Třebom

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Třebom
Wappen von Třebom
Třebom (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Opava
Fläche: 951 ha
Geographische Lage: 50° 3′ N, 18° 2′ OKoordinaten: 50° 2′ 55″ N, 18° 2′ 1″ O
Höhe: 226 m n.m.
Einwohner: 224 (1. Jan. 2018)[1]
Postleitzahl: 747 25
Verkehr
Straße: Sudice – Třebom
Nächster int. Flughafen: Flughafen Ostrava
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jaroslav Vlk (Stand: 2013)
Adresse: Třebom 3
747 25 Sudice
Gemeindenummer: 569101
Website: www.trebom.cz

Třebom (deutsch Thröm) ist eine Gemeinde mit 208 Einwohnern in Tschechien. Der zum Okres Opava gehörige Ort liegt im äußersten Norden des Hultschiner Ländchen an der polnischen Grenze und ist nur im Südosten mit dem tschechischen Staatsgebiet verbunden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Georg in Třebom

Třebom liegt in 226 m ü. M. am Flüsschen Pština und bildet einen ins polnische Territorium hineinragenden Zipfel. Nachbarorte sind Sudice im Südosten sowie polnischen Ortschaften Krotoszyn und Kietrz im Norden, Gródczanki an der Troja im Nordosten, Ściborzyce Wielkie und Rozumice im Süden sowie Dzierżysław im Osten. Nach Polen führen zwei Übergänge für den kleinen Grenzverkehr nach Kietrz und Gródczanki.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt 1349. 1377 erfolgte im Zuge der Teilung des Herzogtums Troppau der Verkauf des Dorfes an Ulrich von Pilgersdorf. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bildete Thröm zusammen mit Hratschein eine kleine Herrschaft, deren Besitzer Bavor von Hratschein und Thröm war. Ab 1485 folgen nacheinander die Adelsfamilien von Vřesovice, Stvolov, Füllstein und Tworkau. Nach 1580 ist der herrschaftliche Hof in Thröm erloschen.

1582 erwarb der Troppauer Hauptmann Johann von Würben auf Hultschin Thröm. Der Ort blieb im Besitz der Familie bis zum Dreißigjährigen Krieg. Auf Johanns Sohn Stefan folgte Johann der Jüngere von Würben auf Stremplowitz aus der Freudenthaler Linie. Dessen Besitz wurde 1621 nach der Schlacht am Weißen Berg konfisziert und Thröm gelangte zusammen mit Hratschein an den Deutschritterorden. 1699 wurden alle dem Ort vor langer Zeit durch Lacek Ojíř gewährten Privilegien über die Frondienste aufgehoben. 1708 wurde die erste Schule eingerichtet, ein eigenes Schulhaus wurde erst im Jahre 1800 erbaut.

1742 wurde Thröm zusammen mit dem gesamten Hultschiner Ländchen an Preußen abgetreten. Zwischen 1781 und 1785 entstand die Pfarrkirche St. Georg. 1816 wurde der Ort Teil des neugebildeten Kreises Ratibor. 1858 bildete sich die Weberinnung. 1863 ging das Ordensgut Thröm aus dem Besitz des Ritterordens an den preußischen Staat über. 1912 lebten in dem Dorf 818 Menschen.

Durch den Vertrag von Versailles kam Thröm, das zusammen mit Zauditz einer der beiden rein deutschsprachigen Orte des Hultschiner Ländchens war, 1920 gegen den Willen der Bevölkerung zur Tschechoslowakei und wurde Teil des Okres Hlučin. Durch die entstandene Grenzlage stagnierte die weitere Entwicklung des Ortes und ein Teil der Bewohner siedelte nach Deutschland über. 1930 hatte Thröm 752 Einwohner. Die restriktive Minderheitenpolitik der Tschechoslowakei sorgte für Unwillen unter Bevölkerung, der dazu führte dass bei den Wahlen von 1935 die Sudetendeutsche Partei mit mehr als 60 % der Stimmen einen erdrutschartigen Sieg erzielte. Die Ankündigungen Hitlers auf dem Nürnberger Reichsparteitag „Großdeutschland“ wurden mit Begeisterung aufgenommen und führten im September 1938 zu einem Aufstand in Thröm. Nach dem Münchner Abkommen erfolgte am 1. Oktober 1938 der deutsche Einmarsch in Thröm. 1939 wurde der Ort wieder in den Landkreis Ratibor eingegliedert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam Třebom an die wiedererrichtete Tschechoslowakei zurück und etwa 103 der verbliebenen Einwohner wurden nach Deutschland vertrieben. Bis zu dessen Auflösung im Jahre 1960 gehörte der Ort dem Okres Hlučin an. Zum 1. Juni 1975 erfolgte die Eingemeindung nach Sudice, die nach 1990 wieder aufgehoben wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2018 (PDF; 421 KiB)