Tatort: Kinder der Gewalt

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Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Kinder der Gewalt
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
WDR
Länge 89 Minuten
Einordnung Folge 411 (Liste)
Erstausstrahlung 2. Mai 1999 auf Das Erste
Stab
Regie Ben Verbong
Drehbuch Edgar von Cossart
Ben Verbong
Produktion Sonja Goslicki
Musik Hannes Vester
Kamera Kay Gauditz
Schnitt Vera van Appeldorn
Besetzung

Kinder der Gewalt ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort der ARD und des ORF. Der vom WDR produzierte Beitrag wurde am 2. Mai 1999 erstmals ausgestrahlt und ist die 411. Tatortfolge und der siebte Fall der Ermittler Ballauf und Schenk.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einer Kölner Gesamtschule sind Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung. Ballauf muss dies miterleben, nachdem der Sohn seiner Hotelwirtin blutend und ohne seine Turnschuhe nach Hause kommt - zwei Jungen seiner Klasse zeichnen für den Raub verantwortlich. Während Jürgen in die Klinik gebracht wird, begehen zwei weitere Jungen seiner Klasse einen Einbruch, bei dem sie allerdings von der Polizei gestellt werden.

Jürgen ist so eingeschüchtert, dass er seine Peiniger nicht verrät. Ballauf versucht auf dem Polizeirevier, etwas aus ihm heraus zu bekommen, doch Jürgen sagt nur, dass die ihn töten würden, wenn er sie verraten würde. Das geschieht tatsächlich am nächsten Tag. Er wird auf der Toilette der Schule tot aufgefunden und es sieht so aus, als ob er sich selbst erschossen hätte. Ballauf trifft die Nachricht hart, die ihm sein Kollege Schenk überbringen muss und er zweifelt nicht daran, dass der Junge umgebracht wurde. Die Obduktion ergibt zahlreiche Spuren von Misshandlungen, doch die Befragung der Klassenkameraden bringt wenig Hinweise, da keines der Kinder sich etwas zu sagen traut. So lässt sich Max Ballauf als neuer Sportlehrer in der Schule einstellen, um mehr herauszufinden.

Einer Lehrerin ist schon seit längerem ein Fahrzeug vor der Schule aufgefallen; die Halterabfrage führt zu einem Johannes Schmitz, der bei der Polizei wegen diverser Delikte bereits aktenkundig ist. Schon bald vermuten die Kommissare, dass Schmitz die Kinder für sich arbeiten und Einbrüche verüben lässt. Als sie diesem Verdacht nachgehen, finden sie heraus, dass zwei der Jungen davon überzeugt waren, dass Jürgen sie bei der Polizei verraten hätte, da sie ihn nach ihrer Festnahme auf der Wache gesehen hatten. Das hatten sie ihrem „Boss“, Johannes Schmitz, erzählt. Dieser wird daraufhin festgenommen.

Die Jungen Tobias Bender und Karl Reinders quälen inzwischen, nachdem Jürgen nicht mehr da ist, seinen Freund Danni, der sich an den Einbrüchen beteiligen muss. Bei einer Aussprache in der Klasse kommt zu Tage, wie sehr Tobias Jürgen immer wieder gequält und gedemütigt hatte. Die Schülerin Nadine berichtet davon, dass Jürgen ihr öfter gesagt hatte, dass er es nicht mehr aushalten würde. So stellt sich am Ende heraus, dass der Junge sich tatsächlich selbst erschossen hatte und die Waffe aus einem der Einbrüche stammte, bei denen er unter Zwang mitgemacht hatte.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tessa Mittelstaedt spielt in dieser Episode die Urlaubsvertretung für Lissy Pütz und heißt Anja. Ein Jahr später wird sie mit der Rolle der Franziska Lüttgenjohann fester Bestandteil der nächsten 44 Köln-Tatorte an der Seite von Ballauf und Schenk.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Kinder der Gewalt am 2. Mai 1999 wurde in Deutschland insgesamt von 7,88 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 24,04 Prozent für Das Erste.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV Spielfilm zeigte den Daumen nach oben und befand: „Engagiert, realistisch, noch heute brisant“.[2]

Der Wahlberliner urteilt: „Plottechnisch gibt’s ein paar Fragwürdigkeiten. […] Was den Film hingegen auszeichnet, sind der Wechsel zwischen der Schilderung drastischer Kindercharaktere und ganz kleiner, leiser Momente, die viel aussagen.“[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tatort - Kinder der Gewalt Drehorte und Einschaltquote bei der Internet Movie Database, abgerufen am 28. Juni 2015.
  2. TV-Krimi um Verbrechen an einer Schule. Kurzkritik bei TV Spielfilm bei tvspielfilm.de, abgerufen am 25. Juni 2015.
  3. Kinder der Gewalt Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 25. Juni 2015.