Sudice

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sudice
Wappen von Sudice
Sudice (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Opava
Fläche: 943 ha
Geographische Lage: 50° 2′ N, 18° 4′ OKoordinaten: 50° 1′ 53″ N, 18° 4′ 7″ O
Höhe: 244 m n.m.
Einwohner: 619 (1. Jan. 2019)[1]
Postleitzahl: 747 25
Verkehr
Straße: OpavaRacibórz
Nächster int. Flughafen: Flughafen Ostrava
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Halfar (Stand: 2009)
Adresse: Náměstí P. Arnošta Jureczky 13
747 25 Sudice
Gemeindenummer: 510378
Website: obec-sudice.cz

Sudice (deutsch Zauditz) ist eine Gemeinde im Okres Opava in Tschechien. Sie gehört zur Region Mährisch-Schlesien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sudice liegt im nördlichen Zipfel des Hultschiner Ländchens an der Bilawoda, unmittelbar an der Staatsgrenze zu Polen. Polnischer Nachbarort ist das ein Kilometer entfernte Klein Peterwitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstraße
katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
Katholisches Pfarrhaus
Sowjetischer T34/85-Panzer zwischen Zauditz und dem Grenzübergang

Zauditz wurde 1327 erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit befand sich das Dorf im Besitz des Dominikanerklosters Ratibor. Das Dorf gehörte zum Herzogtum Troppau und gelangte nach dessen Teilung 1377 an das Herzogtum Jägerndorf.

Zusammen mit dem Nachbarort Thröm bildete es eine deutsche Sprachinsel, während in den anderen Ortschaften in Norden des Hultschiner Ländchens durch den Zuzug mährischsprachiger Bevölkerung eine Slawisierung erfolgte.

Seit 1533 sind für Zauditz Stadtrechte nachweisbar; es wird angenommen, dass diese bereits im 15. Jahrhundert verliehen wurden. Zauditz war ein Mediatstädtchen. Peter Oderski von Liderau, der 1571 verstarb, war der erste Grundherr, dessen Name bekannt ist. Die Besitzer des Städtchens wechselten oft. Darunter waren im 18. Jahrhundert die Freiherren von Henneberg, 1816 folgte Ludwig Freiherr von Bibran. Von 1833 bis 1839 besaß Eduard Fürst Lichnowsky Zauditz, bevor es in den Besitz des belgischen Hauses Lejeune und 1856 des Anselm Freiherr von Rothschild kam.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Zauditz an Preußen, wodurch es in eine Grenzlage geriet, die sich wirtschaftlich negativ auswirkte. Im 18. Jahrhundert verlor es das Stadtrecht und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts vom Marktflecken zur Landgemeinde herabgestuft. Bei der preußischen Kreisreform von 1816 erfolgte die Zuordnung der Gemeinde, die zuvor dem Kreis Leobschütz angehörte, zum Landkreis Ratibor. 1920 kam Zauditz zur Tschechoslowakei, wodurch es weiterhin in eine Grenzlage geriet. Östlich und westlich verlief die Grenze zu Deutschland und im Norden lag nur noch Thröm.

1938 erfolgte die Rückgliederung nach Deutschland und in den Landkreis Ratibor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es 1945 der Tschechoslowakei eingegliedert.

1993 wurde mit dem Grenzübergang Sudice-Pietraszyn (Klein Peterwitz) eine Straßenverbindung ins polnische Racibórz geschaffen. 2007 wurde die Grenzübergangsstelle aufgehoben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1799: 767 Einwohner
1825: 927
1855: 1201
1861: 1186
1905: 1.142
1939: 869

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sudice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)