Scharrel (Neustadt am Rübenberge)

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Scharrel
Wappen von Scharrel
Koordinaten: 52° 31′ 41″ N, 9° 33′ 31″ O
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 10,5 km²[1]
Einwohner: 639 (2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05032
Scharrel (Niedersachsen)
Scharrel

Lage von Scharrel in Niedersachsen

Scharrel ist ein Stadtteil und eine Ortschaft von Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover und liegt rund 8 Kilometer nordöstlich der Kernstadt Neustadt, im sogenannten Neustädter Land.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scharrel liegt innerhalb einer Feld- und Moorlandschaft. Es gehört zum Naturraum Weser-Aller-Flachland und liegt zwischen der Niederung der Leine und dem Otternhagener Moor.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach umfangreichen Nachforschungen wurde herausgefunden, dass die Gründung der Ortschaft Scharrel auf das Jahr 1115 zurückgeht. Der damals, in alten Schriften, erwähnte Scharreler Hof „Sankt Vitshof“ gilt somit als Ursprung des Dorfes. (Anlässlich dieser Ersterwähnung wurde im Jahr 2015 das 900-jährige Bestehen des Ortes gefeiert)[2][3]

Erste urkundliche Erwähnungen fand man in Schriften des Klosters Loccum im Jahre 1313, mit der Schreibweise Scharle. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts (1599) gab es einen Vollmeier-, sechs Halbmeier- und sieben Kötnerhöfe, die meist dem Amt Neustadt, teils der Kirche zu Basse und Mandelsloh oder der Familie v. Campe(n) in Poggenhagen als Gutsherren abgabepflichtig waren. Der Zehnte ging an das Kloster Loccum. Der nahegelegene Forst „Lindenburg“ wurde zu der damaligen Zeit von Scharrel aus verwaltet; der heutige Hofname „Voges-Hof“ weist darauf hin, dass das Holzvogtsamt auf diesem Hof ausgeübt worden war.

Zusammen mit dem benachbarten Metel bildete Scharrel eine Kapellengemeinde, mit der Kapelle in Metel. Spätestens seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde im Dorf Schulunterricht erteilt. Das frühere Schulhaus wurde 1901 in ein durchaus stattliches Gebäude umgebaut.

Um 1940 lebten etwa 310 Personen in Scharrel, in rund 60 Wohngebäuden. Seit dem 1. März 1974 ist Scharrel ein Ortsteil von Neustadt.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gemeinsame Ortsrat von Averhoy, Basse, Metel, Otternhagen und Scharrel setzt sich aus zwei Ratsfrauen und neun Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 19 beratende Mitglieder.[5][6]

Sitzverteilung:

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Wilfried Schneider (CDU). Sein Stellvertreter ist Uwe Münkel (UWG NRÜ).[5][6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kommunalwappen von Scharrel wurde anlässlich des 900-jährigen Bestehens eingeführt. Das Wappen und die untere Flagge sind durch eine Gruppe von Scharreler Bürger aufgrund umfangreicher Recherchen entworfen worden und wurden nach Begutachtung durch den Heraldiker Karl-Heinz Wiebrock,[7] unter Berücksichtigung heraldischer Vorgaben, entsprechend gestaltet und angefertigt. Das Wappen wurde am 18. November 2014 dem Dorfgremium vorgestellt und einstimmig angenommen.[8]

Wappen von Scharrel
Blasonierung:Geteilter Schild. Oben in Silber eine stilisierte, gezinnte grüne Burg, darüber zwei gekreuzte, dreiblättrige grüne Lindenzweige; untere Hälfte gespalten, vorn in Gold ein roter Karrenpflug mit zwei silbernen Pflugscharen, hinten in Rot zwei gekreuzte silberne Torfspaten.“[8]
Wappenbegründung: Im oberen weißen (silbernen) Wappenteil weist die stilisierte grüne Burg und die gekreuzten grünen Lindenzweige auf den nahegelegenen Forst „Lindenburg“ hin. Im unteren korngelben (goldenen) Wappenteil steht ein roter Karrenpflug als Sinnbild für den landwirtschaftlichen Ursprung des Ortes. Die gekreuzten weißen Torfspaten auf rotem Grund symbolisieren den traditionellen Torfabbau. Die rote Farbe steht in der Heraldik auch für die Farbe braun und deutet in diesem Fall auf das Moor.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Flaggengrund dienen die übereinander angeordneten Farben Grün/Weiß/Grün. In der Flaggenmitte liegt der Wappenschild des Ortes.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft des Ortes ist durch Kleinbetriebe geprägt. Zu den größten Arbeitgebern zählen ein seit April 2007 in der Kernstadt ansässiges Industrie-Elektronik-Unternehmen und ein Landtechnikbetrieb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Kühnhold: Basse – Gohgrafschaft, Vogtei, Kirchspiel. Ein Beitrag zur Geschichte und Heimatkunde des Kreises Neustadt am Rübenberge. Sicius, Neustadt 1909.
  • Die Kunstdenkmale des Kreises Neustadt am Rübenberge. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1958.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unsere Ortschaften stellen sich vor – Otternhagen/Scharrel. In: Internetseite der Stadt Neustadt am Rübenberge. 2016, abgerufen am 15. November 2017.
  2. 900 Jahre Geschichte auf 224 Seiten. In: Neustädter Zeitung. 29. April 2015, abgerufen am 21. November 2017.
  3. Der Vitshof schreibt Lokalgeschichte. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 20. Februar 2015, abgerufen am 21. November 2017.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  5. a b Ortsrat der Ortschaft Otternhagen/Scharrel. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt am Rübenberge. Abgerufen am 10. November 2017.
  6. a b Mandatsträger der Stadt. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt am Rübenberge. Abgerufen am 10. November 2017.
  7. Wappenentwürfe von Karl-Heinz Wiebrock. Auf: Wikimedia Commons, abgerufen am 21. November 2017.
  8. a b Patenschafts-Gremium der Ortschaft Scharrel (Hrsg.): Scharrel. Die Dorfchronik. Scharrel Juli 2015.