Schloss Matzen (Reith im Alpbachtal)

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Schloss Matzen aus der Vogelperspektive (2017)
Schloss Matzen

Das Schloss Matzen, auch Burg Matzen, steht auf einer niederen Hügelzunge in der Tiroler Gemeinde Reith im Alpbachtal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde erstmals 1278 urkundlich genannt. Sie ist eine Gründung der herzoglich bayerischen Ministerialen Freundsberg und blieb im Besitz des Geschlechtes bis 1468. Danach wechselten die Besitzer in rascher Folge: von 1521 bis 1550 Fieger, 1564 Ilsung, von 1589 bis 1657 Fugger, von 1658 bis 1684 Pock, von 1734 bis 1873 unter Pfeiffersberg begann der Verfall der Burg. Nach 1873 wurde die Burg mit W. Baillie-Grohmann restauriert und zum Schloss ausgebaut.

Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage zeigt sich mit einem langgestreckten Nord- und Südflügel, einem kurzen westlichen Verbindungstrakt und im Osten mit dem runden sechsgeschossigen Bergfried. Im unteren Burghof zeigen sich vierstöckige kreuzgratgewölbte Arkadenreihen mit runden und achteckigen Marmorsäulen aus dem zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts. Im Erdgeschoss des Südflügels gibt es eine Eingangshalle mit einer Balkendecke. Dort wurde eine spätgotische Wappen- und Rankenmalerei um 1500 im Jahre 1968 freigelegt. Die Wohnräume wurden nach 1873 mit Täfelungen und Inventar zumeist aus Tirol und Oberösterreich ausgestaltet. Vom Altbestand sind einzelne spätgotisch gefaste Türrahmungen aus Hagauer Marmor erhalten.

Burgkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordtrakt befindet sich eine zweigeschossige geostete Kapelle. Urkundlich wurde die Kapelle 1470 genannt. Es gibt eine Stuckdecke mit Kranzgesims aus 1668. Der Altar mit einem Holzkruzifix ist aus 1500 und wird Veit Stoss zugeschrieben und befindet sich seit 1978 im Tiroler Landesmuseum (TLMF).[1]

Weitere Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wirtschaftshof direkt neben der Burg stammt aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts und ist heute das Gasthaus Matzen.[2] Er steht ebenfalls unter Denkmalschutz.

Direkt am Südende des Parks steht Schloss Neumatzen.

Schlosspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landschaftsgarten im englischen Stil aus dem 19. Jahrhundert entstand aus einem versumpften Innauwald. Der 15 Hektar große Park umfasst Gebiete in den Gemeinden Brixlegg und Reith im Alpbachtal, wobei der östliche Teil der Gemeinde Brixlegg 1961 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt wurde, der westliche Teil der Gemeinde Reith im Jahr 1972 (ND 5-38 und 5-39). Durch Änderungen der Gemeindegrenzen gehört die Anlage heute bis auf eine kleine Parzelle großteils zu Reith. Der Park zählt zu den bedeutendsten gartenarchitektonischen Denkmal Österreich und ist im Denkmalschutzgesetz genannt (Nr. 41 im Anhang zu § 1 Abs. 12 DMSG). Er umfasst vier künstlich angelegte Teiche, weite Rasenflächen und rund 40 verschiedene Baumarten.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Matzen diente 1957 als Drehort sowohl für Die Zwillinge vom Zillertal als auch für Das einfache Mädchen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Matzen (Reith im Alpbachtal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dehio Tirol 1980, Burg Matzen, S. 638
  2. Wirtschaftshof, Gasthaus Matzen. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 2015.

Koordinaten: 47° 25′ 20″ N, 11° 51′ 54″ O