Shimoda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Shimoda (Begriffsklärung) aufgeführt.
Shimoda-shi
下田市
Shimoda
Geographische Lage in Japan
Shimoda (Japan)
Red pog.svg
Region: Chūbu
Präfektur: Shizuoka
Koordinaten: 34° 41′ N, 138° 57′ OKoordinaten: 34° 40′ 46″ N, 138° 56′ 43″ O
Basisdaten
Fläche: 104,67 km²
Einwohner: 22.099
(1. August 2017)
Bevölkerungsdichte: 211 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 22219-4
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Shimoda
Baum: Prunus speciosa
Blume: Gartenhortensie
Rathaus
Adresse: Shimoda City Hall
1-5-18, Hongō
Shimoda-shi
Shizuoka 415-8501
Webadresse: http://www.city.shimoda.shizuoka.jp
Lage Shimodas in der Präfektur Shizuoka
Lage Shimodas in der Präfektur

Shimoda (jap. 下田市, -shi) ist eine Stadt und ein Seehafen in der Präfektur Shizuoka in Japan. Shimoda ist auch für seine gelben Narzissen bekannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shimoda liegt südlich der Städte Itō und Atami auf der Halbinsel Izu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde aus der Jōmon-Zeit belegen, dass Shimoda bereits zu prähistorischen Zeiten besiedelt wurde.[2]

Während der Sengoku-Periode wurde Shimoda von der Adelsfamilie Hōjō kontrolliert.[3] Unter dem Tokugawa-Shogunat galt Shimoda als Tenryō-Territorium, das direkt vom Shogun verwaltet wurde. Zur Zeit der Edo-Periode entwickelte sich Shimodas Hafen zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Küstenschiffe zwischen Osaka und Edo.[4]

Am 31. März 1854 zwang Commodore Matthew Perry, auf Grundlage des Vertrag von Kanagawa, die Öffnung des Hafens von Shimoda und Hakodate. Die forcierte Öffnung markiert den Beginn der Handelsbeziehungen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten. Durch diese Öffnung endete die 200 Jahre währende Isolationspolitik Japans. Darüber hinaus gewährte der Vertrag den Amerikanern ein ständiges Konsulat in Japan. Das erste Konsulat wurde in Shimoda, im Tempel Gyokusen-ji, unter Leitung des Konsuls Townsend Harris eröffnet.[5][6]

Am 7. Februar 1855 wurde im Tempel Chōraku-ji der Vertrag von Shimoda unterzeichnet. Der Vertrag erklärt erstmals die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und dem kaiserlichen Russland und regelte Handels-, Schifffahrts- und Grenzbeziehungen.[7]

Im Juni 1859, im Zuge der Öffnung des Hafens von Yokohama, wurde der Hafen von Shimoda geschlossen. Gleichzeitig wurde das amerikanische Konsulat nach Edo, in den Tempel Zenpuku-ji verlegt.[8][9]

Nach der Meiji-Restauration kam Shimoda 1868 unter die Kontrolle der kurzlebigen Kikuma-Domäne und der gleichermaßen kurzweiligen Ashigara-Präfektur aus dem Jahre 1871.[10] Die Ashigara-Präfektur wurde 1876 zwischen den Präfekturen Kanagawa und Shizuoka aufgeteilt. In der Katasterreform von 1889 wurde Shimoda offiziell in den Bezirk Kamo eingegliedert.

Während der späten Phase des Zweiten Weltkriegs war Shimoda im Jahre 1945 das Ziel von Bombardierungen durch US-Streitkräfte.[11]

Die heutige Stadt Shimoda (jap. Shimoda-shi) entstand im März 1955 durch die Zusammenlegung der Dörfer von Shimoda-cho, Hamasaki-mura, Shirahama-mura, Shusuzawa-mura und Asahi-mura.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Buch Die Judith von Shimoda von Bertolt Brecht erzählt die Geschichte der Sängerin und Geisha Okichi Saito. Die Handlung orientiert sich an einer der populärsten Erzählungen aus der jüngeren Geschichte Japans. Der werkgeschichtliche Kontext spielt in der Hafenstadt Shimoda, betrachtet die erzwungene Öffnung Japans und zeigt am Beispiel Okichis ein tragisches Heldenschicksal, in dem sie sich für ihre Heimatstadt Shimoda opfert.
  • Der Mikomotoshima-Leuchtturm wurde 1870 vom britischen Ingenieur Richard Henry Brunton fertiggestellt. Es ist derzeit der älteste funktionierende Leuchtturm in Japan und ein nationales Denkmal.
  • Am Gyokusen-ji finden sich noch heute die Gräber der amerikanischen Seeleute, die während ihres Dienstes in der schwarzen Flotte verstarben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fodor's: Fodor's Japan, 1986. In: Fodor's Series. Fodor's Travel Guides, 1986, S. 275.
  2. Gina Lee Barnes: Protohistoric Yamato: archaeology of the first Japanese state, Ausgabe 78, Published jointly by the University of Michigan, Center for Japanese Studies and the Museum of Anthropology, University of Michigan, 1988, Seite 118
  3. Kōtsū Kōsha, Unʾyushō, Kankōkyoku, Tetsudōshō:Japan, the Official Guide, Japan Traavel Bureau: 1966, Seite 444
  4. New Japan, Band 2, Mainichi Publishing Company, 1949
  5. Ernest Mason Satow:,The Cambridge Modern History,Cambridge 1909, Macmillan, Seite 829
  6. Louis-Frédéric: Japan Encyclopedia, Harvard University Press: 2002, Seite 270
  7. Edgar Franz: Philipp Franz Von Siebold and Russian Policy and Action on Opening Japan to the West in the Middle of the Nineteenth Century, Iudicium Verlag, 2005, Seite 84
  8. Hamish Ion: American Missionaries, Christian Oyatoi, and Japan 1859-73 , UBC Press Vancouver, 2010, Seite 17
  9. Akhtar Malik: Survey of Buddhist Temples and Monasteries, Anmol Publications, 2007, Seite 179
  10. http://dl.ndl.go.jp/info:ndljp/pid/787951/232 - Meiji 4 Decree Proclamation No. 594, National Diet Library Modern Digital Library
  11. Jonathan L. Black-Branch, Dieter Fleck: Nuclear Non-Proliferation in International Law, Springer Verlag, 2014 Band 1, Seite 118
  12. http://www.baaa-acro.com/1958/archives/crash-of-a-douglas-dc-3-in-shimoda-33-killed/ Bureau of Aircraft Accidents Archives (B3A): Crash of a Douglas DC-3 in Shimoda: 33 killed, abgerufen am 22. Juni 2017