Schloßfreiheit

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Dieser Artikel behandelt einen Platz in Berlin. Zur Rechtsform eines schlossnahen Wohngebiets siehe Schlossfreiheit.
Blick über Schloßbrücke auf Berliner Stadtschloss und einstige Häuserzeile der Schlossfreiheit
Schloßfreiheit auf einem Plan der Spree-Insel

Schloßfreiheit ist der alte Name des Platzes zwischen dem Berliner Stadtschloss und dem Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal (beide Bauwerke 1950 abgerissen). Der Platz wird heute seinem Namen nach dem Schloßplatz, der ursprünglich das Schloss ausschließlich südlich flankierte und momentan als Namen für den Standort des ehemaligen Schlosses und der südlich und westlich begrenzenden Platzflächen verwendet wird, zugeschlagen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da sich Friedrich Wilhelm mehr Leben am Schloss wünschte, wies er 1671 per Erlass die Bebauung am Ufer des Spreekanals unmittelbar beim Berliner Stadtschloss an.[1] Im Jahr 1672 wurde eine Zeile von zehn Häusern als Schlossfreiheit gebaut. Durch den sumpfigen Untergrund war die Errichtung der Häuser sehr teuer, weshalb Wilhelm einige Freiheiten gewährte: die Befreiung vom Grundzins, vom Wachdienst und von militärischen Einquartierungen sowie die Gewerbefreiheit. Im Gegenzug erwartete er, dass Personen aus dem Gefolge von Gästen des Hofes untergebracht werden.[1]

In den Häusern wohnten Hofleute und Adlige unter der Rechtsform der Burgfreiheit bis zur Bildung der Königlichen Residenz Berlin im Jahr 1709. Außerdem siedelte sich hier später das Café Josty an sowie das opulente, Richtung Marstall gelegene Café Helms, auch eine Tapetenfabrik ist auf alten Darstellungen zu sehen. Die Gewerbeansiedlungen profitierten wie auch eine nachweisbare Schankwirtschaft, die bereits 1676 eröffnet hatte, von der Gewerbefreiheit.[1] Die Häuser wurden mehrfach erweitert und umgebaut, bestanden aber im Prinzip bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. 1844 vereinbarten die Hausbesitzer eine Zahlung von insgesamt 1000 Talern pro Jahr, um sich von der Pflicht der Unterbringung von Gästen des Hofes zu entbinden.[1] Die Lage der Schlossfreiheit war mittlerweile u. a. durch den barocken Ausbau des Schlosses zum Privileg geworden.

Abriss der alten Schloßfreiheit 1896

Kaiser Wilhelm II. missfielen diese relativ kleinen Häuser, die den Blick auf das Berliner Stadtschloß verstellten, ganz außerordentlich. Für den Bau des Nationaldenkmals für seinen Großvater Kaiser Wilhelm I. wurden sie ab Juni 1894 abgerissen.[1]

Rechtschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amtliche Umbenennung wieder in Schloßplatz geschah 1994, also vor der ß-Rechtschreibreform. Zwar müsste es nach dieser Reform Schlossplatz heißen, aber bisher erfolgte keine Änderung des Straßen- bzw. in diesem Fall Platznamen. Ähnliches gilt für weitere Schloß-Phrasen wie beispielsweise Schloßbrunnen, -freiheit, -brücke im Zusammenhang mit dem Berliner Stadtschloss. Diese Eigennamen werden hier so verwendet, wie sie jeweils nach der zu ihrer Zeit, aktuellen gültigen Rechtschreibung verwendet wurden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Maritta Tkalec: Stadtgeschichte – Warum so viele Straßen in Berlin „Freiheit“ im Namen tragen. In: Berliner Zeitung. 20. Februar 2017, S. 10 (Online).

Koordinaten: 52° 31′ 0″ N, 13° 23′ 59″ O