Schloss Fuschl

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Schloss Fuschl
Ansicht vom Fuschlsee

Ansicht vom Fuschlsee

Entstehungszeit: Renaissance
Burgentyp: Uferburg, Jagdschloss
Erhaltungszustand: Hotelanlage in Betrieb
Ständische Stellung: erzbischöflich (Erzbistum Salzburg)
Ort: Hof bei Salzburg
Geographische Lage 47° 48′ 31″ N, 13° 15′ 19,3″ OKoordinaten: 47° 48′ 31″ N, 13° 15′ 19,3″ O
Höhe: 681 m ü. A.
Schloss Fuschl (Land Salzburg)
Schloss Fuschl

Schloss Fuschl ist ein Schloss in Hof bei Salzburg im österreichischen Bundesland Salzburg und liegt am Fuschlsee im Salzkammergut. Es ist im Stil der Renaissance erbaut, diente ab dem 15. Jahrhundert als Jagdschloss und beherbergt heute ein Hotel der Fünf-Sterne-Kategorie.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Fuschl 2008 nach dem Umbau, Westfassade von Schlossturm und Nebentrakt

Das Schloss liegt in der Katastralgemeinde Vorderelsenwang der Gemeinde Hof bei Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung, am Westende des Fuschlsees auf einer Halbinsel. Der historische, vierstöckige Schlossturm erhebt sich über die Bewaldung der Halbinsel, sonst ist die Anlage aus der Ferne nicht erkennbar.

Jagdschloss Fuschl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme des Schloss Fuschl

Das Schloss Fuschl[1] wurde vermutlich in der Mitte des 15. Jahrhunderts während der Regierungszeit der Erzbischöfe Sigismund I. von Volkersdorf (1452−1461) und Kardinal Burkhard von Weißpriach (1461−1466) erbaut und diente als Jagdschloss. Der genaue Errichtungszeitraum ist allerdings nicht bekannt. Die erste schriftliche Erwähnung einer fürsterzbischöflichen Jagd geht auf das Jahr 1545 zurück. Unter Erzbischof Wolf Dietrich wurde der Ansitz 1593 aufwändig instand gesetzt (Errichtung von Wasserleitungen, Hundeställen für die Jagd, Schafstall, Reinigung). Der Amtmann des Amtes Altentann musste die Bettwäsche für den angekündigten Erzbischof beibringen. Es gibt u. a. auch Aufzeichnungen über eine große Prunkjagd unter Paris Graf von Lodron (1619−1653) aus dem Jahr 1624. 1669 wurde das Schloss als wohl erhalten und verwahrt beurteilt; es wurde nur vom Erzbischof und seinem Hofstaat bewohnt. 1704 wurde das Herrenhaus als Wohnung für den Jäger, der zuvor in der Herrenkuchl gewohnt hatte, adaptiert. 1762 wurden alle Fenster verglast.

1803 hatte die Auflösung des geistlichen Reichsfürstentums Salzburg das Ende der bischöflichen Herrschaft zur Folge. Salzburg kam nach fünf Besitzerwechseln 1816 endgültig an das Kaiserreich Österreich, und damit auch das Schloss Fuschl; es wird durch das Salinenamt Hallein verwaltet. Es verfiel zusehends, weil es als Wohnsitz für Förster benutzt und nicht instand gehalten wurde. 1833 wurde das Schloss zur Versteigerung ausgeschrieben, fand aber keinen Käufer. Deshalb musste es bis 1851 verpachtet werden. 1864 kaufte es der Linzer Schiffmeister Michael Fink, der bereits Besitzungen von Schloss Rif erworben hatte. Ihm folgten 1873 auf dem Erbweg seine Tochter Amalie und deren Gatte Michael Erl, königlich-bayrischer Ober-Auditeur (Militärstaatsanwalt). Dieser stattete das Schloss Fuschl mit einer Reihe von zum Teil wertvollen Gemälden und Möbeln aus, die aber seit Ende des Zweiten Weltkrieges unauffindbar sind. 1894 kam der Besitz an Oberst Alfred von Erl, der in den Sommermonaten hier lebt. 1910 folgte das Ehepaar Fritz und Babette Steinbacher aus München; auf diese folgten das Brüderpaar Eduard und Martin Mayer, Postwirt in Hof. Diese verkauften den Besitz 1929 an Gustav Edler von Remiz und dessen Gattin Hedwig (eine Enkelin des deutschen Großindustriellen August Thyssen).

1939 wurde über den Umweg einer Stiftung das Schloss (Stiftung Haus Fuschl) unrechtmäßig an den Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop verpachtet. Als der rechtmäßige Eigentümer, Gustav Edler von Remiz, ein Freund von Ribbentrops Schwager Stefan-Karl Henkell, gegen die Enteignung protestierte, wurde er (auch wegen seiner aktiven Zugehörigkeit zur „Vaterländischen Front“) im Konzentrationslager Dachau interniert, wo er am 29. August 1939 verstarb.

1945 wurde hier ein US-amerikanisches Soldatenheim eingerichtet. 1947 erfolgte die erste Rückstellung an Frau Hedwig von Remiz und deren Miterben. Damals wurde auch ein Hotelbetrieb im Schloss aufgenommen. Harriet Gräfin von Walderdorff führte hier ab 1954 als Pächterin ein Schlosshotel. 1959 kaufte Dr. h.c. Carl Adolf Vogel das Schloss und investierte umfangreich. Durch aufwendige PR-Maßnahmen verhalf er dem Hotel zu Weltruhm.

Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und wurde im Zeitraum Januar 2005 bis Juni 2006 vollständig saniert. Die Bausumme betrug rund 30 Millionen Euro.[2][3][4] Im Schlossinneren hat sich nur wenig historische Substanz aus der Zeit des erzbischöflichen Jagdschlosses erhalten. Das Kellergeschoss besitzt noch die Gewölbe aus dem 16. Jahrhundert. Einzelne Holzbalkendecken, Türumrahmungen und Stuckspiegel erinnern noch an die frühere Zeit. Die heutige Ausstattung mit Kunstinventar geht auf Zukäufe ab 1864 zurück.

Schloss Fuschl Resort & Spa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Fuschl Betriebe GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Sitz Hof bei Salzburg, Österreich
Leitung Paul J. Kernatsch
Branche Hotellerie
Website www.schlossfuschlsalzburg.com

Seit 1947 ist Schloss Fuschl ein Hotel. In den Jahren 1957 und 1958 war es Drehort der Sissi-Filme mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Es wurde als Ersatz für das am Starnberger See gelegene Schloss Possenhofen verwendet.

Von 1958 bis 1974 machte der Besitzer Carl Adolf Vogel mit seiner Frau, der Schauspielerin Winnie Markus, ein First-Class-Hotel daraus. Zu dieser Zeit genoss das Schlosshotel Weltruhm und beherbergte Gäste wie Nehru, Nikita Chruschtschow, Anwar as-Sadat, Jiang Zemin, Königin Sirikit von Thailand.

Im Jahr 1974 ging das Schloss in den Besitz von Max Grundig bzw. der Max Grundig Familienstiftung (MGS) über. Seit 2004 ist es im Besitz der Schörghuber Unternehmensgruppe. Das Fünf-Sterne-Hotel[5] gehörte zunächst zur Luxury Collection der Starwood Hotels & Resorts Worldwide, dann zu den Leading Hotels of the World. Seit Mai 2010 wird das Hotel Schloss Fuschl wieder in der Luxury Collection der Starwood-Hotels geführt.

Der Hotelkomplex umfasst neben dem eigentlichen Schlossturm und seinem Zubau auch einige historische Nebengebäude der Schlossanlage, wie das Jägerhaus, die Remise, das Bootshaus (Cafeteria), sowie einen weitgehend unauffällig in den Hang zum See integrierten Beherbergungskomplex und moderne Bungalows in an den Salzkammergut-Bootshausstil angelehnter Holzarchitektur. Zum Resort gehören auch das Sheraton Salzburg Hotel Jagdhof oberhalb des Schlosses an der Wolfgangseestraße. Das Schloss beherbergt die Schloss Fuschl Collection, eine Sammlung von über 150 Werken Alter Meister des 17. bis 19. Jahrhunderts, und die Bernheimer Galerie Schloss Fuschl, die mit der Münchner Galerie Bernheimer Fine Old Masters im Konzept „Zu Gast bei Alten Meistern“ betrieben wird.[6]

Die Schloss Fuschl Betriebe GmbH übernahmen 2008 auch das Fünfsternehotel Schloss Pichlarn in Irdning in der Steiermark.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Fuschl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zaisberger & Schlegel, 1992, S. 68–71.
  2. Hotel Schloss Fuschl Österreich. In: Architekten24. ABV Architekten und Bauherren Verlag, abgerufen am 9. September 2009 (Umbaubericht).
  3. Hotel Schloß Fuschl – Umbau und Erweiterung. Architekturbüro Wegmann, Schliersee, abgerufen am 9. September 2009.
  4. Tagen in Burgen und Schlössern. Salzburgs sagenhafter Schlossgeist. In: Industrie Magazin. Nr. 2, 2009, S. 35–37 (online [PDF; abgerufen am September 2009]).
  5. Hotel Schloss Fuschl Resort and Spa | Hof Bei Salzburg, Salzburg, Austria, fivestaralliance.com
  6. Schloss Fuschl Collection – Bernheimer Galerie Schloss Fuschl. schloss-fuschl-collection.com, abgerufen am 9. September 2009.