Dietmar Bär

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Dietmar Bär, 2011

Dietmar Bär (* 5. Februar 1961 in Dortmund) ist ein deutscher Schauspieler sowie Synchron- und Hörbuchsprecher. Er wurde vor allem in der Rolle des Ermittlers Freddy Schenk in der WDR-Ausgabe des Tatorts bekannt.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 absolvierte Dietmar Bär das Abitur am Dortmunder Leibniz-Gymnasium. Während seiner Schulzeit wurde er Mitglied der SDAJ.[1] Schon früh fiel er durch sein schauspielerisches Talent in verschiedenen Schultheaterprojekten auf. Kurzfristig wurde er Sänger der Dortmunder Punkband Planlos durch die 80er. Seine Ausbildung als Schauspieler absolvierte er von 1982 bis 1985 an der Westfälischen Schauspielschule Bochum.

1984 gab Bär sein Filmdebüt in der Rolle des einsamen und cleveren Franz in Dominik Grafs Treffer. Im selben Jahr war er als Hooligan Ernst des MSV Duisburg in dem Tatort Zweierlei Blut zu sehen. In der Filmkomödie Männer von Doris Dörrie spielte er 1985 die Nebenrolle des Lothar. Ebenfalls 1985 folgte ein Engagement am Landestheater Tübingen. Von 1988 bis 1990 sowie von 1992 bis 1994 trat er an den Wuppertaler Bühnen auf. Von 1990 bis 1996 war er an der Seite von Willy Millowitsch als Kriminalkommissar Michael „Mike“ Döpper in der sechsteiligen ARD-Krimiserie Kommissar Klefisch zu sehen. Von 1994 bis 1996 spielte er innerhalb der Fernsehreihe Ärzte den Sportarzt Conny Knipper. Seit 1997 verkörpert er den Kölner Tatort-Kommissar Freddy Schenk, den an der Seite von Max Ballauf, gespielt von Klaus J. Behrendt, ermittelt. 2004 übernahm er in Jobst Oetzmanns Tragikomödie Drechslers zweite Chance die Rolle des Dortmunder Abschleppunternehmer Sebastian Drechsler.

Bei den Gandersheimer Domfestspielen spielte er im Sommer 2007 und 2008 den Dorfrichter Adam in Kleists Der zerbrochne Krug. Seit 2010 spielt Dietmar Bär am Schauspielhaus Bochum[2] im Stück Eisenstein den Vinzenz Hufnagel (alt) und Lothar. Als Sprecher hat Dietmar Bär verschiedene Autoren, unter anderem Mo Hayder, Håkan Nesser, Jacques Berndorf, Thomas Krüger und Stieg Larsson, als Hörbuch gelesen.

Bär ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel.[3]

Seit dem 15. April 2009 ist Dietmar Bär mit Maren Geißler verheiratet.[4] Dietmar Bär ist bekennender Fan des Fußballvereins Borussia Dortmund, was auch auf die Rolle des Freddy Schenk in die Handlung der Kölner Tatorte übertragen wurde.[5]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit dem Berliner Verein pro futura setzt sich Bär für Zukunftsperspektiven von Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen ein. Außerdem gründete er mit Mitgliedern des Tatort-Teams 1998 den Verein Tatort – Straßen der Welt e. V., der sich für philippinische Straßenkinder einsetzt und der auf die viel beachtete Tatort-Folge Manila aus dem Jahr 1998 zurückgeht, die das Schicksal philippinischer Straßenkinder und Kindesmisshandlung thematisierte. Für dieses Engagement erhielt er von Kinderlachen e. V. gemeinsam mit Klaus J. Behrendt den KIND-Award. Regelmäßig tourt er mit dem irischen Pater Shay Cullen, der sich auf den Philippinen um Straßenkinder kümmert, durch Deutschland und wirbt für fairen Handel als Erfolgskonzept gegen Armut und Benachteiligung der Menschen auf den Philippinen und andernorts.

Außerdem engagiert sich Bär für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, so zum Beispiel mittels Plakatwerbung.[6] Mit weiteren Tatort-Schauspielern setzt er sich zudem für die Opfer von Kriminalität ein und unterstützt den Weißen Ring im Rahmen einer Kampagne.[7]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Oh, wie schön ist Panama (Sprecher Kleiner Bär)
  • 2015: Alles steht Kopf (Inside Out, Synchronstimme für Frank Oz als Wächter Dave)
  • 2016: Pets (The Secret Life of Pets, Synchronstimme)
  • 2019: Wickie und die starken Männer: Das magische Schwert (Synchronstimme)

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986: Deutscher Darstellerpreis Chaplin-Schuh des Bundesverband deutscher Film- und Fernsehregisseure in Deutschland e. V. als bester Nachwuchsschauspieler
  • 2000: Deutscher Fernsehpreis (Kategorie: Bester Darsteller in einer Serie) für die Rolle des Freddy Schenk im Tatort (WDR)
  • 2007: KIND-Award von Kinderlachen e. V. für sein Engagement im Tatort – Straßen der Welt e. V.
  • 2011: hr2-Hörbuchbestenliste für das Hörbuch Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün
  • 2011: 1Live Krone (Sonderpreis für WDR-Tatorte aus Münster und Köln)
  • 2012: Goldene Kamera als bester Schauspieler für Kehrtwende
  • 2012: Leipziger Lesekompass für das Hörbuch Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün
  • 2012: hr2-Hörbuchbestenliste für das Hörbuch Törtel und Nummer 3
  • 2012: Robert-Geisendörfer-Preis für Kehrtwende (Kategorie Fernsehen)
  • 2014: hr2-Hörbuchbestenliste für das Hörbuch Die Schwarzen Brüder
  • 2015: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 2016: hr2-Hörbuchbestenliste für das Hörbuch Gangsta-Oma
  • 2018: Goldener Winzer der Stadt Bad Dürkheim
  • 2018: Rheinlandtaler, zusammen mit Klaus J. Behrendt[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dietmar Bär – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eigene Aussage in der ZDF-Sendung Markus Lanz vom 16. April 2013.
  2. Schauspielhaus Bochum (Memento vom 21. September 2010 im Internet Archive)
  3. BFFS-Mitgliederliste, Bundesverband Schauspiel, bffs.de abgerufen am 2. Dezember 2015
  4. jjc/AP/dpa: Dietmar Bär traut sich heimlich. In: Spiegel. 8. Oktober 2009.
  5. Archivierte Kopie (Memento vom 2. Februar 2012 im Internet Archive)
  6. Archivlink (Memento vom 27. September 2013 im Internet Archive)
  7. Dietmar Bär | WEISSER RING e. V. Abgerufen am 27. Juli 2017.
  8. LVR-Rheinlandtaler für Engagement jenseits der Kamera. Landschaftsverband Rheinland, 16. November 2018, abgerufen am 17. November 2018.