Sender Torfhaus

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Dieser Artikel beschreibt die Sendeanlage der Deutschen Funkturm. Die benachbarte Sendeanlage des Norddeutschen Rundfunks wird unter Sender Harz-West beschrieben. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch die Sendeanlagen auf dem Brocken
Sender Torfhaus
DFMG-Höfunkturm (links) und -Richtfunkturm (rechts)(Nordkuppe der Lerchenköpfe)
DFMG-Höfunkturm (links) und -Richtfunkturm (rechts)
(Nordkuppe der Lerchenköpfe)
Basisdaten
Ort: Lerchenköpfe (Nordkuppe)
bei Torfhaus im Harz
Land: Niedersachsen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 801 m ü. NN
Verwendung: UKW-Hörfunk / Richtfunk
Besitzer: Deutsche Funkturm (DFMG)
Baustoff: Stahl
Daten der Sendeanlage
Anzahl der Türme/Masten: 2
Höhe der Türme/Masten: 130 m, 57 m
Positionskarte
Sender Torfhaus (Niedersachsen)
Sender Torfhaus
Sender Torfhaus
51.80878710.534895Koordinaten: 51° 48′ 31,6″ N, 10° 32′ 5,6″ OVorlage:Infobox Sendeanlage/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Sender Torfhaus

Der Sender Torfhaus ist eine Sendeanlage der Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) auf den Lerchenköpfen bei Torfhaus im Harz im Landkreis Goslar, Niedersachsen (Deutschland). Betrieben werden zwei Sendetürme zur Verbreitung von UKW-Hörfunk und Richtfunk.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Sender Torfhaus befindet sich im Oberharz auf den Lerchenköpfen, einem zweikuppigen Höhenzug des Mittelgebirges Harz beim Altenauer Ortsteil Torfhaus. Die Sendetürme befinden sich auf der Nordkuppe (ca. 801 m ü. NN[1]). Auf der Südkuppe befindet sich der Sender Harz-West des Norddeutschen Rundfunks.

Sendeanlagen[Bearbeiten]

Hörfunk-Sendeturm[Bearbeiten]

Einerseits nutzt die DFMG zur Verbreitung der Hörfunkprogramme Deutschlandfunk, Radio ffn und Hit-Radio Antenne im UKW-Bereich einen 130 m hohen Sendeturm, der in den 1960er Jahren als 150 m hoher abgespannter Stahlrohrmast erbaut und zu Beginn der 1990er Jahre um 20 m verkürzt wurde.

Im Jahr 1984 plante man bei der „Genfer Wellenkonferenz“, auf der Frequenz 100,4 MHz mit 100 kW das Programm des RIAS zu übertragen. Allerdings wurde dieses nie verwirklicht, da WDR 4, welches auf 100,5 MHz vom Sender Bielstein im Teutoburger Wald übertragen wird, gestört worden wäre. Die von Torfhaus ausgestrahlten Radioprogramme sind mit handelsüblichen Radios auch im Osten Nordrhein-Westfalens, dem gesamten Norden Hessens, im Nordwesten Thüringens sowie im Westen Sachsen-Anhalts zu empfangen.

Richtfunk-Sendeturm[Bearbeiten]

Andererseits nutzt die DFMG zur Verbreitung von Richtfunk einen 57 m hohen Sendeturm, der als freistehender Stahlfachwerkturm, der außergewöhnlich massiv erscheint, erbaut wurde.

Dieser Turm trug bis 1994 übereinander angeordnet zwei Parabolsegmentantennen (Cassegrain-Antennen) von je 18 m Durchmesser (Antennengewinn: 48 dB). Daneben stand seinerzeit ein nachträglich errichteter 45 m hoher Gittermast mit ebenfalls zwei Parabolsegmentantennen übereinander, jedoch von je 10 m Durchmesser.

Diese vier Antennen realisierten das eine Ende einer der fünf Überhorizont-Richtfunkverbindung (Scatter-Verbindung) über ca. 200 km nach West-Berlin im Nordosten (genauer: Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg), welche in den Zeiten des Kalten Krieges eine entsprechende Notwendigkeit von westlicher Seite aus war, um einen Anschluss an das westdeutsche Telefonnetz möglichst unabhängig von der DDR zu ermöglichen. Der über diese Sender abgewickelte Telefonverkehr wurde zwar verschlüsselt, jedoch vom MfS (HA III) und der NVA in der DDR aufgeklärt (aber ungestört), übertragen. Im Frequenzbereich zwischen 1,7 GHz und 2,1 GHz wurden über die beiden großen Antennen drei Betriebslinien zu je 960 analogen Fernsprechkanälen (V960-System) bei einer Senderausgangsleistung von 1 kW von der damaligen Deutsche Bundespost realisiert, die zusätzlich die Übertragung von zwei analoge Fernsehprogrammen erlaubten (Austauschleitung). Über die beiden kleinen Antennen wurden zusätzlich drei Betriebslinien zu je 120 analogen Fernsprechkanälen sowie eine Schutzlinie realisiert. Die massive Bauweise zollte dabei den bei in dieser exponierten Lage häufig durch Stürme auftretenden Windkräften Tribut.

Die Anlage ist nicht mit einer ähnlichen auf dem nahegelegenen Bocksberg zu verwechseln, die auch für eine entsprechende militärisch genutzte Relais-Station nach Berlin 1948 vom britischen Militär errichtet wurde und später vom US-amerikanischen Militär betrieben wurde.

Programme und Frequenzen[Bearbeiten]

Folgende UKW-Programme werden von den Sendern aus Torfhaus ausgestrahlt:

Analoger Hörfunk (UKW)[Bearbeiten]

Frequenz 
(in MHz)
Programm RDS PS Regionalisierung ERP 
(in kW)
102,4 Radio ffn ffn,
ffn-BS
Braunschweig 100
103,5 Deutschlandfunk (DLF) DLF 100
106,3 Antenne Niedersachsen HitRadio/Antenne Braunschweig 100

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten]

Vor dem Start von DVB-T wurde analoges PAL ausgestrahlt:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
23 487,25 ZDF 500 D H
53 727,25 NDR Fernsehen (Niedersachsen) 500 D H

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)