Rock gegen Rechts

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Brennstäbe, Rock gegen Rechts, 1983

Rock gegen Rechts ist ein unregelmäßig wiederholtes Motto von Konzertveranstaltungen gegen Rechtsextremismus in Deutschland und Österreich. Einer der bekanntesten Künstler ist Udo Lindenberg, der mit seiner Initiative Rock gegen rechte Gewalt in diesem Bereich aktiv ist.

Das erste Rock-gegen-Rechts-Festival fand am 16. Juni 1979 in Frankfurt am Main auf dem Rebstockgelände statt. Es war eine Antwort auf ein „Deutschlandtreffen“ der NPD, das an diesem Tag in Frankfurt stattfinden sollte und bei dem ein Jahr zuvor 3.000 Nationalisten durch die Frankfurter Innenstadt marschierten. Inspiriert wurde es durch Rock Against Racism im Vereinigten Königreich. Das Festival wurde unter Auflagen erlaubt, eine Demonstration zu der auch der DGB aufgerufen hatte, wurde verboten. 40.000 Demonstranten setzten sich über das Verbot hinweg, worauf die Demonstration dann von der Polizei geduldet wurde und dann tatsächlich ohne Zwischenfälle verlief. [1] Das zweite Rock gegen Rechts-Festival fand am 16./17. Juni 1980 in Frankfurt am gleichen Ort statt. Zeitgleich kam es zu einer Hausbesetzung, und um darüber zu informieren, wurde gegen den Widerstand des Veranstalters vorübergehend die Bühne von den Besetzern gestürmt. In den 1990er Jahren bis heute wird das Motto immer wieder aufgegriffen, um auch kleinere politische Festivals zu organisieren.

Am 2. Dezember 2011 organisierten prominente Musiker wie Udo Lindenberg, Peter Maffay, Julia Neigel, Silly und Clueso eine Protestaktion gegen den rechtsextremen Terror des NSU und deren Gesinnungshintergrund. Bei dem Benefizfestival für eine „Bunte Republik Deutschland“ in Jena beteiligten sich 50.000 Menschen.[2] Die Aktion wurde innerhalb von 10 Tagen organisiert und fand bundesweit Medieninteresse. Dabei riefen Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin und weitere führende Politiker zur Solidarität auf und gedachten der jüngsten Opfer der Neonazi-Mordserie in einer Schweigeminute. Der Mitteldeutsche Rundfunk übertrug das Geschehen live. Lindenberg sagte auf der Bühne:

„Wenn auch der Anlass eher ein trauriger ist, so freue ich mich doch, dass wir die Künstler-Initiative ‚Rock gegen rechte Gewalt‘ nun nach einigen Jahren wieder ins Leben gerufen haben. Diese Arbeit muss gerade jetzt weitergehen […] Niemand wird uns unsere Bunte Republik in ein schräges Licht bringen, es muss endlich Schluss sein mit dem Nazi-Terror!“

Udo Lindenberg am 2. Dezember 2011[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Demonstration gegen geplanten NPD-Aufmarsch / Veranstaltung "Rock gegen rechts" in Frankfurt am Main, 16. Juni 1979“. Zeitgeschichte in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 12. Dezember 2012)
  2. 50.000 rocken gegen Rechts, Spiegel Online vom 3. Dezember 2012
  3. Rock 'n' Roll-Arena Jena – Für die bunte Republik Deutschland (Memento vom 1. Januar 2012 im Internet Archive), mdr.de vom 2. Dezember 2011