Teutermühle und Pumpenkunst

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Teutermühle und Pumpenkunst
Teutermühle (heute Restaurant Teuterhof)

Teutermühle (heute Restaurant Teuterhof)

Lage und Geschichte
Teutermühle und Pumpenkunst (Nordrhein-Westfalen)
Teutermühle und Pumpenkunst
Koordinaten 50° 49′ 25″ N, 6° 6′ 31,9″ OKoordinaten: 50° 49′ 25″ N, 6° 6′ 31,9″ O
Standort Deutschland
Nordrhein-Westfalen
Städteregion Aachen
Würselen
Gewässer Wurm
Erbaut vor 1598
Stillgelegt um 1800
Technik
Nutzung Mahlmühle
Mahlwerk 1 Mahlgang
Antrieb Wassermühle
Wasserrad unterschlächtig

Die Teutermühle und Pumpenkunst war ursprünglich bis 1685 eine Wassermühle an der Wurm in der Stadt Würselen in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen im Regierungsbezirk Köln. Danach Umbau zur Pumpenkunst.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Teutermühle und Pumpenkunst hatte ihren Standort an der Wurm, an der Schweilbacher Straße, in der Stadt Würselen. Das Mühlengebäude lag auf einer Höhe von ca. 135 m über NN. Oberhalb hatte die Adamsmühle ihren Standort, unterhalb lagen die Pumper Mühlen.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurm versorgte auf einer Flusslänge von 53 km [1] zahlreiche Mühlen mit Wasser. Die Quelle der Wurm liegt südlich von Aachen bei 265 m über NN,[2] die Mündung in die Rur ist bei der Ortschaft Kempen in der Stadt Heinsberg bei 32 m über NN. Die Pflege und Unterhaltung des Gewässers mit einem Einzugsgebiet von 355,518 km2 obliegt dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung der Mühlen ist aus dem Jahre 1569 bekannt. Die Mahlmühle gehörte den Herren von Bongart im Heiydener Ländchen und trug den Namen Teutermühle, weil sie wohl an einer Spitzkehre der Wurm erbaut war. Die Geschichte rund um die Mühle war wechselhaft und dennoch sehr bedeutsam.

Im Aachener Revier traten die Lagerstätten der Steinkohle infolge der Bodenerosion zutage und konnten an den Hangseiten leicht abgebaut werden. 1684/85 richtete die Stadt Aachen an der Teut eine Kohlengrube ein und übernahm gleichzeitig die Mühle. Die Kohlenflötze erreichten immer mehr an Tiefe, sodass der Wasserspiegel der Wurm unterschritten wurde. Das Grubenwasser hatte nun keinen natürlichen Ablauf mehr. Man war gezwungen das Wasser bis zur Talsohle zu heben, um es natürlich abfließen zu lassen.

Dieses geschah auf unterschiedliche Weise. Lange Zeit schafften Wasserknechte mit Ledereimern das Wasser von Hand zu Hand nach oben. Die nächste Entwicklungsstufe waren Handpumpen, bevor Treträder die Tretkunst und Pferdegöpel die Rosskunst zum Einsatz kamen. Im 16. Jahrhundert erfolgte dann der Pumpenantrieb durch das Wasserrad der Mühle, die Wasser- oder Pumpenkunst. Die Aachener Grubenbesitzer ließen 1685 die Teutermühle zu einer solchen Wasser- und Pumpenkunst umbauen, was gleichzeitig die Schließung der Mahlmühle bedeutete.

Unter Kunst verstand man im Bergbau jede Art von Maschinen, die den Menschen die Arbeit abnahmen und erleichterten. So gab es für die Wasserhaltung in den Gruben die Pumpenkunst. Das waren Pumpen, die mit Wasserkraft angetrieben und über ein mehr oder weniger langes Feldgestänge bewegt wurden. Diese Kunst wurde an der Teutermühle nun eingesetzt. Sie war eine der ersten dieser Art im Aachener Revier. Die Teuter Kunst hat bis um 1800 ihren Dienst verrichtet. 1808 ging die Mühle mit ihren verfallenen Resten unter.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Vogt: Niederrheinischer Wassermühlen-Führer 2. Auflage. Verein Niederrhein, Krefeld 1998, ISBN 3-00-002906-0 , S.261-263
  • Erich Mertes • Daniel Heidenbluth • Peter Bertram: Mühlen der Eifel Band II, Die Nordeifel, 2005, ISBN 3-938208-09-0 , S.148-149

→ Siehe auch Liste der Mühlen an der Wurm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teutermühle und Pumpenkunst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Webseite des Bergbaumuseums in Alsdorf

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Deutsche Grundkarte 1:5000
  3. http://www.wver.de/