis zum 24. Januar 2007 von seiner Beraterfunktion.[4] Im Sommer 2008 wurde Colaninno zum Präsidenten der neu gegründeten CAI (Compagnia Aerea Italiana) berufen. Diese wird voraussichtlich als neue Fluggesellschaft das operative Geschäft der Alitalia übernehmen.

Mitgliedschaften und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1997 und 2002 war Roberto Colaninno Mitglied des Direktionsrates der Arbeitgeberorganisation Confindustria. Er wurde zudem zum Cavaliere del Lavoro (Ritter der Arbeit) erhoben und 2001 wurde ihm von der Universität in Lecce den Ehrendoktortitel in "Wirtschaft und Handel" verliehen. Colaninno ist Verwaltungsratsmitglied der Investmentbank Mediobanca und der Efibanca

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roberto Colaninno - Munzinger Biographie. Abgerufen am 3. Februar 2021.
  2. RAI News24: Capitalia. Dopo le condanne a Geronzi e Colannino per Italcase vola il titolo in borsa, +2%. In: RAI News24
  3. Telefree: Italcase, condanne per Geronzi, Gronchi e Colaninno. In: Telefree
  4. SEC: SEC File 5-61827. In: SEC Info. Filed On 4/12/07 3:26pm ET.