Steve Wynn (Unternehmer)

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Steve Wynn (2008)

Stephen Alan Wynn, geboren Weinberg (* 27. Januar 1942 in New Haven, Connecticut, USA), ist ein Milliardär und Kasinobetreiber in Las Vegas.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steve Wynn wurde am 27. Januar 1942 als Kind jüdischer Eltern mit dem Namen Stephen Alan Weinberg in New Haven, Connecticut, geboren. Um antijüdische Diskriminierung zu vermeiden, änderte sein Vater 1946 den Familiennamen von Weinberg zu Wynn.

Steve Wynn begann seine Karriere in der Kasinobranche im Jahr 1967 als Teilbesitzer und Kasinoangestellter im Frontier Hotel (im Jahr 2007 gesprengt). Mit 31 Jahren begann er mit dem Aufbau des Golden Nugget Casinos. Später eröffnete er das Treasure Island, im Jahr 1989 das Mirage sowie 1998 das Bellagio. Im Jahr 1999 kaufte er das Mirage Resorts, welches er ein Jahr später für 6,6 Milliarden Dollar an die MGM Hotelkette weiterverkaufte. Danach kaufte er das alte Desert Inn Hotel und riss es ab. Im April 2005 eröffnete er auf diesem Gelände das Wynn Las Vegas.[1]

Sein bekanntestes Projekt ist das Wynn Las Vegas. Bei der Eröffnung im April 2005 war es mit 2,7 Milliarden US-Dollar Baukosten das teuerste Hotel der Welt und das höchste Kasino-Hotel in Las Vegas. Inzwischen ist es mit seinen 50 Stockwerken das vierthöchste in der Glücksspielmetropole. Übertroffen wird es vom 196 Meter hohen The Palazzo, dem Wynn-Schwesterhotel Encore, das zwei Stockwerke höher ist, sowie dem Trump International Hotel & Tower. Das Wynn Las Vegas bietet neben Luxussuiten auch eine der größten Golfanlagen, Spa und Wellnessbereich, 23 Restaurants und Bars sowie die Wynn Esplanade (hoteleigenes Einkaufszentrum). Unter dem Namen Encore hat Wynn im November 2008 ein zweites Hotel als Erweiterung direkt neben dem Wynn eröffnet. Steve Wynn gründete im April 2005 (Eröffnung des Wynn Las Vegas) die Firma Wynn Resorts bzw. Wynn Holdings LLC. Diese Firma hält alle Aktienanteile der Wynn-Hotels. Neben Steve Wynn und vielen weiteren Personen sitzt seine Frau Elaine Wynn ebenfalls im Verwaltungsrat des Konzerns. Im Oktober 2006 hat Wynn das Wynn Macau in Macau eröffnet. Das Design des gesamten Resorts wurde parallel zu Las Vegas gestaltet, ebenso der Wynn Tower.

Im Januar 2018 wurden von mehreren Frauen schwere Vorwürfe wegen sexueller Vergehen gegen Wynn erhoben. Wynn trat von seinem Amt als Finanzchef des republikanischen Parteivorstands, das er seit Beginn der Präsidentschaft Donald Trumps im Januar 2017 ausübte, zurück.[2][3] Im Februar 2018 trat er auch als CEO seines Unternehmens Wynn Resorts zurück.[4]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frontier und das Goldene Nugget (1967–1989)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wynn und seine junge Familie zogen 1967 nach Las Vegas, wo es ihm sein erfolgreiches Familienunternehmen erlaubte, eine kleine Beteiligung am Frontier Hotel und Casino zu erwerben. Im gleichen Jahr traf er E. Parry Thomas, den Vanity Fair als "der einflussreichste Bankier in Las Vegas" bezeichnet hatte. Thomas war Präsident der Bank of Las Vegas, die damals als einzige Bank bereit war, Kredite an Casinos in Las Vegas zu vergeben. Thomas half bei der Finanzierung mehrerer von Wynns frühen Grundstücksgeschäften.[5]

Ab 1968 betrieb Wynn für vier Jahre eine Wein- und Spirituosenimportfirma, die er gekauft hatte. 1971 kaufte Wynn mit Gewinnen aus einem Grundstücksgeschäft mit Howard Hughes und Caesars Palace eine Beteiligung am Golden Nugget Las Vegas, einem Wahrzeichen der Innenstadt und eines der ältesten Casinos der Stadt.[6] Wynn renovierte und erweiterte das Golden Nugget mit großem Erfolg von einer Glücksspielhalle zu einem Resort-Hotel mit Casino, das eine neue gehobene Kundschaft in die Innenstadt von Las Vegas zog.[7] Seine Unternehmensbeteiligung wuchs, so dass er 1973 Mehrheitsaktionär und jüngster Casino-Besitzer in Las Vegas wurde. 1977 eröffnete er den ersten Hotelturm des Golden Nugget, dem mehrere folgten. Frank Sinatra war ein regelmäßiger Gast im Golden Nugget.[7] Wynn hat enge Kontakte zur Familie Sinatra und auch ein Restaurant bei Encore "Sinatra" genannt.[8]

1980 begann Wynn mit dem Bau des Golden Nugget Atlantic City in Atlantic City, New Jersey. Es war das erste Casino von Atlantic City, das "von Grund auf neu gebaut" wurde,[5] das erste und einzige "lokale Casino" und das sechste Casino der Stadt, nachdem die Stadt 1976 das Glücksspiel legalisiert hatte. Joel Bergman, der die anderen Resorts von Wynn geplant hatte, entwarf auch das Atlantic Golden Nugget. Obwohl es bei seiner Eröffnung das zweitkleinste Casino der Stadt war, wurde es 1983 das bestverdienende Casino der Stadt.[9] Das Atlantic City Golden Nugget wurde 1987 von Wynn für 440 Millionen Dollar verkauft.[5]

1989 kaufte er das das Nevada Club Casino in Laughlin, Nevada, und benannte es in Golden Nugget Laughlin um.[10]

Picasso-Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steve Wynn ist ein passionierter Kunstsammler und besaß unter anderem das Gemälde Le Rêve von Pablo Picasso, das er am 11. November 1997 bei Christie’s aus der Sammlung Ganz ersteigerte. Als er es für rund 139 Millionen US-Dollar verkaufen wollte, stieß er bei einem Empfang für Kunstreporter ungeschickt mit dem Ellenbogen dagegen und beschädigte das Bild.[11][12] Der potentielle Käufer Steven A. Cohen sprang daraufhin ab. Später beteuerte Wynn, dass er das Ereignis als ein Zeichen verstehe, das Gemälde nicht zu verkaufen.[12] Nach einer 90.000 US-Dollar teuren Reparatur war das Gemälde wiederhergestellt; der Wert wurde jetzt auf 85 Millionen US-Dollar geschätzt. Wynn wollte nun den Differenzbetrag von 54 Millionen US-Dollar zum seinerzeit vereinbarten Verkaufspreis von 139 Millionen US-Dollar von seinem Versicherer Lloyd’s of London eintreiben, was etwa seinem Kaufpreis entsprochen hätte. Als der Versicherer sich weigerte, erhob Wynn im Januar 2007 Klage.[13][14] Der Fall wurde schließlich im März 2007 außergerichtlich geregelt,[15] das Gemälde im März 2013 für 155 Millionen Dollar an Cohen verkauft.[16]

Vermögen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Forbes Liste der reichsten Menschen der Welt belegte er 2013 den 503. Platz mit einem geschätzten Vermögen von 2,8 Milliarden US-Dollar.[17] Im Januar 2018 belegt er mit rund 3,5 Milliarden US-Dollar noch Rang 814.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julie Creswell: The Chips Are Down in Vegas, but Steve Wynn Is Betting Big. The New York Times, 3. August 2008, abgerufen am 22. Juni 2017 (englisch).
  2. http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_83128238/trump-freund-stephen-wynn-soll-dutzende-frauen-sexuell-genoetigt-haben.html
  3. Exit nach Missbrauchsvorwürfen: Steve Wynn ist raus. Abgerufen am 21. Dezember 2018.
  4. Vorwürfe sexuellen Missbrauchs: Casino-Milliardär Wynn tritt von Spitze seines Konzerns zurück. In: Spiegel Online. 7. Februar 2018, abgerufen am 9. Juni 2018.
  5. a b c Steve Wynn’s Biggest Gamble. In: vanityfair.com. 1. Juni 2005, abgerufen am 18. November 2019.
  6. The First 100 Persons Who Shaped Southern Nevada. In: san-francisco-hotels-ca.com. Abgerufen am 18. November 2019.
  7. a b Frank Sinatra Dies at 82. In: nytimes.com. 16. Mai 1998, abgerufen am 18. November 2019.
  8. Encore in Las Vegas returns Frank Sinatra’s 1954 Oscar. In: reviewjournal.com. 8. Januar 2009, abgerufen am 18. November 2019.
  9. Wynn, Lose or Draw. In: casinoconnectionac.com. 25. November 2008, archiviert vom Original am 9. Juli 2015; abgerufen am 18. November 2019.
  10. After Boom Decade, Gambling Town of Laughlin Shows Strain. In: latimes.com. 25. Juli 1991, abgerufen am 18. November 2019.
  11. Nora Ephron: Mein Wochenende in Vegas. In: The Huffington Post, 16. Oktober 2006, abgerufen 7. September 2010.
  12. a b Nick Paumgarten: Die $ 40-Millionen Ellbogen. In: The New Yorker, 23. Oktober 2006, abgerufen 7. September 2010
  13. Steve Wynn’s Bad Dream. Vegas mogul sues Lloyd’s over $54 million damaged Picasso claim. In: The Smoking Gun, 11. Januar 2007. Abgerufen 7. September 2010
  14. Marc Spiegler: Vom Traum zum Alptraum In: Artnet.de, 17. Januar 2007 (englisch). Abgerufen 7. September 2010
  15. David Glovin: Wynn Settles Insurance Suit With Lloyd’s Over a Torn Picasso. In: Bloomberg, 23. März 2007. Abgerufen 7. September 2010
  16. Carol Vogel, Peter Lattman: $616 million poorer, hedge fund owner still buys art, New York Times, 26. März 2013 (englisch)
  17. Forbes.com: Profil von Steve Wynn

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steve Wynn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien