Nowy Dwór Gdański

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Nowy Dwór Gdański
Wappen der Gmina Nowy Dwór Gdański
Nowy Dwór Gdański (Polen)
Nowy Dwór Gdański
Nowy Dwór Gdański
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Nowy Dwór Gdański
Gmina: Nowy Dwór Gdański
Fläche: 5,06 km²
Geographische Lage: 54° 13′ N, 19° 7′ OKoordinaten: 54° 13′ 0″ N, 19° 7′ 0″ O
Einwohner: 9962 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 82-100
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: GND
Wirtschaft und Verkehr
Straße: S 7 (E 77): ŻukowoDanzigWarschau–Chyżne/Slowakei
DK 55: Nowy Dwór Gdański–MalborkKwidzynGrudziądz–Stolno
DW 502: Nowy Dwór Gdański–Stegna
Schienenweg: in der Touristensaison: Kleinbahn Nowy Dwór Gdański–Stegna
Nächster int. Flughafen: Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig



Nowy Dwór Gdański [ˈnɔvɨ ˈdvur ˈgdaɲsci] (deutsch Tiegenhof) ist eine Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern und Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde im Powiat Nowodworski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im ehemaligen Westpreußen, etwa 25 Kilometer westnordwestlich der Stadt Elbląg (Elbing) und 36 Kilometer südöstlich von Danzig an der Tuja (Tiege) in der Nähe des Südwestufers des Frischen Haffs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nowy Dwór Gdański entstand als eine Ansiedlung neben einem Domänengut der Familie Loitz, einem Kaufmannsgeschlecht aus Danzig, das 1572 seinen Besitz wegen Überschuldung verkaufen musste. Unter den nächsten Besitzern, der Familie Weiher, wurde der Tiegenhof zum Haupthof einer Starostei. Im Laufe der Zeit wuchs die Siedlung zu einem Marktort mit Handwerkern, Krämern, Krügern und Gärtnern. Außerhalb des Ortes befanden sich 1664 noch zwei Windmühlen und eine Schnapsbrennerei.

Auf dem Gelände des Haupthofes entstand 1784 eine evangelische Kirche, die zwischen 1831 und 1834 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel neu aufgebaut wurde. 1848 erfolgte der Bau einer katholischen Kirche.

Nachdem Tiegenhof seit 1859 den Status eines Marktfleckens innehatte, erhielt es 1880 Stadtrecht.

Seit 1881 hat Tiegenhof einen Eisenbahnanschluss, der 1886 über Neuteich bis Simonsdorf erweitert wurde. Seit 1900 ist die Stadt auch an das Schmalspurbahnnetz der ehemaligen Westpreußischen Kleinbahnen AG (heute: Żuławska Kolej Dojazdowa) angeschlossen.

Traditionsreiche Betriebe in Tiegenhof waren die Machandelfabrik der Familie Stobbe, die seit 1776 Wacholderschnaps brannte, und die seit 1784 bestehende Brauerei Stobbe. Auch die Tiegenhofer Ölmühle und die Zuckerfabrik hatten einen guten Ruf.

Die Stadt gehörte seit 1818 dem Landkreis Marienburg (Westpr.) an. Seit 1920 war sie die Kreisstadt des Landkreises Großes Werder, der bis 1939 Teil der Freien Stadt Danzig war. In Tiegenhof befanden sich zwei Außenkommandos des KZ Stutthof, eins in der Hauptwerkstatt der Kleinbahn, ein zweites in der Ziegelei.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Tiegenhof, wie auch Danzig, unter polnische Verwaltung gestellt. Tiegenhof erhielt den polnischen Namen Nowy Dwór Gdański, was etwa Neuhof bei Danzig bedeutet. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben und durch Polen ersetzt.

Zwischen 1954 und 1975 war Nowy Dwór Sitz eines Powiats, seit 1999 ist die Stadt wieder eine Kreisstadt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1772 960
1817 1.694
1871 2.142 darunter 1.250 Evangelische, 620 Katholiken, 170 Mennoniten und 90 Juden[1]
1875 2.441 [2]
1880 2.646 [2]
1905 2.872 davon 1.946 Evangelische, 718 Katholiken und 29 Juden (97,9 % Deutsche)[3]
1929 3.639 [4]
1943 4.295
Einwohnerzahlen seit 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
2007 9.928 [5]
Balkendiagramm der Einwohnerzahlen bis heute

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Hausburg (1831–1920), Schlachthofdirektor und Reichstagsabgeordneter
  • Johann Stobbe (1860–1938), Chemiker, Professor an der Universität Leipzig
  • Adolf Wiebe (1826–1908), Bauingenieur, schuf den Oder-Spree-Kanal
  • F. K. Waechter (1937–2005), Zeichner und Kinderbuchautor

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nowy Dwór Gdański: ul. Sikorskiego

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 25–26.
  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 431.
  • Alfred Steiniger: Geschichte der Ökonomie Tiegenhof. Eine siedlungsgeschichtliche Untersuchung, Danziger Verlagsgesellschaft Paul Rosenberg, o. J. (lt. Bibliografie nach 1984)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nowy Dwór Gdański – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 40–42, Ziffer 3.
  2. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Marienburg in Westpreußen (poln. Malbork). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  3. Gemeindelexikon für die Provinz Westpreussen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen, S. 76–77.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Großes Werder. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. http://www.stat.gov.pl/cps/rde/xbcr/gus/PUBL_ludnosc_stan_struktura_teryt_1pol_2007.pdf | wayback=20080216015323 | text=Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007}}