Thierry (Kabarettist)

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Thierry (* 1921 in Berlin; † 10. Juli 1984 ebenda; richtiger Name Dieter Koch)[1] war ein deutscher Schriftsteller, Radio-Moderator und Kabarettist, der vor allem als Autor und Moderator des RIAS sowie als Mitglied und Textlieferant des Berliner Kabaretts Die Stachelschweine bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koch wuchs in Berlin auf und besuchte dort die Schauspielschule. Er gehörte in den Nachkriegsjahren zu den Gründungsmitgliedern des Kabaretts Die Stachelschweine. Von ihm stammte auch dessen Namensgebung. Bereits damals nutzte er für Auftritte in der Öffentlichkeit ausschließlich den Künstlernamen Thierry, ursprünglich ein gängiger französischer Vorname. Über Jahre arbeitete er viel mit Wolfgang Neuss, lieferte zu für dessen Soloprogramme. Für das Düsseldorfer Kom(m)ödchen schrieb er Texte zu zwei Ensembleprogrammen: „Rosen, Tulpen und Narzissen“ 1952 und „Verdummt in alle Ewigkeit“ (1954).[2]

Seinen Lebensunterhalt verdiente er bald vornehmlich schriftstellerisch als Autor, Moderator und Satiriker für verschiedene Ensemble-Kabarett-Gruppen wie zum Beispiel Die Wendeltreppe, Der Ulenspiegel, das Rendez-Vous, das Reichskabaret und die Hamburger Die Bonbonniere. Für den Hörfunk beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) schrieb und sprach er im Berliner Feuilleton jeden Mittwoch die Unmaßgebliche Meinung des Herrn Paschke und beim Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) betreute er als Autor und Moderator die Hörfunksendungen Bis zur letzten Frequenz und Die Rückblende. In der Rolle des „Herr Lupfhügel“ brachte Thierry jeden Sonntag mit Edith Elsholtz als „Frau Böllermann“ stilistisch geschliffene kabarettistische Kabinettsstückchen im Duo.[3]

Pension Spreewitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der populären Familienserie Pension Spreewitz schrieb er „ein Stück RIAS-Geschichte“.[4] Die Serie mit dem Untertitel Kleine Geschichten im großen Berlin startete 1957 und kam auf insgesamt 150 Folgen.[5] Die Komödien-Soap der Pension Spreewitz entstand meist in spätabendlicher Produktion. Die vier Schauspieler (als „Ottilie Spreewitz“ Edith Schollwer, als „Opa Kurz“ Ewald Wenck, als „Gisela“ Edith Hancke, als „Peter“ Klaus Herm) kamen im Anschluss an ihre Theaterauftritte ins Hörspielstudio. Die Rolle des „Erwin Schulze“ übernahm Thierry selbst.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Kundler: RIAS Berlin. Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2002. ISBN 978-3-496-02536-8

Einzelnachweise/Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.damals-wars-geschichten.de/
  2. Eintrag in der Datenbank des Kommödchen
  3. http://www.schattenblick.de/infopool/medien/hoerpro/prdrb699.html
  4. Guido Fischer auf Deutschlandradio Kultur vom 2. Juni 2011: Aus den Archiven: Radio-Legenden
  5. http://www.hoerspieltipps.net/archiv/familieinserie.html
  6. Eintrag in der Datenbank Hoerdat für die Serie