Syzygium (Gattung)

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Syzygium
Gewürznelke (Syzygium aromaticum), Illustration aus Köhler's Medizinalpflanzen

Gewürznelke (Syzygium aromaticum), Illustration aus Köhler's Medizinalpflanzen

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Gattung: Syzygium
Wissenschaftlicher Name
Syzygium
P.Browne ex Gaertn.

Syzygium ist eine Pflanzengattung in der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Die etwa 1200 Arten sind in der Paläotropis weitverbreitet.[1] Die in Mitteleuropa bekannteste Art ist der Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum). Aber auch andere Arten werden genutzt, zum Beispiel die Früchte des Javaapfels (Syzygium samarangense).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borke des Javaapfels (Syzygium samarangense)
Gegenständige, einfache Laubblätter von Syzygium laetum
Blüte des Rosenapfels (Syzygium jambos)
Früchte des Javaapfels (Syzygium samarangense)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Syzygium-Arten sind Bäume, Sträucher[1] oder Halbsträucher.

Die gegenständig oder manchmal wirtelig angeordneten Laubblätter sind oft nur kurz gestielt oder fast sitzend.[1] Die einfachen Blattspreiten weisen eine Fiedernervatur auf, die meist eine Ader parallel zum Blattrand ausbildet.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die end- oder seitenständigen, meist zymösen oder rispigen Blütenstände sind drei- bis vielblütig, die Blüten können jedoch auch einzeln in den Achseln stehen. Die kleinen, unauffälligen Tragblätter fallen nach dem Verblühen ab.

Die Blüten sind radiärsymmetrisch und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.[1] Der Blütenboden ist gelegentlich über den Fruchtknoten hinaus verlängert, die Basis ist meistens zu einem Pseudoblütenstiel verlängert, der oberhalb der Tragblätter ansetzt. Die vier oder fünf Kelchblätter können früh abfallen oder auch beständig sein. Die Kronblätter stehen frei oder sind mehr oder weniger (vor allem bei den afrikanischen Arten) verwachsen. Die Kelch- und/oder die Kronblätter können als Kalyptra oder Pseudokalyptra ausgebildet sein.[2]

Die Staubblätter sind meist vielzählig und auffällig, in einigen Arten stehen sie auf dem Rand des Blütenbodens. Sie stehen frei oder sind undeutlich in vier Büscheln gruppiert. Die Staubfäden sind fadenförmig, die Staubbeutel springen mit Längsschlitzen auf. Der unter- bis oberständige Fruchtknoten ist zweikammerig, nur selten auch drei- oder vierkammerig, die Kammern stehen nahe dem oberen Teil des Fruchtknotens und enthalten wenige bis viele Samenanlagen, die in nahezu köpfchenförmigen Gruppen an den mittleren Teilen der Kammern befestigt sind. Der mehr oder weniger lange Griffel besitzt oft nur eine sehr feine Narbe.

Die fleischige oder trocken-ledrige Beere enthält ein oder zwei, nur selten mehr, große Samen. Die Samenoberfläche ist membranartig bis krustig. Die Keimblätter sind fleischig, stehen meist komplett frei oder sind teilweise verwachsen, komplett verwachsene Keimblätter sind selten. Einige Arten können polyembryonische Samen ausbilden.[3]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Zubereitung von indonesischen Gerichten werden einige Arten dieser Gattung wie Gewürznelken (Syzygium aromaticum) und Indonesisches Lorbeerblatt (Syzygium polyanthum, Daun Salam) häufig als Gewürz benutzt. Als Frischobst werden Javaapfel, Wasserapfel bzw. die Apfeljambuse auf Märkten angeboten.Syzygium polycephalum und Syzygium cumini sind seltener auf dem Markt zu finden. Gewürznelken sind auch ein charakteristisches Gewürz für Friesischen Nagelkaas.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Syzygium wurde 1788 durch Patrick Browne in Joseph Gärtner: De Fructibus et Seminibus Plantarum: accedunt seminum centuriae quinque priores cum tabulis Aeneis LXXIX. Stutgardiae, Tubingae, 1, Seite 166–167, Tafel 33, Figur 1 aufgestellt.[4][5] Als Lectotypus-Art wurde 1956 Syzygium caryophyllaeum Gaertn. durch McVaugh in Taxon, Volume 5, Seite 164 festgelegt.[4] Syzygium P.Br. ex Gaertn. wurde konserviert gegenüber Suzygium P.Br. (Shenzhen ICN Art. 14 & App. III), Caryophyllus L. und Jambosa Adan.[4][5] Synonyme für Syzygium P.Br. ex Gaertn. nom. cons. s. l. sind: Acicalyptus A.Gray, Acmena DC., Acmenosperma Kausel, Anetholea Peter G.Wilson, Aphanomyrtus Miq., Bostrychode (Miq.) O.Berg, Caryophyllus L. non Mill., Cerocarpus Colebr. ex Hassk., Cetra Noronha nom. nud., Clavimyrtus Blume, Cleistocalyx Blume, Cupheanthus Seem., Gaslondia Vieill., Gelpkea Blume, Jambolifera Houtt. nom. illeg., Jambos Adans., Jambosa DC. nom. illeg., Leptomyrtus (Miq.) O.Berg, Lomastelma Raf., Macromyrtus Miq., Macropsidium Blume, Microjambosa Blume, Malidra Raf., Myrthoides Wolf, Pareugenia Turrill, Piliocalyx Brongn. & Gris, Pseudoeugenia Scort., Opa Lour., Strongylocalyx Blume, Syllysium Meyen & Schauer, Syllisium Endl. orth. var., Tetraeugenia Merr., Waterhousea B.Hyland, Xenodendron K.Schum. & Lauterb., Strongylocalyx Blume.[6]

Äußere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Syzygium gehört zur Tribus Syzygieae in der Unterfamilie Myrtoideae innerhalb der Familie Myrtaceae.[5]

Innere Systematik, Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Syzygium wird in Untergattungen und Sektionen gegliedert.[2]

Die Gattung Syzygium besitzt ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Tropen und Subtropen der Alten Welt, einige wenige Arten sind in Australien und auf Neuseeland beheimatet. In China kommen etwa 80 Arten vor, 45 davon nur dort.[1] Einige Arten sind beispielsweise in der Neuen Welt Neophyten.

Es gibt etwa 1200 Syzygium-Arten (Stand 2008 + einige danach erstbeschriebene Arten oder Neukombinationen):[6]

Blüten von Syzygium anisatum
Blüten von Syzygium aqueum
Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum)
Laubblätter, Blüten und Früchte von Syzygium australe
Habitus von Syzygium bullockii
Laubblätter und Blütenstände von Syzygium buxifolium
Laubblätter und Früchte von Syzygium buxifolium
Blütenstand von Syzygium caryophyllatum
Blütenstand von Syzygium cordatum
Kauliflore Blütenstände von Syzygium cormiflorum
Blütenstand von Syzygium cumini
Habitus von Syzygium francisii
Laubblätter und Blütenstände von Syzygium grande
Rosenapfel (Syzygium jambos)
Rosenapfel (Syzygium jambos)
Blüten von Syzygium laetum
Blütenstände von Syzygium luehmannii
Laubblätter und Blüten vom Wasserapfel (Syzygium malaccense)
Laubblätter und Früchte vom Wasserapfel (Syzygium malaccense)
Gowok, Kupa (Syzygium polycephalum)
Javaapfel (Syzygium samarangense)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. Verdcourt: Syzygium. In: Flora of Tropical East Africa, Volume 97, 2001.
  • Jie Chen, Lyn A. Craven: Myrtaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 13 – Clusiaceae through Araliaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. Syzygium, S. 335–357 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Jie Chen, Lyn A. Craven: Myrtaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 13 – Clusiaceae through Araliaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. Syzygium, S. 335–357 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. a b Lyn A. Craven, E. Biffin: An infrageneric classification of Syzygium (Myrtaceae). In: Blumea. Volume 55, Issue 1, 2010, S. 94–99, doi:10.3767/000651910X499303, PDF bei Naturalis repository.
  3. E. Nic Lughadha, C. Proenca: Survey of the Reproductive Biology of the Myrtoideae (Myrtaceae). In: Annals of the Missouri Botanical Garden, Volume 83, Issue 4, 1996, S. 480–503. JSTOR 2399990
  4. a b c Syzygium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis Abgerufen am 6. Mai 2020.
  5. a b c Syzygium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 6. Mai 2020.
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx dy dz ea eb ec ed ee ef eg eh ei ej ek el em en eo ep eq er es et eu ev ew ex ey ez fa fb fc fd fe ff fg fh fi fj fk fl fm fn fo fp fq fr fs ft fu fv fw fx fy fz ga gb gc gd ge gf gg gh gi gj gk gl gm gn go gp gq gr gs gt gu gv gw gx gy gz ha hb hc hd he hf hg hh hi hj hk hl hm hn ho hp hq hr hs ht hu hv hw hx hy hz ia ib ic id ie if ig ih ii ij ik il im in io ip iq ir is it iu iv iw ix iy iz ja jb jc jd je jf jg jh ji jj jk jl jm jn jo jp jq jr js jt ju jv jw jx jy jz ka kb kc kd ke kf kg kh ki kj kk kl km kn ko kp kq kr ks kt ku kv kw kx ky kz la lb lc ld le lf lg lh li lj lk ll lm ln lo lp lq lr ls lt lu lv lw lx ly lz ma mb mc md me mf mg mh mi mj mk ml mm mn mo mp mq mr ms mt mu mv mw mx my mz na nb nc nd ne nf ng nh ni nj nk nl nm nn no np nq nr ns nt nu nv nw nx ny nz oa ob oc od oe of og oh oi oj ok ol om on oo op oq or os ot ou ov ow ox oy oz pa pb pc pd pe pf pg ph pi pj pk pl pm pn po pp pq pr ps pt pu pv pw px py pz qa qb qc qd qe qf qg qh qi qj qk ql qm qn qo qp qq qr qs qt qu qv qw qx qy qz ra rb rc rd re rf rg rh ri rj rk rl rm rn ro rp rq rr rs rt ru rv rw rx ry rz sa sb sc sd se sf sg sh si sj sk sl sm sn so sp sq sr ss st su sv sw sx sy sz ta tb tc td te tf tg th ti tj tk tl tm tn to tp tq tr ts tt tu tv tw tx ty tz ua ub uc ud ue uf ug uh ui uj uk ul um un uo up uq ur us ut uu uv uw ux uy uz va vb vc vd ve vf vg vh vi vj vk vl vm vn vo vp vq vr vs vt vu vv vw vx vy vz wa wb wc wd we wf wg wh wi wj wk wl wm Rafaël Govaerts, N. Sobral, P. Ashton, F. Barrie, B. K. Holst, L. L. Landrum, K. Matsumoto, F. Fernanda Mazine, E. Nic Lughadha, C. Proença et al. 2008: World Checklist of Myrtaceae: 1–455. Kew Publishing, Royal Botanic Gardens, Kew. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Syzygium. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 5. Mai 2020.
  7. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx dy dz ea eb ec ed ee ef eg eh ei ej ek el em en eo ep eq er es et eu ev ew ex ey ez fa fb fc fd fe ff fg fh fi fj fk fl fm fn fo fp fq fr fs ft fu fv fw fx fy fz ga gb gc gd ge gf gg gh gi gj gk gl gm gn go gp gq gr gs gt gu gv gw gx gy gz ha hb hc hd he hf hg hh hi hj hk hl hm hn ho hp hq hr hs ht hu hv hw hx hy hz ia ib ic id ie if ig ih ii ij ik il im in io ip iq ir is it iu iv iw ix iy iz ja jb jc jd je jf jg jh ji jj jk jl jm jn jo jp jq jr js jt ju jv jw jx jy jz ka kb kc kd ke kf kg kh ki kj kk kl km kn ko kp kq kr ks kt ku kv kw kx ky kz la lb lc ld le lf lg lh li lj lk ll lm ln lo lp lq lr ls lt lu lv lw lx ly lz ma mb mc md me mf mg mh mi mj mk ml mm mn mo mp mq mr ms mt mu mv mw mx my mz na nb nc nd ne nf ng nh ni nj nk nl nm nn no np nq nr ns nt nu nv nw nx ny nz oa ob oc od oe of og oh oi oj ok ol om on oo op oq or os ot ou ov ow ox oy oz pa pb pc pd pe pf pg ph pi pj pk pl pm pn po pp pq pr ps pt pu pv pw px py pz qa qb qc qd qe qf qg qh qi qj qk ql qm qn qo qp qq qr qs qt qu qv qw qx qy qz ra rb rc rd re rf rg rh ri rj rk rl rm rn ro rp rq rr rs rt ru rv rw rx ry rz sa sb sc sd se sf sg sh si sj sk sl sm sn so sp sq sr ss st su sv sw sx sy sz ta tb tc td te tf tg th ti tj tk tl tm tn to tp tq tr ts tt tu tv tw tx ty tz ua ub uc ud ue uf ug uh ui uj uk ul um un uo up uq ur us ut uu uv uw ux uy uz va vb vc vd ve vf vg vh vi vj vk vl vm vn vo vp vq vr vs vt vu vv vw vx vy vz wa wb wc Rafaël Govaerts, N. Sobral, P. Ashton, F. Barrie, B. K. Holst, L. L. Landrum, K. Matsumoto, F. Fernanda Mazine, E. Nic Lughadha, C. Proença et al. 2008: World Checklist of Myrtaceae: 1–455. Kew Publishing, Royal Botanic Gardens, Kew. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Syzygium. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 5. Mai 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Syzygium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lyn A. Craven, E. Biffin, P. S. Ashton: Acmena, Acmenosperma, Cleistocalyx, Piliocalyx and Waterhousea formally transferred to Syzygium (Myrtaceae). In: Blumea, Volume 51, Issue 1, 2006, S. 131–142. doi:10.3767/000651906X622382
  • E. Biffin, Lyn A. Craven, M. D. Crisp, P. A. Gadek: Molecular systematics of Syzygium and allied genera (Myrtaceae): evidence from the chloroplast genome. In: Taxon, Volume 55, Issue 1, 2006, S. 79–94.
  • W. K. Soh, J. Parnell: Comparative leaf anatomy and phylogeny of Syzygium Gaertn. In: Pl. Syst. Evol., Volume 297, 2011, S. 1–32.
  • W. K. Soh, J. Parnell: A revision of Syzygium Gaertn. (Myrtaceae) in Indochina (Cambodia, Laos and Vietnam). In: Adansonia, Series 3, Volume 37, 2015, S. 179–275.