Staré Hrady

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Staré Hrady
Wappen von Staré Hrady
Staré Hrady (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Jičín
Fläche: 386 ha
Geographische Lage: 50° 23′ N, 15° 13′ OKoordinaten: 50° 23′ 25″ N, 15° 12′ 32″ O
Höhe: 240 m n.m.
Einwohner: 188 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 507 23
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Miclík (Stand: 2007)
Adresse: Staré Hrady 2
507 23 Libáň
Gemeindenummer: 530735

Staré Hrady (deutsch: Altenburg) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt zwölf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Jičín bei Libáň.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Altenburg (Staré Hrady)

Am Ort des heutigen Dorfes existierte im 13. Jahrhundert ein Kastell, das ursprünglich Stará genannt wurde und vermutlich im Besitz des Templerordens war. Zur Herrschaft gehörten auch Libáň, Hřmenín (heute Ortsteil von Markvartice), Važice und Sedliště. Um 1340 war sie im Besitz des Ritters Ernst von Staré, der als Ernst von Hostin (Arnošt z Hostýně) um 1300 Burggraf von Glatz war und um 1330 die Herrschaft Pardubitz erworben hatte. Nach seinem Tod fiel die Herrschaft Staré Hrady als Witwengut an seine Frau Adlička und danach an ihre vier Söhne, die nunmehr den Namenszusatz von Pardubitz benutzten und deren ältester der erste Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz war.

Im 14. Jahrhundert wurde eine neue gotische Burg mit der Kapelle Johannes des Täufers errichtet. 1393 verkaufte Smil Flaška von Pardubitz die Herrschaft Stará an Paul von Jenstein (Pavel z Jenšteina), dem im 15. Jahrhundert verschiedene Besitzer folgten. 1503 wurde sie von Johann Raschin von Riesenburg erworben und 1567 beim Verkauf an Christoph von Lobkowitz erstmals Altenburg genannt. Vier Jahre später ging sie an dessen Schwiegersohn Georg Proskowski von Proskau über, der die Burg zu einem Renaissance-Schloss umbauen ließ. 1618 wurde die verschuldete Herrschaft von Wilhelm von Lobkowitz und 1628 von Albrecht von Wallenstein erworben. Nach dessen Ermordung 1634 gelangte sie an die Adelsfamilie Schlick, die jedoch im benachbarten Kopidlno residierte. Nach dem Tod des kinderlosen Erwin Schlick erwarb 1906 Staré Hrady die Familie Weißenwolf, deren Tochter Henriette von Thurn und Taxis letzte Besitzerin wurde. 1921 ging die Herrschaft in Staatsbesitz über.

Obwohl die Schlossanlage zum Abriss bestimmt war, wurden 1960 umfangreiche Restaurierungen vorgenommen und nachfolgend eine Außenstelle des Literaturarchivs des Museums für das Nationale Schrifttum in den Gebäuden untergebracht.

1964 wurden die Gemeinden Staré Hrady und Sedliště vereint.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Epitaphien für verschiedene Angehörige der Adelsfamilien von Waldstein, von Riesenburg u. a. bei der Kirche.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karel Polák, Mitglied des Vorläufigen Theaters in Prag (Prozatímní divadlo) und Freund von Josef Kajetán Tyl
  • Lidmila Šebková-Fedrová, Organisatorin des Frauenproduktionsvereins in Prag und erfolgreiche Schriftstellerin, die ihre Werke unter dem Pseudonym Anežka Hradská veröffentlichte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)