Tinder

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Tinder
Tinder.png
Entwickler InterActiveCorp
Erscheinungsjahr 2012
Betriebssystem Android, iOS
Kategorie Soziales Netzwerk
Lizenz proprietär
Deutschsprachig ja
www.gotinder.com

Tinder (dt. Zunder) ist eine kommerzielle mobile Dating-App, die das Ziel hat, ihren Benutzern das Kennenlernen von Menschen in der näheren Umgebung zu erleichtern. Sie wird zur Anbahnung von Flirts oder zum Knüpfen von Bekanntschaften verwendet.

Erstellung eines Kontos[Bearbeiten]

Tinder-Konten lassen sich ausschließlich mit einem Facebook-Profil erstellen. Tinder benutzt den Vornamen und das Alter des Benutzers als Profilangabe und wählt fünf Fotos des Benutzers als Profilbilder aus. Die Fotos lassen sich individuell auswählen, müssen jedoch auf dem Facebook-Profil vorhanden sein. Zudem können sich Nutzer mit einem kurzen Text individuell beschreiben. Tinder verwendet zusätzlich die Gefällt-mir-Angaben und Freundschaftslisten der Nutzer, um Gemeinsamkeiten zwischen zwei Personen aufzuzeigen.

Benutzung[Bearbeiten]

Tinder präsentiert dem Nutzer jeweils die Profilfotos, den Vornamen und das Alter einer anderen Person, die zuletzt in einem vorher vom Benutzer spezifizierten Umkreis derselben Funkzelle war. Anhand dieser wenigen Informationen – in der Regel nur nach einem Blick auf das erste Foto – entscheidet der Benutzer, ob ihn eine Konversation mit dieser Person interessieren würde. Ist dies der Fall, wird das Foto nach rechts geschoben. Falls die Person jedoch als unattraktiv empfunden wird oder nicht den gewünschten Vorstellungen entspricht, wird das Foto nach links verschoben. Wenn beide Benutzer sich gegenseitig als interessant einstufen, erfahren sie dieses und können eine Konversation starten, um mehr über diese Person zu erfahren. Prinzipiell erhält man in Tinder folglich nur Nachrichten von Personen, die man zuvor als eher attraktiv eingeschätzt hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Tinder wurde zuerst auf dem Campus der University of Southern California verbreitet. 60 Prozent der Benutzer verwenden (Stand 2013) das Programm täglich, ein Großteil dieser Nutzer mehrmals täglich.[1]

Seit November 2014 besteht ab Version 4.0.0 die Möglichkeit, die letzte Wahl zurückzunehmen, außerdem lässt sich der Standort manuell festlegen. Diese beiden Funktionen sind jedoch nur durch Zahlung eines Betrages, der von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich ist, mittels In-App-Kauf freizuschalten. Der Betrag beläuft sich laut Tinder Co-Founder Jonathan Deen auf 20 US-Dollar monatlich.[2]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Unter Benutzung des Facebook-Profils erhält Tinder die grundsätzlichen Informationen über den Benutzer und analysiert seine Informationen, um die Personenvorschläge zu optimieren. Eine besondere Rolle hierbei spielen die geographische Lage, die Anzahl gemeinsamer Freunde und gemeinsame Interessen.

Erst nachdem sich beide Nutzer als attraktiv eingestuft haben, können sie miteinander chatten. Auf diese Weise haben Nutzer eine Kontrolle darüber, wer ihnen schreiben darf und werden nicht mit Nachrichten von Personen konfrontiert, die sie nicht vorher als attraktiv eingestuft haben. Handlungen innerhalb von Tinder werden nicht auf dem Facebook-Profil des Benutzers gemeldet (dies ist auch nicht freiwillig möglich).

Mit Tinders Matchmaker-Funktion können Nutzer eine Verbindung zwischen zwei ihrer Facebook-Freunde herstellen, ohne dass diese ihre gesamten Informationen sehen.

Tinder ist für iOS- und für Android-Geräte verfügbar.[3] Für Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone gibt es zwei inoffizielle Apps.[4][5]

Benutzer[Bearbeiten]

Tinders kommerzielle Zielgruppe sind Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahren.[6]

Laut einer Studie des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens Paragon Poll 2013 haben etwa 20 Prozent der Tinder-Nutzer eine Person getroffen, auf die sie mittels Tinder aufmerksam geworden sind.[7]

Kritik[Bearbeiten]

Seit April 2015 zwingt Tinder die Nutzer dazu, auch persönliche Informationen über politische und religiöse Einstellungen sowie die aktuellen und ehemaligen Arbeitgeber über Facebook freizugeben. Ohne Zugriff auf diese Informationen kann man Tinder seit der Version 4.4.3 nicht mehr nutzen. Weitere negative Kritikpunkte sind die häufigen technischen Probleme, die Tinder verursacht. Außerdem führte das dahinter stehende Unternehmen im März 2015 altersabhängige Preise ein, die von €1,99 bis €19,99 pro Monat reichen. Je älter die Nutzer, desto mehr Geld sollen sie pro Monat zahlen.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Why Tinder Has Us Addicted: The Dating App Gives You Mind-Reading Powers. Huffington Post. 9. April 2013. Abgerufen am 19. November 2013.
  2. Interview mit Tinder Co-Founder Jonathan Deen. Online-Dating Verbraucher-Testportal ZU-ZWEIT.de. Abgerufen am 29. Januar 2015.
  3. tinder.com
  4. Unofficial Tinder dating app released again for Windows Phone as talks fail for an official one. WP Central. 21. Juni 2014. Abgerufen am 27. Juli 2014.
  5. Windows Phone Store
  6. Dating App Tinder Catches Fire. Businessweek. 5. September 2013. Abgerufen am 22. Oktober 2013.
  7. Tinder Dates: Just how common are they?. Top Mobile Trends. Abgerufen am 26. Oktober 2013.
  8. Extra-Kosten für Ü30 – so verdient Tinder Geld. Berliner Zeitung. 2015-14-04. Abgerufen am 29. April 2015.