The Autopsy of Jane Doe

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Film
Deutscher TitelThe Autopsy of Jane Doe
OriginaltitelThe Autopsy of Jane Doe
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2016
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie André Øvredal
Drehbuch Ian B. Goldberg,
Richard Naing
Produktion Rory Aitken,
Fred Berger,
Eric Garcia,
Ben Pugh
Musik Danny Bensi,
Saunder Jurriaans
Kamera Roman Osin
Schnitt Patrick Larsgaard
Besetzung
Synchronisation

The Autopsy of Jane Doe ist ein US-amerikanischer Horrorfilm des norwegischen Regisseurs André Øvredal aus dem Jahr 2016.

Der Film feierte seine Premiere am 9. September 2016 auf dem Toronto International Film Festival und erschien am 21. Dezember 2016 in den US-amerikanischen Kinos. Die deutschsprachige Premiere fand am 7. September 2017 auf dem Fantasy Filmfest statt.[2] In Deutschland erschien The Autopsy of Jane Doe am 20. Oktober 2017 auf Blu-ray Disc und DVD.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Haus des Ortes Grantham in Virginia findet die Polizei drei Leichen, die offenbar brutal ermordet wurden. Eine vierte unbekannte Tote wird halb vergraben im Keller des Hauses gefunden. Sheriff Burke ordnet noch für dieselbe Nacht eine Obduktion der unbekannten jungen Frau an und bringt die Leiche zu den örtlichen Coronern, wo Tommy Tilden und sein Sohn Austin im Keller ihres Hauses der Arbeit nachgehen. Obwohl Austin für den Abend mit seiner Freundin Emma verabredet war, hilft er seinem Vater, die unbekannte Tote zu obduzieren.

Die ersten Untersuchungen an der Leiche ergeben ein rätselhaftes Bild. Neben dem Fehlen von Totenflecken und dem Ausbleiben der Totenstarre sind die Fuß- und Handgelenke der Ermordeten ohne Anzeichen von Hämatomen gebrochen und die Zunge wurde abgeschnitten. Nach dem Öffnen des Brustkorbs sehen Tommy und Austin, dass die Organe denen von Brandopfern ähneln und Stichverletzungen aufweisen, obwohl die Leiche äußerlich unversehrt ist. Während der Untersuchung ereignen sich die ersten seltsamen Phänomene. So laufen die Blut- und Organproben im Kühlschrank aus, und die Katze Tildens kommt schwer verletzt und blutend durch die Lüftungsöffnung und verstirbt, woraufhin Tommy sie im Krematorium verbrennt.

Schließlich führen die beiden die Obduktion fort und finden im Magen eine Blüte des gemeinen Stechapfels und ein Grabtuch mit römischen Zahlen, Schriftzeichen und Symbolen. Als Tommy schließlich die Haut vom Brustkorb entfernt, entdeckt er dieselben Zeichen und Symbole auf der Hautinnenseite. Tommy und Austin kommen schließlich zu dem Ergebnis, dass die Tote aus dem Norden stammen muss und in einem Ritualmord als Menschenopfer dargebracht wurde.

Als plötzlich das Licht ausfällt und die anderen Leichen aus den Kühlkammern verschwunden sind, beschließen Tommy und Austin, die Leichenhalle über den Aufzug zu verlassen. Da der Aufzug jedoch nicht funktioniert und sie von den lebenden Toten verfolgt werden, verstecken sie sich in einem der Büros und versuchen vergeblich, den Sheriff über das Telefon zu erreichen. Nachdem die Verfolger von ihnen abgelassen haben, beschließen sie, die unbekannte Tote, die für die Ereignisse verantwortlich zu sein scheint, im Krematorium zu verbrennen. Zurück in der Leichenhalle verriegelt eine übernatürliche Kraft die Tür zum Krematorium, woraufhin Austin vergeblich versucht, die Leiche mittels Aceton zu verbrennen, was zu einem Brand des gesamten Raums führt, sodass sie gezwungen sind, den Brand wieder zu löschen. Mittlerweile funktioniert der Aufzug wieder und sie versuchen nach oben zu fahren. Die Aufzugstür lässt sich allerdings nicht schließen, und als sich ein lebender Toter nähert, nimmt Tommy eine Notfallaxt und schlägt ihn nieder. Wie sich herausstellt, ist der niedergeschlagene Tote jedoch Austins Freundin Emma, die zurückkam, um nach ihm zu sehen.

Austin und Tommy beschließen, wieder zurück in die Leichenhalle zu gehen, um herauszufinden, was es mit der unbekannten Toten auf sich hat, und einen Weg zu finden, sie zu töten. Nach dem Öffnen der Schädeldecke sehen sie, dass die Gehirnzellen noch nicht abgestorben sind und wohl eine unbekannte Energie die Tote am Leben erhält. Auf dem im Magen gefundenen Grabtuch entdeckt Austin die Bibelstelle Levitikus 20:27 (Lev 20,27 EU) und die römische Zahl 1693. Sie kommen schließlich zu der Theorie, dass die Tote eine Hexe sein muss, die ähnlich wie in den Hexenprozessen von Salem von 1692 gestorben sein muss. Tommy erzählt von den schweren Foltern und Misshandlungen, die den Opfern der Hexenverfolgung angetan wurden. Er schlussfolgert, dass diese Rituale, angewandt bei einer völlig Unschuldigen, eben jenes Wesen erschufen, das dadurch vernichtet werden sollte: eine Hexe. Da er bereits erste Verletzungen wie die Leiche aufweist, erkennt er, dass die gemarterte Hexe Rache üben will und dass er und sein Sohn eigentlich nur zufällig im Weg waren.

In der Folge bietet sich Tommy als Opfer für die Hexe an und bittet sie, seinen Sohn zu verschonen. Tommy erleidet daraufhin dieselben Verletzungen wie die Hexe. Jede Verletzung, die ihm zugefügt wird, heilt am Körper der Leiche. Gerade als sich die Augen Tommys trüben und die der Hexe klären, erträgt Austin die Qualen seines Vaters nicht länger und erlöst ihn mit einem Stich ins Herz. Danach geht das Licht wieder an und Austin hört, wie der Sheriff nach ihm ruft. Die Tür nach oben ist aber blockiert. Als die Stimme das Lied aus dem Radio singt, erkennt Austin, dass es sich bei den Rufen um eine Halluzination handelt. Als er sich umdreht, steht plötzlich sein Vater vor ihm und Austin fällt vor Schreck über das Treppengeländer in den Tod.

Am nächsten Morgen trifft die Polizei ein und findet die Leichen von Tommy, Austin und Emma. Die unbekannte Tote liegt ohne Anzeichen einer Obduktion noch immer auf dem Tisch und auch die anderen Leichen sind noch da. Der Sheriff befiehlt, die Unbekannte in ein anderes County zu überführen, um die Obduktion dort durchzuführen.

Hintergrund und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit The Autopsy of Jane Doe gab der norwegische Regisseur André Øvredal sein englischsprachiges Regiedebüt. Bereits 2010 hatte Øvredal den norwegischen Horrorfilm Trollhunter verfilmt, der internationale Erfolge feierte und Auszeichnungen gewann.

Nachdem Øvredal 2013 den Horrorfilm Conjuring gesehen hatte, bekundete er gegenüber seiner Agentur das Interesse, ein „pures Horrordrehbuch“ zu verfilmen. Auf der Suche stieß er schließlich auf The Autopsy of Jane Doe, das 2013 auf der Black List für nicht verfilmte Hollywood-Drehbücher stand.[4]

Zunächst war Martin Sheen für die Rolle von Tommy vorgesehen,[5] sagte jedoch wegen Terminproblemen ab.[6] Im März 2015 wurde die Rolle mit Brian Cox besetzt.[7] Die Rolle der unbekannten Toten übernahm das irische Model und Schauspielerin Olwen Catherine Kelly. Laut Øvredal hatte Kelly die schwierigste Rolle im Film, da sie am Ende eines Drehtages acht bis zehn Stunden nackt und ruhig auf einem Tisch liegen musste. Kelly war die erste Schauspielerin, die für die Rolle vorgesprochen hatte, und wurde aufgrund ihres Yoga-Trainings und ihrer flachen Atmung ausgewählt.[8]

Die Produktion begann am 30. März 2015 in London, England.[9] Die Dreharbeiten fanden in Selling statt, einer Ortschaft im Osten Englands im Verwaltungsbezirk Swale der Grafschaft Kent.[10]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend gemischte bis positive Kritiken. Bei Rotten Tomatoes sind 86 Prozent der 102 gesammelten Kritiken positiv,[11] während es bei Metacritic einen Metascore von 65 Prozent bei 20 Rezensionen erhielt.[12]

The Autopsy of Jane Doe ist für Filmstarts ein „weitgehend schnörkellos inszenierter Film“, der „durch sein minimalistisches Konzept eines Kammerspiels […] besticht“.[13]

Für Moviebreak.de ist The Autopsy of Jane Doe ein „angenehm klassischer Gruselfilm, in dem Regisseur André Øvredal mit geschickten, inszenatorischen Mitteln für Angst und Schrecken sorgt“. Jedoch kann das „übereilte, unbefriedigende Ende nicht mit der großartigen ersten Stunde mithalten, ansonsten wäre hier einer der ganz großen Höhepunkte des Genres […] entstanden“.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für The Autopsy of Jane Doe. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Fantasy Filmfest 2017: The Autopsy of Jane Doe. In: Wortvogel. 8. September 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  3. Veröffentlichung “The Autopsy of Jane Doe”. In: Bluray-Disc.de. Abgerufen am 5. November 2017.
  4. Interview: André Øvredal Dissects The Autopsy of Jane Doe. In: Dread Central. 13. Dezember 2016, abgerufen am 5. November 2017.
  5. Martin Sheen Conducts The Autopsy Of Jane Doe. In: Empire Online. 6. Februar 2014, abgerufen am 5. November 2017.
  6. “The Autopsy of Jane Doe” Screens in Chicago. In: The Movie Blog. 21. Dezember 2016, abgerufen am 5. November 2017.
  7. Emile Hirsch And Brian Cox Set For The Autopsy Of Jane Doe. In: Empire Online. 8. März 2015, abgerufen am 5. November 2017.
  8. Autopsy of Jane Doe: How an actress played dead for horror film. In: Entertainment Weekly. 27. September 2016, abgerufen am 5. November 2017.
  9. IM Global boards The Autopsy Of Jane Doe. In: Screen Daily. 6. März 2015, abgerufen am 5. November 2017.
  10. The Autopsy of Jane Doe (2017). In: Kent Film Office. 29. März 2017, abgerufen am 5. November 2017.
  11. The Autopsy of Jane Doe. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 3. November 2019 (englisch).Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/„importiert aus“ fehlt
  12. The Autopsy of Jane Doe. In: Metacritic. CBS, abgerufen am 4. November 2017 (englisch).
  13. Kritik “The Autopsy of Jane Doe”. In: Filmstarts. Abgerufen am 5. November 2017.
  14. Kritik “The Autopsy of Jane Doe”. In: Moviebreak.de. Abgerufen am 5. November 2017.