Tatort: Blut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelBlut
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
X Filme Creative Pool für Radio Bremen
Länge89 Minuten
EinordnungFolge 1070 (Liste)
Erstausstrahlung28. Oktober 2018 auf Das Erste
Stab
RegiePhilip Koch
DrehbuchPhilip Koch und Holger Joos
ProduktionMichael Polle
MusikMichael Kadelbach
KameraJonas Schmager
SchnittFriederike Weymar
Besetzung

Blut ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der von X Filme Creative Pool für Radio Bremen produzierte Beitrag wurde am 28. Oktober 2018 im Ersten ausgestrahlt. In dieser 1070. Tatort-Folge ermitteln die Bremer Kommissare Lürsen und Stedefreund ihren 38. Fall.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Freundinnen Anna, Julia und Katrin verbringen einen gemütlichen Mädelsabend. Gegen halb vier Uhr machen sich Anna und Julia auf den Heimweg. Kurz nachdem sich ihre Wege trennen, wird Julia in einem Park von einer unbekannten Gestalt verfolgt. Sie flüchtet und kann noch knapp den Notruf wählen, bevor sie von der Gestalt angegriffen und durch Bisse am Hals getötet wird. Als Anna Schreie hört, eilt sie ihr nach und wird Zeugin der Tat.

Die massiven Verletzungen am Hals der toten Frau stellen Lürsen und Stedefreund vor ein Rätsel. Sie gehen erst davon aus, dass diese von einem Tier stammen. Die Auswertung der Notrufaufzeichnung ergibt, dass eine Zeugin die Tat gesehen haben muss. Sie gehen zurück zum Tatort und finden die traumatisierte Augenzeugin in einem Abwasserkanal kauernd. Sie kann jedoch nur den verstörenden Hinweis auf einen „Vampir“ geben. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergibt, dass die Bisse von einer Frau stammen.

Im Krankenhaus wird Anna von der Täterin aufgesucht, kann jedoch fliehen. Sie wird wenig später zu Hause auf die gleiche Art ermordet, wie zuvor Julia. Stedefreund, der knapp zu spät am Tatort eintrifft, verfolgt die flüchtende Täterin, wird jedoch von ihr angegriffen und gebissen. Den Rest der Folge hat er mit Fieber, Albträumen und Halluzinationen zu kämpfen.

Die Spur führt zu Nora Harding, die seit ihrer Kindheit an einer Lichtallergie leidet. Sie lebt mit ihrem kranken Vater zusammen, der ihr regelmäßig Rinderblut kauft und von seinem Arbeitsort, der Verbrennungsanlage für ethische Abfälle, abgelaufene menschliche Blutkonserven nach Hause bringt. Ihre Mutter hatte ihr als Kind erfolgreich eingeredet, dass sie ein Vampir sei. Sie biss die jungen Frauen und Stedefreund in dem Glauben, sie zu Vampiren machen zu können, um ihre Einsamkeit zu überwinden. Es kommt zu einem Kampf zwischen Harding und Stedefreund, bei dem er ihr in seiner Verstörung einen Holzpflock ins Herz rammen will, um seiner scheinbaren Wandlung zum Vampir zu entkommen. Seine anrückende Kollegin Lürsen findet die Beiden im Kampf. Die Überraschung nutzt Stefedreund und tritt Harding durch eine Glastür mit heruntergelassener Jalousie nach draußen, wo sie dem Tageslicht ausgesetzt und geblendet wird. Durch ihre Lichtempfindlichkeit verliert sie die Orientierung, beim panischen Herumirren fällt sie unglücklich über einen Stapel Plastersteine, fällt und bricht sich an einer Stein-Treppenstufe das Genick. Stedefreund kommt in Klinik. Eventuell hatte eine der Blutkonserven von Harding einen Virus, der bei ihm das Fieber, den Ausschlag und die Wahnvorstellungen verursachte. Er bittet die Krankenschwester, den Vorhang zuzuziehen, da ihn die Sonne blendet. Im Halbdunkel sieht man Harding an seinem Bett stehen, sie sagt: "Nun sind wir für immer vereint".

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 22. August 2017 bis zum 21. Oktober 2017 in Bremen und Bremerhaven gedreht.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wie jeder Vampirfilm – von ‚Nosferatu‘ bis zur ‚Twilight‘-Reihe – ist dieser öffentlich-rechtliche Krimi mit seinen unverbrauchten Akteuren auch ein Film über die Sehnsucht nach Vereinigung. Ein romantischer Blutrausch und Überwältigungsakt für die junge Zielgruppe, der in enger Absprache mit dem Jugendschutzbeauftragten von Radio Bremen entstanden ist. Denn frisches Blut tut dem ‚Tatort‘ gut.“

„Im Ganzen aber ein ganz gelungenes Genre-Experiment, Lilith Stangenberg als Vampirin ist toll, vor allem, weil sie keine Vampirin ist, jedenfalls keine, deren Biss ihr Opfer auch zum Vampir machen würde. Jemand, der eigentlich Gefährten sucht, wird also immer einsamer. Das ist die Geschichte hinter der Geschichte.“

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Blut am 28. Oktober 2018 wurde in Deutschland von 8,30 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 23,0 % für Das Erste.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tatort: Blut bei crew united
  2. Christian Buß: Vampir-"Tatort" aus Bremen. Das Blut der anderen. In: Kultur. Spiegel Online, 26. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018: „9 von 10 Punkten“
  3. Holger Gertz: ARD-Krimi aus Bremen. Dieser "Tatort" ist für Kinder und Traditionalisten ungeeignet. Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  4. Fabian Riedner: Primetime-Check: Sonntag, 28. Oktober 2018. Quotenmeter.de, 29. Oktober 2018, abgerufen am 29. Oktober 2018.