Lamstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lamstedt
Lamstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lamstedt hervorgehoben
Koordinaten: 53° 38′ N, 9° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Börde Lamstedt
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 52,74 km²
Einwohner: 3349 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21769
Vorwahl: 04773
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 029
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schützenstraße 20
21769 Lamstedt
Webpräsenz: www.lamstedt.de
Bürgermeister: Manfred Knust (CDU)
Lage der Gemeinde Lamstedt im Landkreis Cuxhaven
Nordsee Schleswig-Holstein Bremerhaven Landkreis Osterholz Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Stade Landkreis Wesermarsch Armstorf Armstorf Belum Beverstedt Bülkau Cadenberge Cuxhaven Geestland Hagen im Bremischen Hechthausen Hemmoor Hollnseth Ihlienworth Lamstedt Loxstedt Mittelstenahe Neuenkirchen (Land Hadeln) Neuhaus (Oste) Nordleda Oberndorf (Oste) Odisheim Osten (Oste) Osterbruch Otterndorf Schiffdorf Steinau (Niedersachsen) Stinstedt Stinstedt Wanna Wingst Wurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Lamstedt (plattdeutsch Loomst) ist eine Gemeinde im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen). Sie gehört der Samtgemeinde Börde Lamstedt an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt inmitten einiger Endmoränen der letzten Eiszeit, wie dem Westerberg. In Richtung Osten grenzt Lamstedt an das Ostetal, wo zum Teil kleine Moorflächen vorhanden sind. Nördlich befindet sich der Westerberg, ein Mischwald mit vorwiegend Nadelbaumbewuchs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamstedt wurde erstmals 1115 als parochia lamstede in Kirchenunterlagen erwähnt. Archäologische Funde weisen aber aus, dass die Börde schon wesentlich früher besiedelt gewesen sein muss. Sie ist im Vörder Register um 1500 niedergeschrieben und damit namentlich erstmals erwähnt. Dabei handelte es sich aber noch nicht um die kommunale Einheit, sondern um den kirchlichen Amtsbezirk. Über Lamstedt wüteten in der Vergangenheit viele Feuerbrünste.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Hackemühlen, Ihlbeck, Nindorf und Wohlenbeck eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Lamstedt zeigt in Blau ein silbernes Hünengrab über einem braun-gelben erhöhten Schildfuß. Eines ist bis in die Gegenwart erhalten geblieben, der "Steinofen" im Westerberg.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PolenPolen Polen Gemeinde Władysławowo (Polen), seit 1992

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St. Bartholomäuskirche zu Lamstedt
Das Bördehuus, ein wiederaufgebautes Niederdeutsches Hallenhaus
Der Landschaftspark am Bördehuus hinter dem Rathaus und der Bördehalle
Großsteingrab am Westerberg
Steingarten am Westerberg

Lamstedt liegt an der Deutschen Fährstraße.

Im Wald nördlich des Ortes liegt die Megalithanlage Steenaben.

St. Bartholomäuskirche zu Lamstedt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Bartholomäuskirche, heute evangelische Pfarrkirche des Dorfes, ist in einem Ablassbrief von Papst Bonifatius VIII. aus dem Jahre 1300 zum ersten Mal erwähnt. Dieser Zeit entstammt auch das Kirchenschiff aus Feldsteinmauerwerk mit seinem polygonalen Ostabschluss.

Die Westempore wurde um 1700 eingebaut, die Nordempore ebenso wie das Deckengewölbe mit hölzernen Segmentbogentonnen bei einem Umbau im Jahre 1768 hinzugefügt.

In diesem Jahre wurde auch der eigenwillige Westturm nach Plänen von Oberlandbaumeister Christian Wundram in Backsteinmauerwerk erstellt, nachdem viele Jahre zuvor der alte hölzerne Kirchturm abgebrochen werden musste. Dieser neue Turm brannte 1812 während einer großen Feuersbrunst aus; er wurde 1820 wiederhergestellt und erhielt dabei den heutigen Kuppelhelm.

Der Altarretabel mit einem großen Säulenrahmen und einem Kreuzigungsgemälde wurde um 1730 geschaffen, die Kanzel bereits Ende des 17. Jahrhunderts. Aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen der Kelch sowie im Kirchenschiff befindliches Holzkruzifix.[3]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Norddeutsche Radiomuseum mit über 200 alten Radios, der Entstehungsgeschichte der ersten Funkübertragung, der Radiosender in Deutschland uvm.
  • Das Bördemuseum. mit bäuerlichen Kulturgütern und den überlieferten Trachten der Geestbewohner.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landschaftspark hinter dem Rathaus
  • Steingarten im Westerberg mit dem Vorgeschichts- und Waldlehrpfad
  • Park von Gut Haneworth (unter Denkmalschutz)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schwimmbad Lambada

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Börde Lamstedt mit den Außenstellen Armstorf, Mittelstenahe und Basbecker Berg
  • Oberschule Am Hohen Rade

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lamstedt bietet ein großes Sportzentrum, hier befinden sich mehrere Sportplätze, zwei Turnhallen und eine Schwimmhalle. Außerdem besitzt Lamstedt mehrere schöne und ausgedehnte Fuß- und Radwege. Es befinden sich in der Gemeinde Tafeln, auf denen die Routen und Sehenswürdigkeiten stehen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lamstedt geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Rolff (* 1959), ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler, gehörte von 2004 bis 2013 dem Trainerstab von Werder Bremen an.
  • Heinrich Evers, Flugpionier und Rennfahrer
  • Claus Spreckels (1828–1908) Zuckerfabrikant in den USA (Sugar King von Hawaii und Kalifornien). Finanziell zweiterfolgreichster deutscher Emigrant des 19. Jahrhunderts: Nr. 40 auf der Liste der reichsten Amerikaner aller Zeiten.

Mit Lamstedt verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula Kirchberg, deutsche Kinderbuchillustratorin, lebte und arbeitete seit 1981 in Lamstedt.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die heilige Ziege
  • Einer Mutter Liebe
  • Pastor Block
  • Der Westerberger Wald
  • Die Pennkuhle
  • Der Schuhberg[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lamstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. Dehio: Bremen/Niedersachsen. 1977, S. 566. (tlw. überholt)
  4. Männern vom Morgenstern (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das grosse Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.