Anderlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Anderlingen
Anderlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Anderlingen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 22′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Selsingen
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 35,67 km2
Einwohner: 880 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27446
Vorwahl: 04284
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 8
27446 Selsingen
Webpräsenz: www.anderlingen.de
Bürgermeisterin: Irene Barth[2] (WG Anderlingen)
Lage der Gemeinde Anderlingen im Landkreis Rotenburg (Wümme)
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Anderlingen (plattdeutsch Annerlingen) ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Selsingen im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen. Anderlingen erstreckt sich auf einer Fläche von 35,67 Quadratkilometern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt die folgenden Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Gemarkung Anderlingen gefundene, dort abgebaute und neben dem Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover wieder aufgebaute bronzezeitliche Steinkiste von Anderlingen zeigt drei menschliche Figuren auf dem südlichen Abschlussstein, der deshalb unter dem Namen Anderlinger Bildstein weit über die Region hinaus bekannt ist. Er gilt als einer der bedeutendsten bronzezeitlichen Funde im norddeutschen Raum und diente als Vorlage für das heutige Wappen des Ortes.

Anderlingen wird erstmals urkundlich im 12. Jahrhundert erwähnt (wobei eine genaue Zeitangabe fehlt), und zwar im Zusammenhang mit den Zehntschenkungen des Bischofes Hermann von Verden († 1167) an das Verdener Domkapitel (→Dom zu Verden), die hohe Domgastlichkeit.[3] Die Schenkung ist überliefert in einer – verloren gegangenen – Totenliste des 13. Jahrhunderts, aus der die wohl 1332 abgefasste und bis ins 15. Jahrhundert fortgeführte Verdener Bischofschronik geschöpft hat. Diese Chronik nennt das Dorf in einer entstellten Form „Thunderlinge“.[4]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Grafel und Ohrel eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Anderlingen besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[6] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[7]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
WG Anderlingen 88,91 % 8
Einzelbewerber 11,08 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 71,60 %[7] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Irene Barth (WG Anderlingen) zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die aktuelle Wahlperiode.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anderlinger Sonne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2014 wurde die „Anderlinger Sonne“ enthüllt, ein Modell der Sonne mit ca. zwei Meter Durchmesser. Das Modell ist der zentrale Punkt eines Steinplanetariums, das sich zwischen Anderlingen und Haaßel befinden. Es stellt die Planeten im Maßstab 1:700 Millionen dar. Das Steinplanetarium ist Teil der Stein-Erlebnisroute von Anderlingen. [10]

Gedenksteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Behnken-Gedenkstein (Genaueres zum Lesen der Plakette siehe Inschrift)

In der Ortsmitte befindet sich ein Gedenkstein der an Heinrich Behnken und dessen Vater Lütje Behnken (auch Lütje Micheels nach der Hofstelle Nr. 5 Micheels Hus benannt) erinnert: Lütje Behnken wurde in Anderlingen geboren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anderlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Anderlingen
  3. Nach: Friedrich Wichmann: Untersuchungen zur älteren Geschichte des Bistums Verden, in: Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen, Jahrg. 1904, 1905
  4. Rainer Brandt: Anderlingen – ein Dorf mit langer Geschichte.1995
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 242.
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 18. März 2017.
  7. a b Gemeinde Anderlingen – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 18. März 2017.
  8. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016; abgerufen am 18. März 2017.
  9. Gemeinde Anderlingen – Rat der Gemeinde Anderlingen 2016 - 2021, abgerufen am 18. März 2017.
  10. SteinErlebnisRoute, abgerufen am 18. März 2017