Michendorf

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde Michendorf; der Ortsteil Michendorf wird unter Michendorf (Michendorf) beschrieben.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Michendorf
Michendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Michendorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 19′ N, 13° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 68,7 km²
Einwohner: 12.178 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14552
Vorwahlen: 033205,
033204 (Stücken)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 397
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Potsdamer Straße 35–37
14552 Michendorf
Webpräsenz: www.michendorf.de
Bürgermeister: Reinhard Mirbach (CDU)
Lage der Gemeinde Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Ortsteile und Nachbargemeinden der Gemeinde Michendorf

Michendorf ist eine amtsfreie Gemeinde[2] im Osten des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg südlich von Potsdam. Die heutige (Groß-)Gemeinde entstand erst 2003 durch den gesetzlich verordneten Zusammenschluss der sechs amtsangehörigen Gemeinden des von 1992 bis 2003 existierenden Amtes Michendorf. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu Potsdam, der Bahnanbindung nach Berlin und den Anschlüssen an die Autobahnen A 10 und A 115 (über den Anschluss Saarmund) haben insbesondere die Ortsteile Michendorf und Wilhelmshorst seit der Wiedervereinigung einen stetigen Einwohnerzuwachs erlebt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michendorf liegt in einem ausgedehnten Waldgebiet etwa neun Kilometer südlich von Potsdam. Die Ortsteile Fresdorf, Stücken und Wildenbruch liegen im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Im Süden grenzt die Gemeinde an den Großen Seddiner See. Im westlichen Teil des Gemeindegebietes liegen der Große und der Kleine Lienewitzsee. Im Süden gehören der Fresdorfer See, das Poschfenn und der Katzwinkel zum Gemeindegebiet.

Die Gemeinde grenzt im Nordwesten und Norden an die Gemeinde Schwielowsee und an die Landeshauptstadt Potsdam, im Osten an die Gemeinde Nuthetal und im Südosten an die Stadt Trebbin, im Süden an die Stadt Beelitz und im Südwesten und Westen an die Gemeinde Seddiner See. Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 68,51 km².

Das Gebiet der Gemeinde Michendorf gehört geologisch und geomorphologisch zum glaziären Aufschüttungsgebiet des nördlichen Mitteleuropas und ist Teil der naturräumlichen Großeinheit Mittelbrandenburgische Platten und Niederungen. Diese kennzeichnet sich durch die Abfolge von meist flachen Grundmoränenplatten, hügeligen Endmoränen, schwach geneigten bis flachen Sander- und Talsandflächen sowie eingesenkten Niederungen und Tälern. Naturräumliche Untereinheiten bilden die Beelitzer Heide und die Nuthe-Notte-Niederung.

Die Gemarkungen der Ortsteile Wilhelmshorst, Michendorf sowie die westlichen Gebiete von Langerwisch und Wildenbruch liegen im nordöstlichen Teil der naturräumlichen Haupteinheit Beelitzer Heide, die durch flache Grundmoränenflächen (z.B. Michendorf), Talsandflächen (z.B. westlich des Großen Seddiner Sees) sowie Stauch- und Endmoränenflächen (z.B. westlich der Lienewitzseen) geprägt ist.

Der naturräumlichen Haupteinheit Nuthe-Notte-Niederung sind die Gemarkungen der Ortsteile Fresdorf, Stücken und die östlichen Teile von Langerwisch und Wildenbruch zuzuordnen. Hier handelt es sich um eine stark verzweigte, feuchte Niederungslandschaft, aus der sich verschiedene, meist flachwellige Grundmoränenflächen erheben (z.B. östliche Gemarkung Wildenbruch). Ihnen sind verschiedene Stauchmoränenkuppen und -rücken aufgesetzt, u.a. der Ziebchenberg (Wildenbruch), die Grämitzberge, der Stertberg sowie der Kesselberg (Fresdorf). Diese bilden den Hügelzug der Saarmunder Endmoräne, die mit dem Großen Ravensberg bei Potsdam bis zu 116 m ü.N.N. aufragt, während sonst die Höhenlage der Stauchmoränen zwischen 45 und 60 m schwankt. Die Niederungen weisen eine durchschnittliche Höhe von 30 bis 40 m auf.

Die Gesamtwaldfläche in der Gemeinde Michendorf beträgt 2.941 ha (43 % des Gemeindegebietes). Der Waldbestand teilt sich etwa zur Hälfte auf die dominierenden Eigentumsarten Privatwald und Landeswald auf. Für die Bewirtschaftung des Landeswaldes ist der Landesbetrieb Forst Brandenburg zuständig. Die Oberförsterei Potsdam betreut den größeren Waldanteil mit 1.892 ha. Weitere Waldanteile befinden sich in der Zuständigkeit der Oberförsterei Ferch (1.049 ha). Der überwiegende Teil der Privatwaldbesitzer ist Mitglied in den Forstbetriebsgemeinschaften „Fresdorfer Heide“ oder „Märkische Heide“. Die weiteren Eigentumsarten Treuhandwald, Kommunalwald, Bundeswald und Eigentum sonstiger Körperschaften spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Gegenwärtig wird ein Großteil der Forstflächen von Nadelwaldbeständen eingenommen, in denen die Kiefer dominiert. Allgemeines Ziel bei Neuaufforstungen ist der Umbau der monotonen Kiefernbestände zu Mischbeständen, soweit es die standörtlichen Gegebenheiten zulassen (Waldumbau).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Michendorf besteht aus den folgenden sechs Ortsteilen[2]: (Einwohner am 31. Dezember 2013)[3]

Zum Ortsteil Wildenbruch gehören die bewohnten Gemeindeteile Bergheide, Lehnmarke und Six. Sie sind zwar räumlich von den übrigen Teilen Wildenbruchs abgegrenzt, besitzen aber keinen Ortsteilstatus gemäß Brandenburgischer Kommunalverfassung.

Darüber hinaus gehören zu den sechs Ortsteilen die historisch gewachsenen sogenannten Wohnplätze ohne Rechtsstatus:

Alt Langerwisch, Neu Langerwisch, Galgenberg, Gut Breite, Lienewitz, Siedlung Michendorf West, Siedlung Willichslust, Tannenhof, Teufelshorn, Waldhaus und Weinberg[4].

Siedlungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der innerhalb des Berliner Autobahnrings gelegene Gemeindeteil mit den Ortsteilen Wilhelmshorst, Michendorf und Langerwisch, trotz ausgedehnter Waldflächen suburban von Potsdam geprägt ist, haben die südlich gelegenen, kleinen Ortsteile Fresdorf und Stücken bereits deutlich ländlichen Charakter.

Die unterschiedliche Siedlungsstruktur und die politische Entwicklungsgeschichte der im Jahr 2003 entstandenen Gebietskörperschaft Gemeinde Michendorf lässt Probleme beim Zusammenwachsen der Ortsteile wegen individueller Ortsteilsinteressen aufwerfen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Ortsteils Michendorf
Wappen des Ortsteils Wilhelmshorst

Die Geschichte der (Groß-)Gemeinde ist bis 1992 die Geschichte ihrer sechs Einzelgemeinden, welche einige Gemeinsamkeiten aufweist, aber auch deutliche Unterschiede. Alt Langerwisch und Neu Langerwisch fusionierten 1928 zur Gemeinde Langerwisch. Die sechs im Mittelalter angelegten Orte wurden 1375 zur historischen Landschaft der Zauche gerechnet. Der daraus entstandene Zauchische Kreis wurde 1816/7 mit dem zuvor kursächsischen Amt Belzig zum Zauch-Belzigschen Kreis (später Landkreis Zauch-Belzig genannt) vereinigt. In der Kreisreform von 1952 aufgelöst, kamen die damals schon sechs Gemeinden zum Kreis Potsdam-Land und 1993 im Zuge der Kreisreform im Land Brandenburg zum Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Alle sechs mittelalterlichen Dörfer, Fresdorf, Alt Langerwisch, Neu Langerwisch, Michendorf, Stücken und Wildenbruch waren ursprünglich markgräflicher Besitz.

  • Fresdorf war immer markgräftlich und gehörte zunächst zur Vogtei Beelitz, die sehr früh mit der Vogtei Saarmund vereinigt worden war.
  • Alt Langerwisch gehörte als markgräflicher Besitz immer zur Vogtei bzw. Amt Saarmund.
  • Neu Langerwisch war nur bis 1285 landesherrlich, es kam in diesem Jahr an das Domkapitel in Brandenburg als Oberlehensherr. Lehensinhaber waren: 1285 die v. Barby, vor 1375 bis 1545 die v. Schönow, 1545-48 Domkapitel, 1548 bis 1667 v. Pfuel, danach wiederkäuflich an de la Chaise. Nach dessen Tod 1671 vom Kurfürsten eingezogen und dem Amt Potsdam zugeordnet.
  • Michendorf wurde als landesherrlicher Besitz von der Vogtei bzw. vom Amt Saarmund verwaltet.
  • Stücken gehörte als markgräflicher Besitz noch bis 1524 zur Vogtei bzw. Amt Saarmund. 1482 war das Dorf zunächst pfandweise der Familie von Thümen zu Lehen gegeben worden, 1524 wurde der Besitz erblich. Stücken gehörte ursprünglich zur Vogtei Beelitz.
  • Eine Sonderstellung nimmt Wildenbruch ein, das bereits 1375 im Besitz der v. Rochow als markgräfliches Lehen war. 1414 bis 1416 hatte Friedrich I. das Lehen kurzzeitig eingezogen, weil sich die v. Rochow gegen ihn gestellt hatten.

1907 bildete sich aus der Kolonie Wilhelmshorst die Gemeinde Wilhelmshorst. Alt und Neu Langerwisch schlossen sich 1928 zur Gemeinde Langerwisch zusammen.

1992 wurde das Amt Michendorf gegründet,[5] in dem sich die späteren Ortsteile Fresdorf, Langerwisch, Michendorf, Stücken Wildenbruch und Wilhelmshorst, damals noch selbständige Gemeinden zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Jede Gemeinde blieb jedoch selbständig mit einem eigenen (ehrenamtlichen) Bürgermeister und Gemeinderat. Im Rahmen der Gemeindereform 2003 in Brandenburg, wurden die sechs amtsgehörigen Gemeinden per Gesetz zur neuen Großgemeinde Michendorf zusammengeschlossen.[6] Der Zwangszusammenschluss wurde von der namengebenden Gemeinde Michendorf vor dem Verfassungsgericht des Landes Brandenburg angefochten. Die Kommunale Verfassungsbeschwerde der Gemeinde Michendorf wurde jedoch 2005 „teils verworfen, im übrigen zurückgewiesen“.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 277
1890 483
1910 1 147
1925 1 408
1933 1 941
1939 2 526
1946 3 055
1950 3 070
1964 2 990
1971 2 884
Jahr Einwohner
1981 2 690
1985 2 620
1989 2 622
1990 2 602
1991 2 557
1992 2 503
1993 2 498
1994 2 514
1995 2 569
1996 2 649
Jahr Einwohner
1997 3 039
1998 3 257
1999 3 478
2000 3 748
2001 3 729
2002 3 765
2003 10 641
2004 10 945
2005 11 163
2006 11 350
Jahr Einwohner
2007 11 530
2008 11 614
2009 11 699
2010 11 805
2011 11 766
2012 11 903
2013 11 927
2014 12 128

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[8][9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 33,5 %
 %
30
20
10
0
25,1 %
23,7 %
16,8 %
13,6 %
11,1 %
9,6 %
FBL/UWG
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,4 %p
+5,0 %p
+0,7 %p
+0,1 %p
-0,6 %p
-4,8 %p
FBL/UWG
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Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister.

  • Bürgermeister: Reinhard Mirbach (CDU)

(Stand: Kommunalwahlen in Brandenburg 2014)

Nur 33,5 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur letzten Kommunalwahl zur Wahl[10]. Damit ist die Gemeindevertretung von Michendorf diejenige in Brandenburg, die mit der geringsten Wahlbeteiligung gewählt wurde.

Vorsitzende der Gemeindevertretung ist Silvia Zander (Freie Bürgerliste/Unabhängige Wählergemeinschaft).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 17. Dezember 2011 ist Reinhard Mirbach (CDU) Bürgermeister der Gemeinde. Er wurde am 25. September 2011 mit 60,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtsdauer von acht Jahren gewählt.[11] Bis zu seiner Wahl war er als Sachbearbeiter im Bundeskanzleramt in Berlin tätig.

Seine Vorgängerin, Cornelia Jung (parteilos), war nicht nur acht Jahre Bürgermeisterin, sondern auch Amtsvorsteherin des ehemaligen Amtes Michendorf.

Landtags- und Bundestagsabgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michendorf gehört zum Wahlkreis 18 - Potsdam-Mittelmark - bei den Landtagswahlen. Bei den letzten Wahlen am 14. September 2014 wurde Günter Baaske (SPD) direkt in den Landtag gewählt. Der zweitplatzierte Ludwig Burkardt (CDU) wurde über die Landesliste der CDU in den Landtag gewählt.

Für die Bundestagswahlen gehört Michendorf zum Wahlkreis „Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming“. Hier wurde am 22. September 2013 Katherina Reiche (CDU) in den Bundestag gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. Dezember 2005 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber gespalten und halb geteilt; vorn am Spalt ein halber brandenburgischer goldenbewehrter und rotgezungter Adler mit goldenem Kleestengel auf dem Flügel; hinten oben zwei ungleich hohe, wachsende grüne Kiefern mit schwarzen Stämmen; hinten unten fünf eng gesetzte blaue Wellenbalken.“[12]

Die Ortsteile Michendorf und Wilhelmshorst verfügen über eigene Wappen, die sie führten, als sie noch eigenständige Gemeinden waren.

Die Nutzung aller drei Wappen ist durch die Wappennutzungs-Satzung vom 24. Oktober 2011 der Gemeinde Michendorf vorbehalten[13]. Dritte können unter bestimmten Voraussetzungen die Nutzung der Wappen beantragen. Eine Nutzung durch Parteien und Wählervereinigungen ist generell ausgeschlossen. Ein Zitieren der Wappen, d.h. ein Zeigen der Wappen in der Weise, dass damit auf die Gemeinde Michendorf oder die beiden wappenführende Ortsteile verwiesen wird, ist in der Satzung nicht geregelt.

Haushalt und gemeindliche Steuersätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Michendorf hat ein Haushaltsvolumen von rund 21 Mio. € (Stand 2014). Die Schuldenlast liegt bei rund zwei Mio. € (Stand 2014), was einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 170 € entspricht. Die Gemeinde hat keine Kassenkredite aufgenommen. Für die Gemeindeverwaltung einschließlich der KITAs arbeiten 185 Mitarbeiter auf 162 Vollzeitstellen (Stand 2014).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen Ortsteilen, außer Fresdorf, gibt es gemeindliche Kitas. Die Anzahl aller Kinder, die sich in den sechs gemeindlichen Kindertagesstätten und in Kindertagesstätten freier Träger sowie in der Tagespflege befinden, liegt bei rund 1.120 (Stand Sept. 2014). Grundschulen gibt es in den Ortsteilen Michendorf, Wilhelmshorst und Wildenbruch. Im Ortsteil Wilhelmshorst ist darüber hinaus eine Oberschule auf dem Schulcampus ansässig. Auf diese in gemeindlicher Trägerschaft befindlichen Schulen gehen insgesamt rund 1.000 Schüler (Stand 2014).

Im Ortsteil Michendorf befindet sich das in kreislicher Trägerschaft befindliche Wolkenberg-Gymnasium, an dem rund 650 Schüler aus den sechs Ortsteilen von Michendorf, aber auch aus Nuthetal und anderen umliegenden Gemeinden lernen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr von Michendorf, die unmittelbar in Trägerschaft der Gemeinde organisiert ist, verfügt über Standorte in jedem Ortsteil.

Für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung in Michendorf ist der Wasser- und Abwasserzweckverband Mittelgraben (WAZV) zuständig, den die Gemeinde Michendorf zusammen mit der Nachbargemeinde Nuthetal gegründet hat.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Michendorf

Der Bahnhof Michendorf an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim wurde wahrscheinlich 1879 eröffnet.[14] In den 1910er Jahren musste er höher gelegt werden und wurde dabei erheblich umgebaut.[15] Zwischen Mai und Juli 1993 war der Bahnhof vorübergehend planmäßiger Haltepunkt der ICE nach Berlin-Lichtenberg, da die Strecke zum Bahnhof Berlin Zoologischer Garten noch nicht elektrifiziert war. In Michendorf bestand Anschluss an einen Pendelzug zum Bahnhof Zoo. Ebenso wurden in Michendorf die von Magdeburg und Hannover kommenden InterCitys von Elektro- auf Dieselloks umgespannt.[16] 2002 wurde er für 220.000 Euro umfassend renoviert. Dabei wurden die Facetten und Fensterbänke im Originalzustand wiederhergestellt.

Am Bahnhof halten meist stündlich die Regionalbahnlinien RB23 (Michendorf – Potsdam Hbf) und RB33 (Berlin-Wannsee – Jüterbog) sowie der Regionalexpress RE7 (Dessau – Belzig – Berlin – Wünsdorf-Waldstadt) des VBBs. 2003 hielten pro Tag 100 Züge, die Zahl der Reisenden und Besucher lag pro Tag bei 1400.[17]

Das Bahnhofsgebäude steht bisher im Eigentum der Bahn Immobilien GmbH. Diese ist aber seit Anfang 2015 bestrebt, es zu verkaufen.

Michendorf liegt an der Bundesstraße 2. Die Bundesautobahn 10 (über den Anschluss Michendorf zu erreichen) und die Bundesautobahn 115 (über den Anschluss Saarmund) führen durch das Gemeindegebiet. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Autobahndreieck Nuthetal.

Wirtschaftsstandort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Michendorf gab 2013 insgesamt 935 gemeldet Gewerbebetriebe. Unter diesen befanden sich sieben Industriebetriebe, 194 Handwerksbetriebe, 173 Handelsbetriebe. Den weitaus größten Bereich machen die sonstigen Betriebe (u.a. selbstständige Gewerbetreibende) mit 561 Betrieben aus. Von allen 935 gemeldeten Gewerbebetrieben hatten 148 Gewerbesteuer zu entrichten.

5 Betriebe entrichteten mehr als 50.000 € Gewerbesteuer im Jahr 2013. Die Mehrheit der 148 gewerbesteuerpflichtigen Betriebe zahlte unter 5.000 € Gewerbesteuer.

Kulturleben und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkkirche von 1742/43

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kulturleben wird vom Kulturbund Michendorf e.V. und den örtlichen Heimat- und Bürgervereinen sowie dem Verein der Freunde und Förderer der Wilhelmshorster Ortsgeschichte geprägt. Seit 2007 gibt es die Kleinbühne Michendorf, die in Michendorf ein eigenes Theater betreibt.

Märkischer Bogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 erscheint die vom Verein Langerwischer Bürger e.V. herausgegebene Zeitschrift Märkischer Bogen.[18]

Nikolauslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jedem Jahr findet in der Vorweihnachtszeit der Nikolauslauf statt.[19]. An ihm nehmen viele hundert Läufer in Nikolauskostümen teil. Er wird vom Laufclub Michendorf (LC Michendorf) organisiert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Michendorf und in der Liste der Bodendenkmale in Michendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Dazu zählen unter anderem:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter R. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil V Zauch-Belzig. 527 S., Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 1977 (S. 267–269).
  • Marie-Luise Buchinger und Marcus Cante: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland Denkmale in Brandenburg Landkreis Potsdam Mittelmark Bd. 14.1 Nördliche Zauche. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009 ISBN 978-3-88462-285-8 (S. 390–401)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Hauptsatzung der Gemeinde Michendorf PDF
  3. Bevölkerungsstatistik vom 31. Dezember 2013 der Website der Gemeinde Michendorf
  4. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg – Gemeinde Michendorf
  5. Bildung der Ämter Michendorf und Nuthe-Urstromtal. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 20. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 38, 15. Juni 1992, S. 744.
  6. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 73
  7. Kommunales Verfassungsbeschwerdeverfahren der Gemeinde Michendorf wegen Eingliederung der Gemeinde Michendorf (Amt Michendorf) in die neugebildete Gemeinde Michendorf
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 22–25
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  10. Wahlbeteiligung Michendorf
  11. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 25. September 2011
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  13. Wappensatzung der Gemeinde Michendorf PDF
  14. Bahninfo, Potsdamer Stadt- und Regionalverkehr
  15. Freunde und Förderer der Wilhelmshorster Ortsgeschichte 125 Jahre Wetzlarer Eisenbahn – Teil 2
  16. Meldung: Es bleibt dabei: Noch kein ICE nach Berlin-Zoo. In: Die Deutsche Bahn. Nr. 5, 1993, S. 425.
  17. DB Station&Service AG. Geschäftsbericht 2003. (PDF-Datei; 1,05 MB) Bahnhof Michendorf, Seite 57.
  18. Märkischer Bogen
  19. Nikolauslauf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien