Ulrich Klug

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Ulrich Klug (* 7. November 1913 in Barmen; † 7. Mai 1993 in Köln) war ein deutscher Jurist, Hochschullehrer und Politiker (FDP).

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur nahm Klug ein Studium der Rechtswissenschaft an der Berliner Universität auf, das er 1938 mit der Promotion zum Dr. jur. (Dissertation: Die zentrale Bedeutung des Schutzgedankens für den Zweck der Strafe) beendete. Seine berufliche Karriere begann auf verschiedenen Positionen in der Bankwirtschaft, zuletzt war er von 1952 bis 1957 Direktor der Commerzbank AG in Karlsruhe. Zugleich war er von 1950 bis 1957 Privatdozent an der Universität Heidelberg. Daraufhin nahm er eine außerordentliche Professur für Rechtsphilosophie und Strafrecht an der Universität Mainz an. Schließlich erhielt er 1960 einen Lehrstuhl als ordentlicher Professor für Strafrecht, Zivil- und Strafprozessrecht sowie für Rechtsphilosophie an der Universität zu Köln. Von der Universität Córdoba wurde ihm 1965 der Ehrendoktortitel verliehen. 1962 trat er als Anwalt in der „Spiegel-Affäre“ in Erscheinung. 1972 wirkte er am Alternativentwurf eines Strafgesetzbuches mit und 1979 entwarf er ein Gegenkonzept für den von der Innenministerkonferenz vorgelegten Musterentwurf eines einheitlichen Polizeigesetzes des Bundes und der Länder.[1] Von 1979 bis 1982 fungierte er als Bundesvorsitzender der Humanistischen Union.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klug war seit 1968 Mitglied der FDP und gehörte zum linken Flügel der Partei. Vom 1. März 1971 bis zum 29. April 1974 amtierte er als Staatssekretär im Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Vom 30. April 1974 bis zu seinem Rücktritt am 23. Februar 1977 war er Senator der Justizbehörde in den von den Ersten Bürgermeistern Peter Schulz und Hans-Ulrich Klose geführten Senaten der Freien und Hansestadt Hamburg.[2][3] Mitte November 1982 trat er wegen der Bonner Wende (der Unterstützung Helmut Kohls als Bundeskanzler) aus der FDP aus.[4]

Von 1969 bis 1982 war er Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Redaktionsbüro Harenberg: Knaurs Prominentenlexikon 1980. Die persönlichen Daten der Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Mit über 400 Fotos. Droemer Knaur, München/Zürich 1979, ISBN 3-426-07604-7, Klug, Ulrich, S. 233.
  2. Politisch so naiv. In: Der Spiegel. Nr. 1, 1977 (online).
  3. Endlich Bürger. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1977 (online).
  4. Now or never. In: Der Spiegel. Nr. 47, 1982 (online).