Schweizer Stuben

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Die Schweizer Stuben war ein Hotel in Wertheim-Bettingen, dessen gleichnamiges Restaurant jahrelang zu den besten Deutschlands gehörte. Von 1974 bis 2002 wurde es mit ein bis zwei Sternen im Guide Michelin ausgezeichnet.

Viele spätere Küchenchefs haben in den Schweizer Stuben gearbeitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Industrielle Adalbert Schmitt gründete 1971 das Hotel mit den Restaurants Schweizer Stuben und Landgasthof Schober. Der Name sollte Programm sein: Ab dem 1. Mai 1971 wurde eine typisch eidgenössische Küche geboten.[1]

Schmitt engagierte 1972 den in St. Moritz tätigen Badener Jörg Müller als Chef des neuen Küchenstils, die moderne französische Grande Cuisine. Ein Jahr später holte dieser seinen jüngeren Bruder Dieter Müller aus Bern an seine Seite. 1974 erhielten die Schweizer Stuben im Guide Michelin erstmals einen Stern, 1977 den zweiten. Gault-Millau und Feinschmecker verliehen dem Restaurant ebenfalls Höchstnoten. Als 1979 Klaus Besser, ein wichtiger deutscher Restaurantkritiker, seine erste Hitliste der besten deutschen Restaurants veröffentlichte, setzte er die Schweizer Stuben auf Platz eins.[1]

1988 wurde das dritte Restaurant Taverna „La Vigna“ eröffnet. Im selben Jahr schafften es die Schweizer Stuben im Hornstein-Ranking, das alljährlich eine Quersumme aus den Bewertungen der wichtigen Reiseführer zieht, zum "besten Landhotel" gewählt zu werden.[1]

2002 mussten die Schweizer Stuben Insolvenz anmelden. Weitere Pächter waren 2004 ebenfalls zahlungsunfähig.[2]

Köche der Schweizer Stuben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küchenchefs in den Schweizer Stuben - heutige Tätigkeit
  • Jörg Müller (1973–1981) – Restaurant Jörg Müller/Sylt ab 1984[1] (1 Stern)
  • Dieter Müller (1981–1990) – zog danach ins Schloss Lerbach in Bergisch Gladbach; wurde vom Gault Millau als „einer der großen Köche des Planeten“ gepriesen[1] – bis 2008 Gourmet-Restaurant Dieter Müller (bis 2008 3 Sterne)
  • Fritz Schilling (1990–1998) – „entwickelte die Küche der Provence zur deutschen Höchstform, betörend in Duft und Geschmack, bunt wie die Natur“ – wechselte 1998 nach München[1]
  • Tillmann Hahn (1999–2003) – kehrte nach vier Jahren als stellvertretender Küchendirektor im Hongkonger Hotel Mandarin Oriental in seine Lehrstätte heim; öffnete sich „dem Zeitgeist (...) folgend, einer neuen Welt: der asiatisch-pazifischen Küche“[1] – Restaurant Der Butt
Köche in den Schweizer Stuben - mit später zwei Michelin-Sternen
Köche in den Schweizer Stuben - mit später einem Michelin-Stern
  • Michael Baader – Teufelhof Basel (1 Stern)
  • Josef Bauer - Adler, Rosenberg (1 Stern)
  • René Bobzin – Zu den Rothen Forellen, Ilsenburg (1 Stern)
  • Bernhard Diers – bis 2013 Zirbelstube, Hotel am Schlossgarten, Stuttgart (1 Stern)[1]
  • Benedikt Faust – Hotel zum Stern, Bad Hersfeld; Hotel Hanseatic auf Rügen; Restaurant Kuno 1408, Würzburg (jeweils 1 Stern)
  • Ali Güngörmüş – Le Canard Nouveau, Hamburg (1 Stern)
  • Alexander Herrmann – Hermanns Posthotel Wirsberg (1 Stern)
  • Ingo Holland – bis 2007: Altes Rentamt, Klingenberg (früher 1 Stern)
  • Achim Krutsch – Abt und Schäferstube Amorbach (1 Stern)
  • Alexander Kunz – Kunz, Sankt Wendel (1 Stern)
  • Stefan Marquard – (früher 1 Stern), freischaffend, Fernsehkoch[1]
  • Frank Oehler – Die Speisemeisterei (1 Stern), Fernsehkoch
  • Michael Philipp – Restaurant Philipp, Sommerhausen (1 Stern)
  • Stefan Rottner – Restaurant Rottner, Nürnberg (bis 2002 1 Stern)
  • Harald RüsselLandhaus St. Urban (1 Stern)[1]
  • Manfred Schwarz – bis 2013 schwarz das Restaurant, Heidelberg (1 Stern)
  • Stefan Stiller – (1 Stern) Taian Table, Shanghai
  • Christian Graf von Walderdorff – bis 2005 Rosenpalais in Regensburg (bis 2005 1 Stern)
  • Markus Baumgartner - Gourmetrestaurant Johannesstube (1 Stern)
Fernsehköche in den Schweizer Stuben

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Großmeister des guten Geschmacks In: Die Welt vom 20. April 2001. Abgerufen am 14. April 2018.
  2. Main-Post: Schweizer Stuben schließen. 26. Oktober 2004. Aktualisiert am 3. Dezember 2006. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 14. April 2018.

Koordinaten: 49° 46′ 28,7″ N, 9° 33′ 35,8″ O