Hennef (Sieg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hennef (Sieg)
Hennef (Sieg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hennef (Sieg) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 47′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 105,89 km2
Einwohner: 46.902 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 443 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53773
Vorwahlen: 02242, 02243, 02244, 02248
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Frankfurter Straße 97
53773 Hennef (Sieg)
Webpräsenz: www.hennef.de
Bürgermeister: Klaus Pipke (CDU)
Lage der Stadt Hennef (Sieg) im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Hennef aus der Luft
Hennef-Zentrum, Luftaufnahme

Hennef (Sieg) ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen mit rund 100 Ortschaften am Fluss Sieg. Die Zahl der Ortschaften liegt noch höher, wenn man die Ortsteile, die zu Ortschaften gruppiert sind, berücksichtigt. Daher trägt Hennef auch den Beinamen „Stadt der 100 Dörfer“.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennef liegt zwischen Bergischem Land und Westerwald am Anfang des Mündungstals der Sieg, etwa 30 km Luftlinie südöstlich von Köln und 14 km Luftlinie in ost-nordöstlicher Richtung von Bonn aus.

Im Westen grenzen Siegburg und Sankt Augustin an das Stadtgebiet, im Norden die Gemeinden Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth, im Osten die Gemeinde Eitorf, im Südosten die Verbandsgemeinde Asbach in Rheinland-Pfalz und im Süden Königswinter.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt ist etwa 105 Quadratkilometer groß. Damit ist Hennef nach Windeck die flächenmäßig zweitgrößte Kommune des Rhein-Sieg-Kreises. Hennef besteht aus dem Zentrum, das mit Geistingen im Südwesten sowie Warth im Osten zusammengewachsen ist, sowie weiteren zum Teil weit verstreuten Ortschaften. Die Eisenbahntrasse trennt die Stadtteile Geistingen und Warth auf der einen Seite und Hennef auf der anderen Seite. Mehrere Bahnübergänge und eine Brücke überwinden die Bahnstrecke. Zwischen den Querungsmöglichkeiten für Autos liegt jedoch mitunter ein Kilometer Wegstrecke.

Durch das Stadtzentrum führt die Frankfurter Straße (früher B 8, heute Landesstraße 333). Zu beiden Seiten befinden sich neben der City mit dem gewerblichen Einzelhandel hauptsächlich Wohngebiete – unterbrochen von einigen Mischgebieten. Im Osten Hennefs – am Hossenberg – ist ein neues Gewerbegebiet entstanden. Außerdem existiert am Rande des Zentrums im Ortsteil Geistingen das etwa 50.000 Quadratmeter große Gelände des Kurparkes, das als Sondernutzungsfläche zu Erholungszwecken ausgeschrieben ist. Das Rathaus befindet sich, zusammen mit dem Marktplatz, im Zentrum Hennefs an der Frankfurter Straße und in der Nähe der Sieg. Die übrige Hennefer Innenstadt ist vor allem als Wohngebiet ausgewiesen.

Hennef liegt an der Sieg. Seit 2005 besteht am neu gestalteten Chronos-Areal eine durchgängige Uferpromenade, die Fahrradfahrer und Fußgänger nutzen können. Alternativ kommt man über einen Rad- und Wanderweg zur Sieg. Im Ortsteil Weingartsgasse befindet sich direkt an einer Fußgängerbrücke über die Sieg ein Ausflugslokal mit Außengastronomie.

Neben dem westlichen Gewerbegebiet in Stoßdorf, in dem einige Großunternehmen ihren Stammsitz haben und an dessen Rand sich auch das Messegebäude sowie einige Supermärkte befinden, liegt der Ort Stoßdorf. Zur Sieg hin befinden sich vor allem landwirtschaftliche Flächen.

Die übrigen Ortschaften sind weitgehend in sich geschlossen und oftmals aus Hofanlagen hervorgegangen. Eine Ausnahme bilden die Ortsteile Uckerath, Bierth und Lichtenberg. Durch vermehrte Bautätigkeit wachsen diese immer mehr zusammen. Uckerath bildet das größte Subzentrum in Hennef. Es liegt direkt an der Grenze Nordrhein-Westfalens zur Gemeinde Asbach in Rheinland-Pfalz.

Liste der Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Liste mit 122 Orten entspricht der Auflistung auf der Webseite der Stadt (Stand: 17. Mai 2011):[2]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima entspricht noch weitgehend dem der Kölner Bucht, unterscheidet sich aber aufgrund der ersten Höhenzüge von Westerwald und Bergischem Land etwas in der Gewitterneigung und Nebelbildung sowie durch häufigeren Regen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Hennef leitet sich vom Hanfbach ab, der früher Hanapha genannt wurde. Der heute häufig im Namen verwendete Zusatz „(Sieg)“ soll einer Verwechslung mit Bad Honnef vorbeugen und entspricht auch der offiziellen Schreibweise. Hennef war während seiner gesamten Geschichte als Hanf-Stadt bekannt. (In den letzten Jahren fanden dort bedeutende internationale Konferenzen und Veranstaltungen mit einem Bezug zu Cannabis und Hanf statt, wie zwischen 1996 und 2003 die CannaBusiness Expo.)

  • Der heutige Ortsteil Geistingen wurde schon 885 in einer Schenkungsurkunde an das Stift Sankt Cassius in Bonn erwähnt.
  • Im Jahr 1064 wird die Kirche erwähnt: in Hannafo. Es ist zugleich Hennefs erste Erwähnung.
  • 1129 wird die Kirche in Happerschoß als eine Stiftung des Erzbischofs Anno II. von Köln bezeichnet.
  • Im Jahr 1181 wird die Burg Blankenberg erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1363 Blankenberg wird Verwaltungssitz eines bergischen Amtsbezirkes, später Amt Blankenberg genannt.
  • Im Jahr 1420 wird das Schloss Allner erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1588 werden Geistingen und Hennef im Truchsessischen Krieg niedergebrannt.
  • 1791 gibt es in insgesamt 14 heutigen Ortsteilen Schulen.
  • 1806 kommt Hennef unter französische Verwaltung im Großherzogtum Berg und wird 1808 Sitz einer Mairie und des Kantons Hennef.
  • 1815 kommt das Rheinland zum Königreich Preußen, 1816 werden im heutigen Stadtgebiet die Bürgermeistereien Hennef, Lauthausen und Uckerath im Kreis Uckerath eingerichtet.
  • Im Jahr 1859 wird Hennef an das Eisenbahnnetz durch Fertigstellung der Strecke Köln-Deutz–Hennef angebunden.
  • Im Verlauf des Jahres 1903 wird das Kloster Geistingen fertiggestellt.
  • Am 1. April 1934 werden die Gemeinden Blankenberg und Geistingen zur „Gemeinde Hennef“ zusammengeschlossen. Zugleich wird das Amt Hennef aufgehoben.
  • Der Ortsteil Blankenberg wird im Jahr 1953 in „Stadt Blankenberg“ umbenannt.

Am 1. August 1969 entsteht im Rahmen der nordrhein-westfälischen kommunalen Neugliederung das heutige Hennef aus den drei bisherigen Gemeinden Hennef, Lauthausen und Uckerath.[3]

Am 1. Januar 1981 wird Hennef eine Stadt.[4] Der Ortsteil Blankenberg besaß allerdings schon von 1245 bis 1805 Stadtrechte.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Hennefer Raum landwirtschaftlich genutzt, bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an den Hängen der Stadt Wein angebaut. Der Beruf des Winzers starb jedoch wegen schlechter Wetterbedingungen und durch die Konkurrenz der Industrielöhne aus. Seit kurzem gibt es wieder eine kleine Rebfläche (200 Weinstöcke) im Ortsteil „Stadt Blankenberg“. 1869 gründete Carl Reuther die „Reuther & Co. Landwirtschaftliche Maschinenfabrik Hennef“, 1881 gründete er zusammen mit Eduard Reisert eine neue Firma, die „Hennefer Maschinenfabrik Carl Reuther und Reisert“. Carl Reuther und Eduard Reisert erfanden 1883 die erste automatische eichfähige Waage der Welt. Diese Firma wurde später Chronos-Werk genannt. Durch den folgenden industriellen Aufschwung verbesserten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Lebensverhältnisse und der Wohlstand wuchs.

Im Jahr 1984 hat Hennef den Titel „Staatlich anerkannter Kneipp-Kurort“ aufgegeben,[5] ein Überbleibsel aus Zeiten des Kurbetriebs ist das „Kurhaus Sebastian Kneipp“.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennef ist eine wachsende Stadt: 1985 waren es noch 30.107 Einwohner, 2015 bereits 46.902.[6] Hennef hat nach Troisdorf, Sankt Augustin und Bornheim die viertgrößte Bevölkerung im Rhein-Sieg-Kreis.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennef beherbergt sieben Grundschulen, das Städtische Gymnasium Hennef und das Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef. Die Hauptschule sowie die Kopernikus-Realschule laufen 2018 aus; in deren Gebäuden wurde 2014 die Gesamtschule Hennef-West als zweite städtische Gesamtschule eingerichtet. Die erste städtische Gesamtschule war die Gesamtschule Hennef Meiersheide. Weiterhin gibt es das private Kunstkolleg Hennef – Gesamtschule und Berufliches Gymnasium und die Rhein-Sieg-Akademie für Realistische Bildende Kunst und Design.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 55,9 % (2009: 54,2 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,2
27,2
11,4
8,3
4,4
4,4
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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 12
 10
   8
   6
   4
   2
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  -2
  -4
  -6
-2,2
+10,49
+0,3
-4,5
-5,0
+0,7
Altes Rathaus der Stadt Hennef

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 46 Sitze des Stadtrats verteilen sich wie folgt:

(Stand: Mai 2014)[9]

1999 bildeten die Fraktionen der CDU und von Bündnis 90/Die Grünen zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Koalition. Diese wurde nach den Ratswahlen von 2004 fortgesetzt. Nach der Kommunalwahl 2009 ging die CDU ein Bündnis mit der FDP ein, wie bereits vor der Kommunalwahl 1999. Diese Koalition erreichte bei der Kommunalwahl 2014 wegen deutlicher Verluste keine Mehrheit mehr. Seit 2014 bilden CDU, FDP und "Die Unabhängigen" ein Bündnis.

Bürgermeister von Hennef ist Klaus Pipke (CDU). Er wurde 2004 in einer Direktwahl neu in das höchste Amt der Stadt gewählt. 2009 und 2014 wurde er in seinem Amt bestätigt. Der Jurist Pipke war zuvor Beigeordneter und Kämmerer der Kreisstadt Siegburg. Seine Stellvertreter sind Thomas Wallau (CDU), Jochen Herchenbach (SPD) und Joachim Rindfleisch (Die Unabhängigen).

Gemeinde-/Stadtdirektoren Bürgermeister (ehrenamtlich) Bürgermeister (hauptamtlich)
  • 1969–1981 Johann Wilhelm Moß (Gemeindedirektor)
  • 1981–1982 Johann Wilhelm Moß (Stadtdirektor)
  • 1982–1997 Karl Kreuzberg (parteilos)
  • 1969–1979 Hans Böhm (CDU)
  • 1979–1984 Hans Welbers (SPD)
  • 1984–1997 Emil Eyermann (CDU)
  • 1997–2004 Karl Kreuzberg (parteilos)
  • seit 2004 Klaus Pipke (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt im oberen Teil die ehemalige Burg der Stadt Blankenberg und geht zurück auf das Stadtsiegel von Blankenberg. Darunter ist das Wappen des Herzogtums Berg mit dem Bergischen Löwen zu sehen, da Hennef früher zum Bergischen Land gehörte. Die Weintrauben beziehen sich darauf, dass diese früher an den Hängen der Berge angebaut wurden.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot zwischen zwei schlanken, mit schwarzer Fensterfüllung ausgestatteten, silbernen Türmen ein breiter, von drei Türmchen bekrönter, gleichfarbener Zinnenturm; alle stehen auf einem silbernen Rippengewölbe und über einer aus der Schildrundung wachsenden, gleichfarbigen Zinnenmauer. Das Gewölbe überspannt einen roten Dreiberg, in dessen Mitte ein silberner Schild mit steigendem, in der rechten Tatze eine blaue Weintraube haltendem, blaubewehrtem und -bezungtem roten Löwen steht; der Schild ist flankiert von je fünf und bekrönt von zwei silbernen Kreuzen.“[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Hennef (Sieg) unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Darüber hinaus besteht seit 1992 eine Städtefreundschaft mit Heilbad Heiligenstadt in Thüringen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kur-Theater Hennef
Kur-Theater Hennef, Saal mit Blick auf die Leinwand

Im Jahr 2003 wurde das Kurtheater Hennef, das letzte von ehemals drei Kinos in Hennef, geschlossen. Daraufhin wurde auf Initiative des damaligen Beigeordneten der Stadt, Lutz Urbach, der dies in Privatinitiative betrieb, gemeinsam mit Daniel Huys und Manfred Raderschad, ein Verein ins Leben gerufen, der das Kur-Theater seither als Kino und Kleinkunstbühne am Leben hält. Der Verein „Kur-Theater Hennef e. V.“ bietet im Kur-Theater (190 Plätze) Kino-Veranstaltungen wie auch ein umfassendes Kultur-Programm. Seit 2005 wurde das Kinoprogramm des Kur-Theaters elf Mal von der Filmstiftung NRW mit der Jahresfilmprogramm-Prämie und vier Mal mit dem Kinoprogrammpreis des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet.

Im November 2008 feierte der Verein sein fünftes Jubiläum und das 70-jährige Bestehen des Gebäudes. Derzeit leiten Ingo Teusch und Dr. Daniel Huys den inzwischen über 1000 Mitglieder zählenden Verein gemeinsam mit einem sechsköpfigen Vorstand.

Karneval / 5. Jahreszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennef ist eine Karnevalshochburg im Rheinland. Im gesamten Stadtgebiet verteilt gibt es 27 Karnevalsvereine. Insgesamt finden 7 Karnevalsumzüge statt, der größte im Zentralort am Rosenmontag, für den man sich bei der Zugleitung des Komitees Hennefer Karneval anmelden kann.

Organisiert wird der größte Teil der Karnevalsveranstaltungen im Einzelnen durch die 5 großen Gesellschaften, die sich im Komitee Hennefer Karneval e. V. zusammengeschlossen haben:

  • erste Hennefer Karnevals-Gesellschaft von 1902 e. V.[11]
  • Große Geistinger Karnevalsgesellschaft 1897 e. V.[12]
  • Quer durch de Waat e. V.[13]
  • 1. Hennefer Stadtsoldaten vun 1983 e. V.[14]
  • Fidele Flotte Dondorf e. V.[15]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Stadtzentrum (Ortsteil Geistingen) befindet sich zwischen der Kurhausstraße und dem Steimelsberg der alte Kurpark. Er erinnert an die Kurtradition in Hennef und ermöglicht verschiedene Freizeitnutzungen. Hier befinden sich unter anderem ein Wildgehege und eine Teichanlage mit Enten.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Geistingen im Wald Weingartsberg stehen in Höhe der Sportschule etwa hundert Meter auseinander zwei Stieleichen. Eine ist etwa dreihundert Jahre alt, die andere über fünfhundert Jahre.[16][17][18]

Stadt Blankenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Titularstadt Stadt Blankenberg mit ihrer Pfarrkirche Sankt Katharina (Mitte 13. Jahrhundert) ist jedes Jahr Anziehungspunkt für Tausende Touristen. Das mittelalterliche Städtchen liegt zwischen Ahrenbachtal und Pferdesiefen hoch über der Sieg und bietet einen einzigartigen Blick über Hennef. Zu bestimmten Zeiten im Jahr ist die Besichtigung der teilweise erhaltenen Burganlage möglich. Zudem gibt es ein Turmmuseum und ein Weinbaumuseum. Durch Nachtwächterführungen und spezielle Führungen für Kinder hat Stadt Blankenberg an touristischem Zuspruch gewonnen. Ebenfalls interessant für einen Besuch mit der ganzen Familie ist der einmal jährlich, jeweils am 2. Sonntag im September, stattfindende Floh- und Kunsthandwerkermarkt.[19]

Die Höfe im Hennefer Zentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Bereich der Frankfurter Straße von gerade einmal 200 Metern befinden sich drei gut erhaltene historische Hofanlagen und ein barockes Wohngebäude, die allerdings im Privatbesitz stehen und nur von der Straße aus besichtigt werden können.

  • An der Einmündung der Steinstraße, gegenüber dem ehemaligen Amtsgerichtsgebäude, liegt der Heymershof von 1790, der zwischen 1817 und 1825 Sitz des Landratsamtes des Kreises Siegburg war und heute noch mit seinen beiden Wirtschaftsflügeln vollständig erhalten ist.
  • Etwas weiter östlich folgt der Proffenhof, der 1722 erbaut wurde und u. a. dem Landdinger (Richter)geschlecht derer von Proff als Wohnsitz diente. Diese Familie stellte zwischen 1660 und 1799 die Landdinger des Amtes Blankenberg. Der östliche Wirtschaftsflügel musste dem Ausbau der Beethovenstraße weichen.
  • 1711 wurde der Lindenhof errichtet, dessen Garten denkmalgeschützt ist und der heute eine Kunstgalerie beherbergt. Auch hier sind die beiden Wirtschaftsflügel nahezu vollständig erhalten.
  • Gegenüber der Kaiserstraße findet sich die Wasserburg, die 1766 anstelle eines älteren Gebäudes von 1582 entstand und nach ihrem Erbauer lange Zeit auch Paeffgens-Hof hieß. Vor dem Haus ist noch ein Teil des ehemaligen namensgebenden, aber heute trockenliegenden Wassergrabens erhalten. Historische Nebengebäude des Anwesens existieren nicht mehr.

Bröler Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. August 1909 wurde Richard Schirrmann mit einer Schulklasse in der Nähe von Hennef/Bröl von einem Gewitter überrascht. In der nahegelegenen Schule fand er Zuflucht. Hier schuf er die Idee der Jugendherberge und begründete damit das Deutsche Jugendherbergswerk.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportschule Hennef bei Geistingen

In Hennef befindet sich die Sportschule des Fußball-Verbandes Mittelrhein, die als Bundes- und Landesleistungszentrum dient. Die Sportfachverbände für Boxen, Ringen, Judo, Taekwondo und Gewichtheben haben hier ihr Leistungszentrum eingerichtet. Gelegentlich ist auch die deutsche Fußballnationalmannschaft sowie der 1. FC Köln zur Vorbereitung auf Länderspiele oder Meisterschaften hier anzutreffen. Zum Konföderationen-Pokal 2005 weilte die Argentinische Fußballnationalmannschaft auf dem Gelände der Sportschule.

Der FC Hennef 05 spielte 2014/15 in der vierthöchsten Fußball-Liga, der Regionalliga West. Derzeit ist er in der Mittelrheinliga vertreten.

Im Hennefer Turnverein, dem mit über 3.600 Mitgliedern mit Abstand größten Sportverein im Rhein-Sieg-Kreis, werden zahlreiche Sportarten angeboten. Der Verein umfasst die Abteilungen Badminton, Basketball, Behindertensport, Breitensport, Klettern, Leichtathletik, Schwimmen, Tanzen, Triathlon, Turnen und Volleyball. Der HTV bietet zudem eine Vielzahl an Fitness und Gesundheitskursen an. Durch die zahlreichen Fußballvereine in Hennef besteht ein breites Angebot an Sportplätzen.[20]

In Hennef ist der Golfclub Rhein-Sieg ansässig.

Die DLRG Ortsgruppe Hennef, als örtliche Gliederung der größten Wasserrettungsorganisation, bietet neben den normalen Kinder- und Jugendschwimmkursen weitergehende Ausbildungen zum Juniorretter, zum Rettungsschwimmer und im Schnorcheltauchen an.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell finden am Wochenende des dritten Sonntags im September, am Sonntag nach Pützchens Markt und am Sonntag vor der Eitorfer Kirmes, das Stadtfest und die „Hennefer Kirmes“ statt. Während die Kirmes als „Kirchweihfest“ auf die Weihe der Pfarrkirche Sankt Simon und Judas zurückgeht, besteht das Stadtfest erst seit Anfang der 1980er-Jahre. Stadtfest und Kirmes finden auf der Frankfurter Straße und auf dem Hennefer Marktplatz statt.

Seit 2004 fand immer im Juni die „Hennefer Europawoche“ statt, verbunden mit dem „Hennefer Europalauf“ mit Halbmarathon, 10-km-Lauf, 3,4-km-Lauf, 1050-m-Schnupperlauf sowie 10-km-Walking und -Nordic-Walking.[21] Seit 2015 firmiert das Fest unter dem Namen „SommerOpenAir“.

Seit 2009 wird jährlich der Hennefer Siegtal-Triathlon[22] mit Schwimmen im Allner See, Radfahren durch das Bröltal bis nach Neunkirchen sowie Laufen über den Hennefer Marktplatz und an der Sieg entlang ausgerichtet.

Seit 2005 findet jeweils am ersten Samstag nach den Sommerferien auf dem Marktplatz das KinderSportFest in einer Kooperation zwischen der Stadt und dem StadtSportVerband statt.[23]

Das jährliche „Siegtal-Festival“ in Kooperation zwischen Windeck, Eitorf, Hennef und Siegburg bietet im Juli und August zahlreiche Pop- und Rock-Konzerte.

Außerdem liegt Hennef auf der Strecke von „Siegtal pur“, dem einmal jährlich Anfang Juli stattfindenden Fahrrad-Erlebnistag. An diesem Tag ist die gesamte Strecke von der Siegquelle bei Netphen bis Siegburg von 9 bis 18 Uhr autofrei.[24]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennef liegt mit drei Autobahnanschlussstellen an der A 560, die ein Zubringer zu A 3 und A 59 ist. Außerdem führen die B 8 und die B 478 ins Stadtgebiet.

Hennef verfügt insgesamt über ein Straßen- und Wegenetz von 419,2 km (Stand 2013). In der Stadt waren am 1. Januar 2012 30.491 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 25.602 Pkw.[25]

Bereits seit einigen Jahren in der Diskussion ist die Ortsumgehung Uckerath, die die B 8 an Hennefs größtem Subzentrum vorbeiführen soll. Das Projekt ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes, von Seiten der Stadt wurden mehrere Varianten entwickelt. Eine Entscheidung über die Streckenführung ist indes, auch auf Grund von zahlreichen Bürgerprotesten, noch nicht gefallen.

Hennef verfügt über 100 Kilometer Wanderwege und gute Radwege in der Innenstadt sowie in deren Umgebung.

In Hennef ist ein Bahnhof an der Siegstrecke und der S 12 und S 19, die einen weiteren Bahnhof bei Stadt Blankenberg hat. In Hennef-Ost (Weldergoven) wurde im August 2012 der neue Haltepunkt Hennef Im Siegbogen eingeweiht. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg an.

Der Buslinienverkehr in Hennef wird durch die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft gestellt, die bis Ende der 1970er Jahre in Hennef-Warth beheimatet war und ihren Betriebshof hatte, der einer Autobahnauffahrt weichen musste. Es verkehren auch einzelne Linien der Verkehrsbetriebe Regionalverkehr Köln und Martin Becker.

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennef wird durch Fluglärm des nahen Flughafens Köln/Bonn belastet. Insbesondere die Ortschaften Heisterschoß, Happerschoß, Stoßdorf, Geistingen, Lanzenbach und das westliche Stadtzentrum sind hiervon betroffen. Im Stadtgebiet haben sich daher mehrere Bürgerinitiativen gegründet, die sich zusammen mit Bürgern anderer Städte und Gemeinden für ein Verbot der nächtlichen Passagier- und Frachtflüge einsetzen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto von Loë (1835–1892), Botschafter und Reichstagsmitglied
  • Anton Becker (1883–1965), in Stoßdorf geborener Politiker, Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft
  • Hermann Mosler (1912–2001), deutscher Völkerrechtler
  • Willi Lindlar (1916–1983), Landrat des Siegkreises beziehungsweise des Rhein-Sieg-Kreises von 1961 bis 1974
  • Franz Braun (* 1923), Zauberkünstler und Spielkartensammler
  • Hans Peter Lindlar (* 1946), ehemaliger Regierungspräsident des Regierungsbezirks Köln
  • Andreas Knippling (* 1966), Springreiter
  • Guido Schiefen (* 1968), Cellist
  • Annika Zeyen (* 1985), Rollstuhlbasketballspielerin und u. a. Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics 2012[28]

Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MGV „Concordia Hennef“ (Hrsg.), Friedrich Balensiefen: 100 Jahre Concordia – Heimat- und Vereinsgeschichte Hennef (Sieg). Eigenverlag, Hennef 1982, OCLC 144691166.
  • Manfred Bank: Hennef. Wartberg, Hennef 1998.
  • Erste Hennefer Karnevals-Gesellschaft 1902 (Hrsg.): 100 Jahre 1. Hennefer Karnevals-Gesellschaft 1902 e. V. Eigenverlag, Hennef 2002.
  • Helmut Fischer: Geschichte der Burg Blankenberg. Gemeinde Hennef-Sieg, Hennef-Sieg 1981, DNB 20914436X. (Beiträge zur Geschichte der Stadt Hennef-Sieg. Band 9)
  • Helmut Fischer: Von der Ersparniskasse zum Allfinanzunternehmen. Die hundertjährige Geschichte der Sparkasse Hennef 1905–2005. Meier, Hennef 2005, OCLC 633977869.
  • Helmut Fischer: Alltag in Hennef. Sutton, Erfurt 1999, ISBN 3-89702-152-8.
  • Helmut Klein: Unsere Kirche wird 100. Festschrift zur 100-Jahrfeier. Eigenverlag, Hennef 2005.
  • Hans Luhmer: 25 Jahre Hennef – auf den Spuren der Entwicklung einer jungen Stadt. Ein Beitrag aus Anlass der Wiederkehr des 25. Jahrestages der Bildung der Großgemeinde Hennef am 1. August 1994. Gemeinde Hennef-Sieg, Hennef 1994.
  • Gemeinde-Verwaltung Hennef-Sieg (Hrsg.): Stadt Blankenberg-Sieg. Festbuch zur 700-Jahrfeier der Stadt Blankenberg an der Sieg am 19. und 20. Juli 1947.
  • Stadt Hennef – Der Bürgermeister (Hrsg.), Dominique Müller-Grote: Hennef – Stadt der 100 Dörfer. Edition Blattwelt, Niederhofen 2006, ISBN 3-936256-26-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hennef (Sieg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. www.hennef.de, alle Dörfer und Weiler
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 84.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 303.
  5. Hennef: 20. Jahrhundert. Stadt Hennef, abgerufen am 24. August 2014.
  6. Hennef: Strukturdaten. In: www.hennef.de. Abgerufen am 12. Januar 2017.
  7. Hennef: Hennefer Schulen. In: www.hennef.de. Abgerufen am 12. Januar 2017.
  8. http://wahlen.kdvz-frechen.de/civitec/kwew2014/05382020/index.htm
  9. http://www.hennef.de/index.php?id=393
  10. Hauptsatzung der Stadt Hennef (Sieg) vom 15. September 1997 (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive), § 3 Absatz 2.
  11. erste Hennefer Karnevals-Gesellschaft von 1902 e. V. (1HKG)
  12. Große Geistinger Karnevalsgesellschaft 1897 e. V. (GG)
  13. Quer durch de Waat (QddW) e. V.
  14. 1. Hennefer Stadtsoldaten vun 1983 e. V. (StadtS.)
  15. Fidele Flotte Dondorf e. V. (FF)
  16. Liste der Naturdenkmäler des Rhein-Sieg-Kreises (Memento vom 5. Januar 2008 im Internet Archive).
  17. Eintrag zu Stieleiche im Weingartsberg (Naturdenkmal 2.3-1 bei Geistingen) in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 14. Juli 2017.
  18. Eintrag zu Stieleiche im Weingartsberg (Naturdenkmal 2.3-2 bei Geistingen) in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 14. Juli 2017.
  19. MGV Eintracht Stadt Blankenberg e.V. – Organisator des alljährlichen Flohmarktes. Abgerufen am 2. November 2016.
  20. Die Abteilungen. In: hennefertv.de. 31. Januar 2011, archiviert vom Original am 15. Februar 2011, abgerufen am 15. Februar 2011.
  21. Europawochelauf Hennef. Abgerufen am 16. März 2015.
  22. [1]
  23. Hennef: KinderSportFest. In: www.hennef.de. Abgerufen am 12. Januar 2017.
  24. Siegtal Pur – Autofreies Siegtal. Abgerufen am 2. November 2016.
  25. Mobilität in Nordrhein-Westfalen – Daten und Fakten 2013. In: Straßenverkehr. Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, S. 33, 64, abgerufen am 28. Mai 2015.
  26. Standorte. CGI, abgerufen am 24. Oktober 2014.
  27. Anke Vehmeier: Der Junior lieferte Torten mit der Kutsche aus. In: General-Anzeiger (Bonn). 26. Februar 2005, abgerufen am 8. November 2016 (Geschichte Bäckerei Gilgen's – Artikel zum 125 jährigen Jubiläum).
  28. Paralympics: Diese Sportler aus Rhein-Sieg starten in Rio. In: Rhein-Sieg-Anzeiger. 7. September 2016, abgerufen am 3. Dezember 2016.
  29. Geburtstagsfeier: Ein Fest für Carl Reuther. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 12. August 2009, abgerufen am 8. November 2016.
  30. Chronos-Waage. Hennef, abgerufen am 24. Oktober 2014.