Rossebändiger (Berlin)

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Berliner Schloss und Lustgartenterrasse um 1900, im Hintergrund links die Rossebändiger

Die Rossebändiger sind zwei Denkmäler, die sich von 1846 bis 1950 auf der Lustgartenterrasse des Berliner Schlosses befanden, wo sie mit den Pferdefiguren am Alten Museum korrespondierten. Bei der Sprengung des Schlosses wurden sie in den Kleistpark versetzt.

Rossebändiger vor dem Portal IV des Stadtschlosses

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Nordfassade des Berliner Schlosses wurde 1846 die Lustgartenterrasse fertiggestellt. Sie bestand aus einem größeren Westteil mit der Adlersäule und einem kleineren Ostteil mit den Rossebändigern. Die rund vier Meter hohen Bronzefiguren sind ein Werk des deutschbaltischen Bildhauers Peter Clodt von Jürgensburg und waren ein Geschenk des Zaren Nikolaus I. für Friedrich Wilhelm IV. Dieser ließ sie vor dem Portal IV des Stadtschlosses aufstellen, wo sie mit den Pferdefiguren vor dem Alten Museum korrespondierten. Nachdem die Rossebändiger den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstanden hatten, wurden sie bei der Sprengung des Schlosses 1950 in den Kleistpark versetzt.

Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldtforum wird über eine Rückkehr der Rossebändiger diskutiert.[1] Dafür spricht sich laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap auch die große Mehrheit der Deutschen (44 %) und der Berliner (51 %) aus.[2]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer den beiden Rossebändigern für die Lustgartenterrasse des Berliner Schlosses schuf Peter Clodt von Jürgensburg noch zwei für den Königlichen Palast in Neapel und weitere vier für die Anitschkow-Brücke in St. Petersburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Bloch (Hrsg.): Ethos und Pathos – Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914. Ausstellungskatalog. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1990, ISBN 978-3-7861-1597-7, S. ?.
  • Peter Bloch (Hrsg.): Ethos und Pathos – Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914. Beiträge. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1990, ISBN 978-3-7861-1598-4, S. ?.
  • Albert Geyer: Die Geschichte des Schlosses zu Berlin (1443–1918). Nicolai Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-89479-628-0, S. ?.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rossebändiger (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.welt.de/sonderthemen/humboldtforum/article142126270/Fuenf-Fuersten-zwei-Rossebaendiger-und-ein-Brunnen.html
  2. http://www.bz-berlin.de/landespolitik/umfrage-haelfte-der-berliner-ist-gegen-das-einheitsdenkmal