Schloss Fuschl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schloss Fuschl
Ansicht des historischen Schlossturmes vom Fuschlsee aus

Ansicht des historischen Schlossturmes vom Fuschlsee aus

Entstehungszeit: Renaissance
Burgentyp: Uferburg, Jagdschloss
Erhaltungszustand: Hotelanlage in Betrieb
Ständische Stellung: erzbischöflich (Erzbistum Salzburg)
Ort: Hof bei Salzburg
Geographische Lage 47° 48′ 31″ N, 13° 15′ 19,3″ OKoordinaten: 47° 48′ 31″ N, 13° 15′ 19,3″ O
Höhe: 681 m ü. A.
Schloss Fuschl (Land Salzburg)
Schloss Fuschl

Schloss Fuschl ist ein ehemaliges Jagdschloss aus dem 15. Jahrhundert in Hof bei Salzburg im österreichischen Bundesland Salzburg und liegt am Fuschlsee im Salzkammergut. Es beherbergt heute ein Hotel der Fünf-Sterne-Kategorie.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Fuschl 2008 nach dem Umbau, Westfassade vom Schlossturm und Nebentrakt

Das Schloss liegt in der Katastralgemeinde Vorderelsenwang der Gemeinde Hof bei Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung. Der historische, vierstöckige Schlossturm befindet sich am Westende des Fuschlsees auf einer Halbinsel. Vom gegenüberliegenden Ort Fuschl am See ist der Turm in der Ferne erkennbar. Umliegend befinden sich Wälder und eine eindrucksvolle Berglandschaft.

Schloss Fuschl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme des Schloss Fuschl

Das Schloss Fuschl[1] wurde um 1461 für den Salzburger Fürsterzbischof Sigmund Ⅰ. von Gleink-Volkenstorf (1452–1461) und Kardinal Burkhard von Weißpriach (1461–1466) erbaut und diente als Jagdschloss. Der genaue Errichtungszeitraum ist allerdings nicht bekannt. Die erste schriftliche Erwähnung einer fürsterzbischöflichen Jagd geht auf das Jahr 1545 zurück. Unter Erzbischof Wolf Dietrich wurde der Ansitz 1593 aufwändig instand gesetzt (Errichtung von Wasserleitungen, Hundeställen für die Jagd, Schafstall, Reinigung). Der Amtmann des Amtes Altentann musste die Bettwäsche für den angekündigten Erzbischof beibringen. Es gibt Aufzeichnungen über eine große Prunkjagd unter Paris Graf von Lodron (1619–1653) aus dem Jahr 1624. 1669 wurde das Schloss als wohl erhalten und verwahrt beurteilt; es wurde nur vom Erzbischof und seinem Hofstaat bewohnt. 1704 wurde das Herrenhaus als Wohnung für den Jäger, der zuvor in der Herrenkuchl gewohnt hatte, adaptiert. 1762 wurden alle Fenster verglast.

1803 hatte die Auflösung des geistlichen Reichsfürstentums Salzburg das Ende der bischöflichen Herrschaft zur Folge. Salzburg kam nach fünf Besitzerwechseln 1816 endgültig an das Kaiserreich Österreich, und damit auch das Schloss Fuschl; es wird durch das Salinenamt Hallein verwaltet. Es verfiel zusehends, weil es als Wohnsitz für Förster benutzt und nicht instand gehalten wurde. 1833 wurde das Schloss zur Versteigerung ausgeschrieben, fand aber keinen Käufer. Deshalb musste es bis 1851 verpachtet werden. 1864 kaufte es der Linzer Schiffmeister Michael Fink, der bereits Besitzungen von Schloss Rif erworben hatte. Ihm folgten 1873 auf dem Erbweg seine Tochter Amalie und deren Gatte Michael Erl, königlich-bayrischer Ober-Auditeur (Militärstaatsanwalt). Dieser stattete das Schloss Fuschl mit einer Reihe von zum Teil wertvollen Gemälden und Möbeln aus, die aber seit Ende des Zweiten Weltkrieges unauffindbar sind. 1894 kam der Besitz an Oberst Alfred von Erl, der in den Sommermonaten hier lebte. 1910 folgte das Ehepaar Fritz und Babette Steinbacher aus München; auf diese folgten das Brüderpaar Eduard und Martin Mayer, Postwirt in Hof. Diese verkauften den Besitz 1929 an Gustav Edler von Remiz und dessen Gattin Hedwig (eine Enkelin des deutschen Großindustriellen August Thyssen).

1939 wurde das Schloss über den Umweg einer Stiftung (Stiftung Haus Fuschl) unrechtmäßig an den Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop verpachtet. Als der rechtmäßige Eigentümer, Gustav Edler von Remiz, ein Freund von Ribbentrops Schwager Stefan-Karl Henkell, gegen die Enteignung protestierte, wurde er (auch wegen seiner aktiven Zugehörigkeit zur „Vaterländischen Front“) im Konzentrationslager Dachau interniert, wo er am 29. August 1939 verstarb.

1945 wurde hier ein US-amerikanisches Soldatenheim eingerichtet. 1947 erfolgte die erste Rückstellung an Frau Hedwig von Remiz und deren Miterben. Damals wurde auch ein Hotelbetrieb im Schloss aufgenommen. Harriet Gräfin von Walderdorff führte hier ab 1954 als Pächterin ein Schlosshotel. 1959 kaufte Carl Adolf Vogel das Schloss und investierte in umfangreiche Erneuerungen. Durch aufwendige PR-Maßnahmen erlangte das Schloss Fuschl Weltruhm.

Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und wurde im Zeitraum Januar 2005 bis Juni 2006 vollständig saniert. Die Bausumme betrug rund 30 Millionen Euro.[2][3][4] Im Schlossinneren hat sich nur wenig historische Substanz aus der Zeit des erzbischöflichen Jagdschlosses erhalten. Das Kellergeschoss besitzt noch die Gewölbe aus dem 16. Jahrhundert. Einzelne Holzbalkendecken, Türumrahmungen und Stuckspiegel erinnern noch an die frühere Zeit. Die heutige Ausstattung mit Kunstinventar geht auf Zukäufe ab 1864 zurück.

Schloss Fuschl, A Luxury Collection Resort & Spa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Fuschl Betriebe GmbH
Rechtsform GmbH
Sitz Hof bei Salzburg, Österreich
Leitung Stefan D. Ringgenberg
Branche Hotellerie
Website www.schlossfuschlsalzburg.com

Seit 1947 ist Schloss Fuschl ein Hotel. In den Jahren 1955,1956 und 1957 war es teilweise Drehort der Sissi-Filme mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Es wurde als Ersatz für das am Starnberger See gelegene Schloss Possenhofen verwendet.

Von 1958 bis 1974 machte der neue Besitzer Generalkonsul Dr. h. c. Carl Adolf Vogel mit seiner Frau, der Schauspielerin Winnie Markus, ein First-Class-Hotel daraus. Durch aufwendige PR Events genoss das Schlosshotel Weltruhm und beherbergte Gäste wie Ava Gardner, Audrey Hepburn, Arnold Schwarzenegger, Roger Moore, Marlene Dietrich, Senta Berger, der Regisseur James Cameron (Terminator, Titanic), die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, Nehru, Nikita Chruschtschow, Anwar as-Sadat, Jiang Zemin, Königin Sirikit von Thailand, den Baron Rothschild, Elenor Roosevelt, den Fürsten von Monaco, die Begum Aha Khan, Clark Gable, Richard Nixon, Oskar Kokoschka, den Scheich von Kuwait, sowie den Hochadel Europas.

Im Jahr 1974 ging das Schloss in den Besitz von Max Grundig bzw. der Max Grundig Familienstiftung (MGS) über. Seit 2004 ist es im Besitz der Schörghuber Unternehmensgruppe. Das Fünf-Sterne-Hotel[5] gehörte zunächst zur The Luxury Collection der Starwood Hotels & Resorts Worldwide, dann zu den Leading Hotels of the World. Seit Mai 2010 wird das Hotel Schloss Fuschl Resort & Spa wieder in der The Luxury Collection von Marriott geführt.

Die Schlosshotelanlage umfasst neben dem eigentlichen Schlossturm und seinem Zubau auch einige historische Nebengebäude, wie das Jägerhaus, die Remise, das Bootshaus mit Badesteg, sowie einen weitgehend unauffällig in den Hang zum See integrierten Beherbergungskomplex. Außerdem stehen moderne Bungalows ("Seehäusl") in an den Salzkammergut-Bootshausstil angelehnter Holzarchitektur für die Gäste zur Verfügung.

Das Schloss beherbergt die Schloss Fuschl Collection, eine Sammlung von über 150 Werken Alter Meister des 17. bis 19. Jahrhunderts, und die Bernheimer Galerie Schloss Fuschl, die mit der Münchner Galerie Bernheimer Fine Old Masters im Konzept „Zu Gast bei Alten Meistern“ betrieben wird.[6]

Die Schloss Fuschl Betriebe GmbH übernahm 2008 auch das Fünfsternehotel Schloss Pichlarn in Irdning in der Steiermark.

Seit November 2019 leitet Herr Stefan D. Ringgenberg als General Manager das Schloss Fuschl, A Luxury Collection Resort & Spa und das Schwesternhotel Sheraton Fuschlsee-Salzburg Hotel Jagdhof.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schloss Fuschl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zaisberger & Schlegel, 1992, S. 68–71.
  2. Hotel Schloss Fuschl Österreich. In: Architekten24. ABV Architekten und Bauherren Verlag, abgerufen am 9. September 2009 (Umbaubericht).
  3. Hotel Schloß Fuschl – Umbau und Erweiterung. (Nicht mehr online verfügbar.) Architekturbüro Wegmann, Schliersee, ehemals im Original; abgerufen am 9. September 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/www.architekt-wegmann.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Tagen in Burgen und Schlössern. Salzburgs sagenhafter Schlossgeist. In: Industrie Magazin. Nr. 2, 2009, S. 35–37 (schloss-leopoldskron.com [PDF; abgerufen am 9. September 2009]).
  5. Hotel Schloss Fuschl Resort and Spa | Hof Bei Salzburg, Salzburg, Austria, fivestaralliance.com
  6. Schloss Fuschl Collection – Bernheimer Galerie Schloss Fuschl. (Nicht mehr online verfügbar.) schloss-fuschl-collection.com, archiviert vom Original am 5. August 2008; abgerufen am 9. September 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schloss-fuschl-collection.com