Tinder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tinder
Logo-Tinder.svg
Entwickler InterActiveCorp
Erscheinungsjahr 2012
Aktuelle Version 5.2.0 (Android)
(24. Juni 2016)
Betriebssystem Android, iOS
Kategorie Soziales Netzwerk
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
www.gotinder.com

Tinder (dt. Zunder) ist eine kommerzielle mobile Dating-App, die das Ziel hat, ihren Benutzern das Kennenlernen von Menschen in der näheren Umgebung zu erleichtern. Sie wird zur Anbahnung von Flirts oder zum Knüpfen von Bekanntschaften verwendet.

Erstellung eines Kontos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tinder-Konten lassen sich ausschließlich mit einem Facebook-Profil erstellen. Tinder benutzt den Vornamen und das Alter des Benutzers als Profilangabe und wählt fünf Fotos des Benutzers als Profilbilder aus. Die Fotos lassen sich individuell über das Facebook-Profil oder über die eigene Galerie auswählen. Zudem können sich Nutzer mit einem kurzen Text individuell beschreiben. Tinder verwendet zusätzlich die Gefällt-mir-Angaben und Freundschaftslisten der Nutzer, um Gemeinsamkeiten zwischen zwei Personen aufzuzeigen.

Benutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tinder präsentiert dem Benutzer jeweils die Profilfotos, den Vornamen und das Alter einer anderen Person, die zuletzt in einem zuvor gewählten Umkreis um dieselbe Funkzelle war. Anhand dieser Informationen entscheidet der Benutzer, ob ihn eine Konversation mit der anderen Person interessieren würde. Wenn beide Benutzer sich gegenseitig als interessant einstufen, erfahren sie dies und können eine Unterhaltung starten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tinder wurde zuerst auf dem Campus der University of Southern California verbreitet. 60 Prozent der Benutzer verwenden (Stand 2013) das Programm täglich, ein Großteil dieser Nutzer mehrmals täglich.[1]

Seit November 2014 besteht ab Version 4.0.0 die Möglichkeit, die letzte Wahl zurückzunehmen, außerdem lässt sich der Standort manuell festlegen. Diese beiden Funktionen sind jedoch nur durch Zahlung eines Betrages, der von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich ist, mittels In-App-Kauf freizuschalten. Der Betrag beläuft sich laut Tinder-Mitgründer Jonathan Deen auf 20 US-Dollar monatlich.[2]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Benutzung des Facebook-Profils erhält Tinder die grundsätzlichen Informationen über den Benutzer und analysiert seine Informationen, um die Personenvorschläge zu optimieren. Eine besondere Rolle hierbei spielen die geographische Lage, die Anzahl gemeinsamer Freunde und gemeinsame Interessen.

Erst nachdem beide Nutzer einander als attraktiv eingestuft haben, können sie miteinander chatten. Auf diese Weise haben Nutzer eine Kontrolle darüber, wer ihnen schreiben darf, und werden nicht mit Nachrichten von Personen konfrontiert, die sie nicht vorher als attraktiv eingestuft haben. Handlungen innerhalb von Tinder werden nicht auf dem Facebook-Profil des Benutzers gemeldet (dies ist auch freiwillig nicht möglich).

Mit Tinders Matchmaker-Funktion können Nutzer eine Verbindung zwischen zwei ihrer Facebook-Freunde herstellen, ohne dass diese ihre gesamten Informationen sehen.

Tinder ist für iOS- und für Android-Geräte verfügbar.[3] Für Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone gibt es zwei inoffizielle Apps.[4][5]

Benutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tinders kommerzielle Zielgruppe sind Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahren.[6]

Laut einer Studie des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens Paragon Poll aus dem Jahr 2013 haben etwa 20 Prozent der Tinder-Nutzer eine Person getroffen, auf die sie mittels Tinder aufmerksam geworden sind.[7]

Laut Co-Gründer Jonathan Badeen hat Tinder zwei Millionen Nutzer in Deutschland (Stand Januar 2015).[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit April 2015 zwingt Tinder die Nutzer dazu, auch persönliche Informationen über politische und religiöse Einstellungen sowie die aktuellen und ehemaligen Arbeitgeber über Facebook freizugeben. Ohne Zugriff auf diese Informationen kann man Tinder seit der Version 4.4.3 nicht mehr nutzen. Weitere negative Kritikpunkte sind die häufigen technischen Probleme, die Tinder verursacht. Außerdem führte das dahinter stehende Unternehmen im März 2015 altersabhängige Preise ein, die von 1,99 bis 19,99 Euro pro Monat reichen. Je älter die Nutzer, desto mehr Geld sollen sie pro Monat zahlen.[9]

Im Frühjahr 2015 wurde eine Tinder-Stalking-Studie veröffentlicht. Im Fokus steht dabei das Sicherheitsrisiko, das durch die Verwendung des Facebook-Profils als einzige Registrierungsmöglichkeit bei Tinder entsteht. Andere Benutzer können mithilfe eines Screenshots des Tinder-Profilbildes und der Google-Bildersuche die Identität der Nutzer herausfinden, vor allem, wenn eine Person ihre Facebook-Seite nicht genügend durch Privatsphäreneinstellungen geschützt hat.[10]

Die Tinder-Datensätze sind nicht vor Zugriffen von außen geschützt. Jede Person kann die Profile durchsuchen, auch wenn die suchende Person selbst kein Tinder-Nutzer ist. Der kostenpflichtige Onlinedienst Swipebuster benutzt dazu beispielsweise die offizielle Entwickler-Schnittstelle von Tinder.[11]

Im August 2016 wurde auf der Jahreskonferenz der American Psychological Association eine Studie vorgestellt, nach der Tinder-Nutzer eine geringere Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und eine höhere Tendenz zum Objektifizieren ihrer eigenen Körper und der anderer aufweisen. Kritiker der Studie bemängeln die geringe Stichprobengröße: 102 von 1317 Befragten gaben an, die App zu nutzen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Why Tinder Has Us Addicted: The Dating App Gives You Mind-Reading Powers. Huffington Post. 9. April 2013. Abgerufen am 19. November 2013.
  2. Interview mit Tinder Co-Founder Jonathan Deen. Online-Dating Verbraucher-Testportal ZU-ZWEIT.de. Abgerufen am 29. Januar 2015.
  3. tinder.com
  4. Unofficial Tinder dating app released again for Windows Phone as talks fail for an official one. WP Central. 21. Juni 2014. Abgerufen am 27. Juli 2014.
  5. Windows Phone Store
  6. Dating App Tinder Catches Fire. Businessweek. 5. September 2013. Abgerufen am 22. Oktober 2013.
  7. Tinder Dates: Just how common are they?. Top Mobile Trends. Abgerufen am 26. Oktober 2013.
  8. Dating-App: Tinder hat zwei Millionen Nutzer in Deutschland. Spiegel Online. 30. Januar 2015. Abgerufen am 25. Februar 2015.
  9. Extra-Kosten für Ü30 – so verdient Tinder Geld. Berliner Zeitung. 2015-14-04. Abgerufen am 29. April 2015.
  10. Praxistest: Wie gefährlich ist Tinder Stalking?. Singlebörsen-Vergleich.de. 2015-27-01. Abgerufen am 31. August 2015.
  11. Umstrittene Website zeigt, ob jemand Dating-App Tinder nutzt. derstandard.at, 6. April 2016, abgerufen am 7. April 2016.
  12. Naomi Stewart: Swipe right for negative self perception, says research into Tinder users. In: theguardian.com. 4. August 2016, abgerufen am 14. September 2016 (HTTPS, englisch).