Reith im Alpbachtal

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Reith im Alpbachtal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Reith im Alpbachtal
Reith im Alpbachtal (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 27,41 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 11° 53′ OKoordinaten: 47° 25′ 0″ N, 11° 52′ 43″ O
Höhe: 637 m ü. A.
Einwohner: 2.794 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 102 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6235
Vorwahl: 05337
Gemeindekennziffer: 7 05 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Dorf 1
6235 Reith im Alpbachtal
Website: www.reithimalpbachtal.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Gschösser (Team Thomas Gschösser)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)

6 Für ein starkes Reith – Bürgermeisterliste Johann Thaler
5 Wirtschaft und Tourismus Reith
4 Miteinander für Reith[1]

Lage von Reith im Alpbachtal im Bezirk Kufstein
AlpbachAngathAngerbergBad HäringBrandenbergBreitenbach am InnBrixleggEbbsEllmauErlKirchbichlKramsachKufsteinKundlLangkampfenMariasteinMünsterNiederndorfNiederndorferbergRadfeldRattenbergReith im AlpbachtalRettenschössScheffau am Wilden KaiserSchwoichSöllThierseeWalchseeWildschönauWörglTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Reith im Alpbachtal im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Reith
Reith
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Reith im Alpbachtal ist eine Gemeinde mit 2794 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Kufstein im Bundesland Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rattenberg.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Eingang zum Alpbachtal, das bei Brixlegg vom Unterinntal abzweigt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Inntalboden bis zur Grenze mit der Gemeinde Alpbach und auf den Kerschbaumer Sattel (Übergang zum Zillertal) hinauf.

Das Ortszentrum mit dem Badesee Reither See liegt auf einer breiten Hochterrasse am Taleingang. Reither See und Egelsee sind charakteristische trichterförmige Eintiefungen in das Plateau, die wahrscheinlich durch die eiszeitliche Auslaugung von Gipslinsen entstanden sind.

Durch die verstreuten Einhöfe im weit ausgedehnten Gemeindegebiet verfügt die Gemeinde über eines der größten Güterwegenetze Tirols. Hierdurch wird das Gemeindebudget stark belastet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[2]):

  • Hygna (392)
  • Reith im Alpbachtal (2216)
  • Scheffach (186)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hygna, Reith und Scheffach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münster Kramsach Brixlegg
Strass im Zillertal Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Alpbach
Bruck am Ziller Hart im Zillertal

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reith ist eine sehr alte Siedlung, bereits zur Zeit der römischen Besatzung befand sich ein Landgut auf der Terrasse.[3] Um 960 wird der Ort erstmals urkundlich als „Rîute“ erwähnt.[4] Schon damals dürfte eine Pfarrkirche bestanden haben. Die Pfarre umfasste das Gebiet von Reith, Rattenberg, Kundl, Alpbach, Brixlegg, Bruck am Ziller, Oberau, Auffach bis Thierbach.[3]

Auf dem 70 Meter hohen Fels über dem Inn baute der Erzbischof Konrad I von Salzburg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Burg Kropfsberg. Sie war Gerichts- und Verwaltungssitz und Grenzschutz gegen das Herzogtum Bayern und die Grafschaft Tirol. Die kleine Befestigungsanlage baute Eberhard von Regensberg in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu einer großen Burganlage aus. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstand die 900 Meter lange, mit Schießfenstern- und –scharten versehene Ringmauer, die Kropfsberg zu einer der größten Burgen Tirols machte. Als 1592 der Pfleger nach Zell am Ziller übersiedelte, begann der Verfall, schon 1673 stürzten die ersten Gebäude ein. Um 1905 wurden Steine der Ringmauer für die Regulierung des Inn verwendet. Die Ruine befindet sich heute in Privatbesitz.[5]

Im 15.–19. Jahrhundert wurde im Gebiet des Reither Kogels (1336 m) bei St. Gertraudi Silberbergbau und Kupferbergbau betrieben. Der Abbau war lange Zeit das nach Schwaz größte Silber- und Kupferbergwerk in Tirol. Der Bergbau ist eingestellt, es gibt noch große Vorräte an Baryt, deren Abbau sich aber aufgrund globaler Konkurrenz derzeit nicht lohnt.

Von 1952 bis 1975[6] hieß die Gemeinde Reith bei Brixlegg, änderte ihren Namen aber – vor allem aus touristischen Gründen – in Reith im Alpbachtal. Neben der Landwirtschaft spielt heute vor allem der Tourismus eine Rolle, wobei sich die Nächtigungen etwa gleichermaßen auf die Winter- und Sommersaison verteilen.

1979 wurde Reith im Alpbachtal von der Entente Florale Europe zum „Schönsten Blumendorf Europas“ gekürt. Diese Auszeichnung war begründet auf den herrlichen Balkonblumenschmuck, der noch immer einer schönsten im Tiroler Unterland ist, sowie auf die gepflegten Blumeninseln im Ortsgebiet und das schöne Ortsbild im Gesamten.

Seit 2012 gibt es den „Hildegard-von-Bingen-Garten“, der vom örtlichen Hildegard-von-Bingen-Verein gehegt und gepflegt wird, einen sehenswerten Kräutergarten, der jederzeit besichtigt werden kann. Für Gruppen gibt es nach Absprache auch Führungen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Reith im Alpbachtal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 121 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 67 im Haupt-, 40 im Nebenerwerb, 5 von Personengemeinschaften und 9 von juristischen Personen geführt. Diese neun bewirtschafteten 37 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 105 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 54 in der Bauwirtschaft und 4 im Bergbau. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (108), Beherbergung und Gastronomie (108), freiberufliche Dienstleistungen (102) und soziale und öffentliche Dienste (101 Mitarbeiter).[8][9][10]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 121 133 113 112
Produktion 29 23 163 121
Dienstleistung 149 121 471 475

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reith ist durch die Alpbacher Straße (L 5), die östlich am Ortskern vorbeiführt, mit Brixlegg und Alpbach verbunden.

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Reith aus führt die Reitherkogelbahn, eine 8er-Einseilumlaufbahn, auf den Reither Kogel. Sie erschließt im Winter ein kleines Skigebiet und im Sommer ein Wandergebiet. Die Anzahl der Übernachtungen ging von 182.000 im Jahr 2010 auf 164.000 im Jahr 2019 zurück.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mandataren.

Partei 2016[12] 2010[13]
% Mandate % Mandate
Für ein starkes Reith Bürgermeisterliste Johann Thaler 40,49 6 44,08
Wirtschaft und Tourismus Reith 29,07 5 23,13
Miteinander für Reith 25,07 4
Aktiv für Reith SPÖ - und Parteifreie 5,38 0 8,76
Bürgerliste Reith 18,89
Gemeinsam für Reith, FPÖ Ortsgruppe Reith 5,13

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992–2004 Günther Hohlrieder
  • 2004–2022 Johann Thaler
  • seit 2022 Thomas Gschösser

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Der in Weiß (Silber) und Rot schräg nach links geteilte Schild zeigt im weißen Feld einen grünen Baum, im roten Feld einen goldenen Pflug.[14]

Das 1954 verliehene Gemeindewappen symbolisiert mit dem Baum und dem Pflug die Entstehung und den Namen des Ortes, der „Rodung“ bedeutet.[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Daxer: Alpbachtal. Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien/München 1975, ISBN 3-7022-1198-5.
  • Eduard Widmoser: Reith im Alpbachtal. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck o. J. [1976].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reith im Alpbachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://wahlen.tirol.gv.at/gemeinderats_und_buergermeisterwahlen_2016/gemeinden/reith_im_alpbachtal.html
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. a b Reith im Alpbachtal. In: Geschichte Tirol. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 7. September 2021.
  4. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 112–113 Nr. 147.
  5. Kropfsberg. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  6. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 52/1975.
  7. Dehio Tirol 1980
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Reith im Alpbachtal, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. September 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Reith im Alpbachtal, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. September 2021.
  10. Ein Blick auf die Gemeinde Reith im Alpbachtal, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. September 2021.
  11. Ein Blick auf die Gemeinde Reith im Alpbachtal, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. September 2021.
  12. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 7. September 2021.
  13. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 7. September 2021.
  14. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 37/1954.
  15. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 42.