Sender Torfhaus

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Dieser Artikel beschreibt die Sendeanlage der Deutschen Funkturm. Die benachbarte Sendeanlage des Norddeutschen Rundfunks wird unter Sender Harz-West beschrieben. In Sichtweite beider Sender befinden sich die Sendeanlagen auf dem Brocken.
Sender Torfhaus
UKW-Sendemast links, daneben der Richtfunk-Antennenträger
UKW-Sendemast links, daneben der Richtfunk-Antennenträger
Basisdaten
Ort: Lerchenköpfe (Nordkuppe)
bei Torfhaus im Harz
Land: Niedersachsen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 801 m ü. NN
Verwendung: Rundfunksender, Fernmeldeturm
Besitzer: Deutsche Funkturm (DFMG)
Baustoff: Stahl
Daten der Sendeanlage
Anzahl der Türme/Masten: 2
Höhe der Türme/Masten: 130 m, 57 m
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: Mobilfunk, Richtfunk
Positionskarte
Sender Torfhaus (Niedersachsen)
Sender Torfhaus
Sender Torfhaus
Koordinaten: 51° 48′ 31,6″ N, 10° 32′ 5,6″ OVorlage:Infobox Sendeanlage/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Sender Torfhaus

Der Sender Torfhaus ist eine Sendeanlage der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) bei Torfhaus im Oberharz.

Der 130 Meter hohe große Sendemast dient heute nur noch der Verbreitung von drei Hörfunkprogrammen auf Ultrakurzwelle (UKW), während der kleinere Antennenträger für den Richtfunk vorgesehen ist. Er war während der Teilung Deutschlands eine der Sende- und Empfangsstellen für die Richtfunkverbindungen nach West-Berlin.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Sender Harz-West des Norddeutschen Rundfunks (NDR), der öffentlich-rechtliche (Free-to-Air) Fernsehprogramme im Standard DVB-T2 HD sowie vier NDR-Hörfunkprogramme ausstrahlt. Das digitale ZDF-Bouquet (früher ZDFmobil) ist über den Sender Brocken zu empfangen.

freenet TV, die kostenpflichtige DVB-T2-HD-Plattform von Media Broadcast, wird von den Sendern in Torfhaus und auf dem Brocken nicht ausgestrahlt.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage befindet sich östlich der Bundesstraße 4 auf der Nordkuppe (ca. 801 m ü. NN)[1] der Lerchenköpfe, eines zweikuppigen Höhenzuges. Auf der Südkuppe steht der Mast des NDR-Senders Harz-West.

Sendeanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rundfunk-Sendemast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge des Aufbaus eines Fernseh-Sendernetzes für die Ausstrahlung der Zweiten und Dritten Fernsehprogramme errichtete die Deutsche Bundespost in den 1960er Jahren einen 150 Meter hohen abgespannten Stahlrohrmast. Der zu Beginn der 1990er Jahre um 20 Meter auf 130 m verkürzte Mast dient aktuell zur Verbreitung der drei Hörfunkprogramme Deutschlandfunk, Radio ffn und Antenne Niedersachsen im UKW-Bereich.

Auf der „Genfer Wellenkonferenz“ im Jahr 1984 gab es Planungen, vom Sender Torfhaus auf der Frequenz 100,4 MHz mit 100 kW Sendeleistung das Programm des RIAS auszustrahlen. Allerdings wurde dieses nie verwirklicht, da WDR 4, welches auf 100,5 MHz vom Sender Bielstein im Teutoburger Wald übertragen wird, gestört worden wäre. Die von Torfhaus ausgestrahlten drei Hörfunkprogramme sind mit handelsüblichen Radios auch in Ostwestfalen-Lippe, dem gesamten Norden Hessens, im Nordwesten Thüringens sowie im Westen Sachsen-Anhalts zu empfangen.

Richtfunk-Antennenträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primär für den Überhorizont-Richtfunk nach West-Berlin war der 57 m hohe und außergewöhnlich massiv ausgeführte Stahlfachwerkturm gedacht. Er trug bis 1994 zwei übereinander angeordnete Parabolsegmentantennen (Cassegrain-Antennen) von je 18 m Durchmesser (Antennengewinn: 48 dB). Daneben stand seinerzeit ein später errichteter 45 m hoher Gittermast mit ebenfalls zwei Parabolsegmentantennen übereinander, jedoch von je 10 m Durchmesser.

In den Zeiten des Kalten Krieges führte die Deutschen Bundespost über diese vier Antennen Richtfunkverbindungen zum rund 190 km entfernten Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg. Mit fünf dieser Richtfunkstrecken war das Telefonnetz Westdeutschlands mit dem West-Berlins verbunden, ohne eine abhörgefährdete Kabellinie durch die DDR benutzen zu müssen. Der über diese Funkstrecken verschlüsselt laufende Telefonverkehr wurde zwar vom MfS (HA III) und der NVA in der DDR aufgeklärt, jedoch nicht gestört. Im Frequenzbereich zwischen 1,7 GHz und 2,1 GHz wurden über die beiden großen Antennen drei Betriebslinien zu je 960 analogen Fernsprechkanälen (V960-System) bei einer Senderausgangsleistung von 1 kW realisiert, die zusätzlich die Übertragung von zwei analogen Fernsehprogrammen erlaubten (Austauschleitung). Über die beiden kleinen Antennen wurden zusätzlich drei Betriebslinien zu je 120 analogen Fernsprechkanälen sowie eine Schutzlinie realisiert. Die massive Bauweise zollte dabei den bei in dieser exponierten Lage häufig durch Stürme auftretenden Windkräften Tribut.

Die Anlage ist nicht mit einer ähnlichen auf dem nahegelegenen Bocksberg zu verwechseln, die auch für eine entsprechende militärisch genutzte Relaisstation nach Berlin 1948 vom britischen Militär errichtet wurde und später vom US-amerikanischen Militär betrieben wurde.

Aktuelle Programme und Frequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender Torfhaus strahlt aktuell drei UKW-Programme aus:

Analoger Hörfunk (UKW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenz 
(in MHz)
Programm RDS PS Regionalisierung ERP 
(in kW)
102,4 Radio ffn ___ffn__,
ffn BS-H
Braunschweig 100
103,5 Deutschlandfunk (DLF) ___Dlf__ 100
106,3 Antenne Niedersachsen ANTENNE_ Braunschweig 100

Frühere Programme und Frequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Umstellung auf digitales Fernsehen im Jahr 2007 diente der Sender Torfhaus als analoger Grundnetzsender für das ZDF und das N3-Fernsehprogramm.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
23 487,25 ZDF 500 D H
53 727,25 NDR Fernsehen (Niedersachsen) 500 D H

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)