Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts

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Filmdaten
Deutscher Titel Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts
Originaltitel Rocky IV
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sylvester Stallone
Drehbuch Sylvester Stallone
Produktion James D. Brubaker
Robert Chartoff
Arthur Chobanian
Irwin Winkler
Musik Vince DiCola
Kamera Bill Butler
Schnitt John W. Wheeler
Don Zimmerman
Besetzung

Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts ist der vierte Teil der Rocky-Spielfilmreihe. Sylvester Stallone schrieb das Drehbuch, führte die Regie und spielte gleichzeitig die Hauptrolle.

Nachdem sein Freund und ehemaliger Gegner, der Boxer Apollo Creed, während eines Schaukampfes durch den sowjetischen Boxer Ivan Drago tödlich verletzt wird, sinnt Rocky Balboa auf Rache und lässt sich auf einen Rückkampf in Moskau ein. Um sich mit Ivan Drago messen zu können, zieht er sich in eine Holzhütte in Sibirien zurück und trainiert in der eisigen Wildnis.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film knüpft nahtlos an Rocky III an. Rocky Balboa ist nach wie vor Boxweltmeister und genießt seine Popularität und seinen Reichtum.

Doch dann taucht in den USA eine sowjetische Delegation mit dem russischen Boxer Ivan Drago auf, um einen Schaukampf gegen den Weltmeister zu absolvieren, weil „ein Sieg über den Weltmeister der USA eine gute Sache für die Sowjetunion ist“. Drago, ein eiskalter Hüne mit über 2,00 m Körperlänge, ist eine mit stahlharten Muskeln bepackte Kampfmaschine. Der Leiter der Delegation demonstriert in einem eindrucksvollen Test, dass Dragos Faust alles zertrümmert, was sie trifft.

Rocky willigt in den Kampf ein, lässt sich dann aber von Apollo Creed überreden, dass dieser statt Rocky den Schaukampf austrägt. Einerseits schuldet er Creed noch einen Gefallen aufgrund des Trainings gegen Clubber Lang, andererseits möchte Creed als „alternder Star“ noch einmal das Gefühl genießen, im Boxring zu stehen. Rocky gibt trotz seiner Bedenken nach – und ist damit indirekt Auslöser für das folgende Unheil. Was nur ein Showkampf werden sollte, endet für Apollo Creed tödlich, denn dieser hat gegen Dragos Kraft keine Chance. Nach mehreren mörderischen Treffern gegen den Kopf geht Creed zu Boden, bleibt zuckend liegen und verstirbt noch im Ring. Sein Tod lässt Ivan Drago völlig kalt („Wenn er tot ist, ist er tot!“).

Rocky möchte Creed rächen und darüber hinaus der Welt und auch sich zeigen, dass Ivan Drago nicht unbesiegbar ist. Darum willigt er ein, zu einem erneuten Boxkampf anzutreten – obwohl dieser in der Sowjetunion und nur nach den Bedingungen der Russen stattfinden soll. Zusammen mit Duke absolviert er ein ausgiebiges Training mit altertümlichen Methoden in einer Berghütte und im eisigen Schnee, während Ivan Drago gleichzeitig nach modernsten Methoden trainiert und auch gedopt wird.

Am Tag des Kampfes schlägt Rocky Balboa in der ausverkauften Arena eine Welle des Hasses entgegen. Doch die Stimmung wandelt sich mit jeder Runde, die Rocky durchsteht, und mit jedem weiteren Treffer, den er bei Drago landen kann. Es entbrennt ein harter Kampf, bei dem beide Boxer bis zur völligen Selbstaufgabe und auf volles Risiko kämpfen. In der zweiten Runde schafft es Rocky, seinen Gegner mit harten Treffern zu beeindrucken, auch in der sechsten und achten Runde kann er Drago schwer treffen. Alle anderen der ersten neun Runden verlaufen klar zu seinen Ungunsten, und meist kann er sich kaum in die Pause retten. Ab der zehnten Runde ist der Kampf dann ausgeglichen und Rocky schafft es tatsächlich: In der fünfzehnten und letzten Runde besiegt er die russische Kampfmaschine durch KO und gewinnt die Herzen der russischen Zuschauer, die ihn bejubeln und als Sieger feiern.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Darsteller Sprecher
Robert „Rocky“ Balboa Sylvester Stallone Thomas Danneberg
Adrianna „Adrian“ Pennino Balboa Talia Shire Reha Hinzelmann
Paulie Pennino Burt Young Gerd Duwner
Apollo Creed Carl Weathers Engelbert von Nordhausen
Ludmilla Vobet Drago Brigitte Nielsen Heike Schroetter
Tony „Duke“ Evers Tony Burton Heinz Theo Branding
Nicoli Koloff Michael Pataki -
Manuel Vega James Green Friedrich G. Beckhaus
Ivan Drago Dolph Lundgren Helmut Krauss

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film erhielt im Jahr 1986 fünf Goldene Himbeeren (Auszeichnung für die schlechtesten Leistungen): Sylvester Stallone als Schauspieler und als Regisseur, Brigitte Nielsen in zwei Kategorien sowie Vince DiCola für die Filmmusik. Er wurde in vier weiteren Kategorien für die Goldene Himbeere nominiert: Sylvester Stallone als Drehbuchautor, die Filmproduzenten, Burt Young und Talia Shire.
  • Dolph Lundgren gewann im Jahr 1985 einen Preis des Festival International du Cinéma de l'Université de Napierville in der Kategorie Bester Komödienschauspieler.
  • Der Film erhielt 1986 die Goldene Leinwand.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Szenen in Sibirien wurden in Wyoming gedreht. Die Holzhütte lag in Jackson Hole; viele Außenszenen wurden im Grand-Teton-Nationalpark gedreht. Der Endkampf zwischen Balboa und Drago wurde im PNE Agrodome in Vancouver aufgenommen.
  • Rocky IV hat von allen Rocky-Filmen das höchste Einspielergebnis mit 128 Mio. Dollar in den Vereinigten Staaten (300 Mio. weltweit).
  • In Rocky IV hatte Carl Weathers seinen vierten und letzten Auftritt als Apollo.
  • Von einem kurzen Auftritt in James Bond 007 – Im Angesicht des Todes abgesehen, hat hier Dolph Lungren seine erste Filmrolle.
  • Rocky IV ist der erste Teil der Saga ohne Burgess Meredith, der Rockys betagten Trainer Mickey spielte.
  • Survivor lieferten wie auch im dritten Teil ihre Musik zum Soundtrack.
  • Die Rückblickszene wurde mit dem Lied No Easy Way Out von Robert Tepper unterlegt.
  • Die Trainingszene und der Abspann wurde mit dem Lied Hearts on Fire von John Cafferty & The Beaver Brown Band unterlegt.
  • Dies ist der einzige Rocky-Film, der an nur zwei Stellen (Rocky auf dem Berg, Rocky nach dem K.O.-Sieg gegen Drago) Musik von Bill Conti enthält.
  • Im Kinotrailer ist eine Szene zu sehen, die letztlich dem Schnitt zum Opfer fiel (Rocky bei der Boxkommission).
  • Stallone musste laut eigener Aussage nach einem Schlag von Dolph Lundgren während der Dreharbeiten eine Woche im Krankenhaus verbringen.
  • Im Originalton ist beim Schlusskampf ein Kommentar des deutschen Reporters zu hören.
  • James Brown hatte in diesem Film einen Cameo-Auftritt.
  • Der finnische Regisseur Aki Kaurismäki, der Sylvester Stallone nach eigenen Aussagen verachtete, parodierte den Film 1986 in seinem Kurzfilm Rock'y VI.
  • Im Jahr 2014 widmete arte unter dem Titel Rocky vs Ivan - Propagandaschlacht im Ring dem Film eine Dokumentation.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Vierter Teil der Boxersaga, der sich auf naive Weise um einen sportlichen Brückenschlag zwischen Ost und West bemüht, mit seinem polternden Chauvinismus und seinen infantilen Rußlandklischees aber nur noch lächerlich wirkt. Aufschlußreich als Kommentar zum neuerwachten US-amerikanischen Selbst- und Sendungsbewusstsein unter der Reagan-Regierung Mitte der 80er Jahre.“

Lexikon des internationalen Films[3]

„Das hätte vielleicht ein ganz lustiger Kommunistenfresser-Comic werden können, aber Stallone hat ein biertischernstes Anliegen ... nachdem die Jubelrussen in der Moskauer Arena die Fronten gewechselt haben, kommt er ihnen mit Entspannung: Es sei besser, zwei Männer prügelten sich im Ring, als daß sich 20 Millionen gegenseitig umbrächten. Alles nicht der Rede wert, wenn "Rocky IV", der diese Woche bei uns seinen Massenstart hat, nicht auf dem Weg zum – nach Kasse – erfolgreichsten Film der Kinogeschichte wäre.“

Der Spiegel[4]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://imdb.com/character/ch0002248/bio
  2. http://imdb.com/character/ch0002250/
  3. Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts im Lexikon des internationalen Films
  4. Polit-Porno vom Italo-Hengst, Der Spiegel 7/1986 vom 10. Februar 1986