Technoparade

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Technoparade
Lovemobile in einer Technoparade
Lovemobile in einer Technoparade
Allgemeine Informationen
Ort weltweit
Genre Elektronische Tanzmusik, Techno, House
Vorherige Veranstaltungsorte
1989 Entstehung in Berlin als Loveparade

Unter einer Technoparade versteht man die entlang einer festgelegten Strecke stattfindende Bewegung einer größeren Personengruppe zu Technomusik aus begleitenden Fahrzeugen, meist großen LKWs mit leistungsstarken Musikanlagen. Die bekannteste Technoparade war die Loveparade.

Technoparaden kommen dabei sowohl in Form unpolitischer Technoumzüge (ähnlich einem Karnevals- oder Schützenumzug), als auch in Form politischer Demonstrationen vor. Einige Paraden finanzieren sich durch Verkauf der Mitfahrgelegenheiten und Sponsoren, andere durch Spenden oder sind von den Organisatoren selbstfinanziert.

Seit dem Unglück bei der Loveparade 2010 gibt es in Deutschland und Österreich keine großen Technoparaden mehr,[1] wohl aber in der Schweiz noch die Street Parade in Zürich.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einem verabredeten Startpunkt sammeln sich die oft bunt dekorierten Lovemobiles. Auf den Fahrzeugen befinden sich DJs, die Musikstücke ineinandermischen und leistungsstarke Musikanlagen, die von Stromgeneratoren versorgt werden. Die einzelnen Begleitfahrzeuge werden häufig von verschiedenen Event-Veranstaltern oder Technoclubs organisiert. Laufpublikum kann, meistens gegen ein Entgelt, auf die Wagen zusteigen und mitfahren. Während der Parade spielen die einzelnen Fahrzeuge oft unterschiedliche Stilrichtungen von Technomusik. Diese werden von einem DJ mit Hilfe von Plattenspielern oder CD-Spielern ineinandergemischt. Paradenbesucher haben die Möglichkeit am Straßenrand stehenzubleiben und sich Wagen für Wagen anzuhören und eventuell zu tanzen oder auch einem Wagen zu folgen und somit immer den gleichen DJ bzw. Musikstil zu hören. Am vorher bekanntgegebenen Zielpunkt findet oft eine Abschlusskundgebung statt, danach ist die Parade vorbei. Am Abend finden meist weitere als „After-Parties“ bezeichnete Veranstaltungen in den lokalen Nachtclubs statt.

Technoparaden in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technoparaden finden und fanden im Regelfall in Großstädten statt. In den 90er und 2000er Jahren gab es in Deutschland 5 große Technoparaden:

Seit Ende der 90er entstanden zudem weniger kommerzielle Paraden mit einem stärkeren kulturellen oder politischen Demonstrationscharakter:

  • Fuckparade, Berlin (seit 1997, subkulturelle Gegenparade zur Loveparade)
  • Spendenmove, Hamburg (2005, Spendenveranstaltung für das Seebeben 2004)
  • Zug der Liebe, Berlin (seit 2015, Fokus auf aktuellen politischen Themen)

Daneben finden und fanden auch kleinere Technoparaden in anderen Orten statt wie z. B.:

Technoparaden in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technoparaden in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technoparaden weltweit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argentinien
Belgien
  • City Parade, Belgien (2001–2006)
Estland
  • Freedom Parade, Tartu (2002–2009)
Frankreich
  • Techno Parade, Paris (seit 1998)
Israel
Italien
Mexiko
Niederlande
Polen
  • Parada Wolności (Freedom Parade), Lodz (1996–2002)
  • Amsterdam Dance Mission, Posen (seit 2001)
Portugal
  • Elektro Parade, Porto (2001–2003)
Südafrika
  • Loveparade, Kapstadt (2000–2001, 2003)
Ungarn
  • Budapest Parade, Budapest (2000–2006)
USA

Ähnliche Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie Technoparaden haben verschiedene Veranstaltungen elektronischer Tanzmusik auch andere Fahrzeuge wie Ausflugsschiffe oder Straßenbahnen eingesetzt. Im Unterschied zu Technoparaden, die sich dadurch auszeichnen dass beliebiges Laufpublikum an der Veranstaltung teilnehmen kann, können in diesem Fall nur die Passagiere auf den Schiffen bzw. in den Trambahnen durch Kauf einer Fahrkarte teilnehmen. Ein Beispiel für eine Schiffsparade ist die Berlin Beats & Boats welche seit 2009 in Berlin stattfindet und aus bis zu 14 schwimmenden Tanzflächen besteht.[2] Eine Housetram genannte Veranstaltung in der eine mit Musikanlagen bestückte Tram durch die Stadt fuhr wurde von Monika Kruse seit 1995 in München organisiert.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Technoparades – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paraden bei ravesite.de
  2. tip Redaktion: Berlin Beats & Boats auf der Spree. In: tip Berlin. Abgerufen am 24. Juni 2016.
  3. Patrick Gruban: Review: Munich Union Move. In: X-Letter. Abgerufen am 15. Juni 2016.