Sötenich

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Koordinaten: 50° 31′ 28″ N, 6° 33′ 25″ O

Sötenich
Gemeinde Kall
Höhe: ca. 400–420 m ü. NHN
Einwohner: 978 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Eingemeindet nach: Kall
Postleitzahl: 53925
Vorwahl: 02441
Fritz von Wille: Sötenich, 1895

Fritz von Wille: Sötenich, 1895

Sötenich ist ein Ortsteil der Gemeinde Kall im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen.

Durch den Ort fließt die Urft. Sötenich verfügt über einen Kindergarten und die katholische Kirche St. Matthias. Mit etwa 980 Einwohnern ist Sötenich der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Kall. Sötenich ist durch seine Kalksteinbrüche und das Zementwerk bekannt und verleiht der Sötenicher Kalkmulde ihren Namen.

Nördlich und südlich der Ortschaft verläuft der Rest der römischen Eifelwasserleitung. Der Ort wird daher auch vom Römerkanal-Wanderweg tangiert.

Sötenich, Luftaufnahme (2015)
Sötenich mit Zementwerk, Luftaufnahme (2015)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde zur Römerzeit als „Suetoniacum“ gegründet. Er hieß im 16. Jahrhundert „Sötrich“. 1405 wird ein „Johann von Sötenich“, ein Jülicher Burgmann zu Münstereifel, erwähnt.

Seit dem 19. Jahrhundert war der Ort Sötenich in zwei politische Gemeinden mit dem Namen Sötenich geteilt, von denen die eine zur Bürgermeisterei Kall und die andere zur Bürgermeisterei Keldenich des Kreises Schleiden gehörte. In den 1930er Jahren wurden die beiden Sötenicher Gemeinden mit der Gemeinde Rinnen zu einer Gemeinde Sötenich zusammengeschlossen.[2][3][4]

Im Zweiten Weltkrieg kam es zu großen Zerstörungen, so dass auch die 1872 errichtete Kirche von 1951 bis 1952 neu errichtet werden musste.

Am 1. Juli 1969 wurde Sötenich nach Kall eingemeindet.[5]

Im Oktober 2012 wurde mit dem Urteil des Landgerichts Aachen im so genannten „Eifelmord“-Prozess festgestellt, dass in Sötenich ein heimtückischer Mord geschah.[6][7][8] Aufgrund der Unterstützung, die der Mörder im Dorf nach der Tat erhielt, titelten Boulevardzeitungen über Sötenich mit Bezeichnungen „Das Eifeldorf mit dem tödlichen Geheimnis“[9], „Das halbe Dorf vertuschte die Tat“[10] und „Das ist die mörderische Dorfgemeinschaft“.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot über goldenem Dreiberg ein schräggestelltes silbernes, goldgestieltes Beil.“

Wappenerklärung: Der goldene Dreiberg weist auf die Lage Sötenichs als Bergdorf hin, das goldgestielte Beil in Rot ist das Attribut des Orts- und Pfarrpatrons, des heiligen Apostels Matthias, der mit dem Beil enthauptet wurde, die Farbe Rot steht für sein Martyrium.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte trifft die Landesstraße 203 auf die Landesstraße 204. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Nettersheim auf der Bundesautobahn 1.

In der Nähe befinden sich die DB-Bahnhöfe Kall (2 km) und Urft (3 km).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Kall: Einwohner nach Ortsteilen, abgerufen am 2. Februar 2017
  2. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Band XII. Provinz Rheinland. Verlag des Königlichen statistischen Bureaus, Berlin 1888, S. 222–223 (Digitalisat [PDF; 1,3 MB; abgerufen am 29. November 2016]).
  3. Gemeindeverzeichnis Kreis Schleiden 1930
  4. Gemeindeverzeichnis Kreis Schleiden 1939
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 100.
  6. Christian Schwerdtfeger: Wenn ein Dorf den Mörder deckt. In: RP online. 23. Oktober 2012, abgerufen am 27. Februar 2014.
  7. Ronald Larmann: Mord in Sötenich. „Lebenslang“ für Ralf Schiesberg. In: Kölnische Rundschau. 22. Oktober 2012, abgerufen am 27. Februar 2014.
  8. Ronald Larmann: Mordprozess. „Nimm sie und flex’ sie durch“. In: Kölnische Rundschau. 1. Oktober 2012, abgerufen am 27. Februar 2014.
  9. Iris Klingelhöfer: Kall-Sötenich: Das Eifeldorf mit dem tödlichen Geheimnis. In: Express (Bonn). 5. Oktober 2012, abgerufen am 27. Februar 2014.
  10. Das halbe Dorf vertuschte die Tat. „Eifelmord“-Urteil – lebenslänglich für Ralf S.! In: bild.de. 22. Oktober 2012, abgerufen am 27. Februar 2014.
  11. Birgit Begass: Das ist die mörderische Dorfgemeinschaft. In: bild.de. 23. Oktober 2012, abgerufen am 27. Februar 2014.