Umgehungsbahn Mainz

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Umgehungsbahn Mainz
Östlich der Abzweigstelle Kostheim überquert die Umgehungsbahn zuerst die Taunus-Eisenbahn und den Main (Blickrichtung Osten): * links die beiden Gleise der Umgehungsbahn nach Kostheim Ost, * rechts das Gleis der Verbindungsstrecke nach Kostheim Ost, * dazwischen die beiden Gleise der Taunus-Eisenbahn.
Östlich der Abzweigstelle Kostheim überquert die Umgehungsbahn
zuerst die Taunus-Eisenbahn und den Main (Blickrichtung Osten):
  • links die beiden Gleise der Umgehungsbahn nach Kostheim Ost,
  • rechts das Gleis der Verbindungsstrecke nach Kostheim Ost,
  • dazwischen die beiden Gleise der Taunus-Eisenbahn.
Strecke der Umgehungsbahn Mainz
Streckennummer (DB):3525
Kursbuchstrecke (DB):645.9 (Kostheim – Mainz-Bischofsheim)
Streckenlänge:15,1 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Bundesländer (D): Rheinland-Pfalz, Hessen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Linke Rheinstrecke von Köln
Bahnhof, Station
0,0 Mainz-Mombach
   
Linke Rheinstrecke nach Mainz Hbf
BSicon ABZq+r.svgBSicon KRZu.svgBSicon STR+r.svg
(0,0) 00,0 Verbindungsstrecken von Mainz Hbf
BSicon SHST.svgBSicon STR.svgBSicon STRg.svg
(2,4) 00,0 Mainz Nord (Richtung Wiesbaden)
BSicon STRl.svgBSicon ABZg+r.svgBSicon SHST.svg
(2,7) 00,0 Mainz Nord (Richtung Mainz)
BSicon .svgBSicon ABZg+l.svgBSicon STRr.svg
(3,0) 01,5 Mainz Kaiserbrücke[Anm. 1] (Abzw)
BSicon STR.svg
   
Kaiserbrücke (Rhein, Petersaue),
  Landesgrenze Rheinland-Pfalz / Hessen
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BSicon STR+l.svgBSicon ABZgr.svgBSicon .svg
(5,5) 03,3 Mainz Kaiserbrücke Ost (Abzw)
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Taunus-Eisenbahn Frankfurt ↔ Wiesbaden
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(6,3) 00,0 Verbindungsstrecken nach Wiesbaden Ost
   
gepl. Verbindungskurve Igelstein
   
4,4 Mainz-Kastel Igelstein (Anst)
Straßenbrücke
B 455 (Boelckestraße)
BSicon STR+r.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Taunus-Eisenbahn von Wiesbaden
BSicon BST.svgBSicon BST.svgBSicon .svg
(0,0) 08,7 Kostheim (Abzw)
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Taunus-Eisenbahn nach Frankfurt
BSicon STRl.svgBSicon ABZg+r.svgBSicon .svg
Verbindungsstrecke
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
(1,8) 10,3 Kostheim Ost (Abzw)
   
Kostheimer Brücke (Main)
Brücke (mittel)
B 43 (Darmstädter Landstraße)
BSicon KRWl+lo.svgBSicon KRWro+r.svgBSicon .svg
Rhein-Main-Bahn von Mainz Hbf
BSicon BRÜCKE1.svgBSicon SBRÜCKE.svgBSicon .svg
A 671
BSicon BHF-L.svgBSicon SBHF-R.svgBSicon .svg
12,7 Mainz-Bischofsheim Pbf
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13,1 Mainz-Bischofsheim Westseite
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BSicon ABZgl.svgBSicon ABZql.svgBSicon KRZo.svg
14,1 Mainz-Bischofsheim Überltg II
Mainbahn nach Frankfurt
BSicon STR.svgBSicon .svgBSicon STR.svg
BSicon DST.svgBSicon KRW+l.svgBSicon KRWr.svg
14,1 Mainz-Bischofsheim Mitte
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15,1 Mainz-Bischofsheim Ostseite
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16,1 Mainz-Bischofsheim Überltg I
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Rhein-Main-Bahn nach Darmstadt

Die Umgehungsbahn Mainz ist eine überwiegend dem Güterverkehr dienende Umfahrung des Eisenbahnknotenpunkts Mainz Hauptbahnhof. Sie verbindet die Main-Rhein-Bahn, die Mainbahn, die Taunus-Eisenbahn und die Linke Rheinstrecke miteinander und wurde 1904 eröffnet.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nachdem der Mainzer Hauptbahnhof 1884 an seine heutige Stelle verlegt worden war, bildete er schon bald wieder eine Engstelle für den Verkehr. Dies lag vor allem an dem mit nur zwei Gleisen ausgebauten Mainzer Tunnel.

Bau und Trassierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft und die hinter ihr stehenden Regierungen des Königreichs Preußen und des Großherzogtums Hessen-Darmstadt beschlossen im Jahr 1900 das Problem mit einer Umgehungsbahn zu lösen. Für diese war allerdings auch eine wegen der erforderlichen Brücken aufwändige Trassierung erforderlich. Sie vermied aber den Güterzugverkehr durch den Mainzer Hauptbahnhof. 1902 begannen die Bauarbeiten, die in vier Lose aufgeteilt waren.[2] Am 2. Mai 1904 ging die Strecke in Betrieb und wurde der Eisenbahndirektion Mainz unterstellt.[3]

Die Kilometrierung der 15,1 Kilometer langen Strecke beginnt im Bahnhof Mainz-Mombach. Anschließend überquert sie den Rhein auf der (damals) neu errichteten Kaiserbrücke, erreicht dort (heute) Wiesbadener Stadtgebiet und überquert die Taunus-Eisenbahn südlich des Bahnhofs Wiesbaden Ost. In Richtung Wiesbaden und Koblenz bestehen kreuzungsfreie Zu- und Abfahrten.

Die Bahn umfährt in einem weiten Bogen Mainz-Kastel. In Mainz-Kostheim trifft sie erneut auf die Taunus-Eisenbahn. An der Abzweigstelle Kostheim ist der Wechsel von und zur Strecke in Richtung Frankfurt möglich. Die Abzweigstelle Kostheim wurde ursprünglich als „Abzweigstelle K“ bezeichnet. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1905.[4]

Anschließend erreicht sie die Kostheimer Brücke über den Main, überquert die Rhein-Main-Bahn und fährt in einem weiten Bogen in den Bahnhof Mainz-Bischofsheim ein. Von dort ist die Weiterfahrt über die Mainbahn nach Frankfurt (Main) Hauptbahnhof (und ehemals zum heute abgerissenen Hauptgüterbahnhof), und über die Rhein-Main-Bahn nach Darmstadt Hauptbahnhof möglich.

Der Bau der Umgehungsbahn ermöglicht auch die Führung von Zügen, die linksrheinisch aus Richtung Worms kommen, ohne Richtungswechsel im Mainzer Hauptbahnhof in Richtung Frankfurt und zum Bahnhof Mainz-Bischofsheim. Diese Variante bedingt aber wieder die Nutzung der Mainzer Tunnel und wird so nur relativ selten befahren.

Verbindungskurve Igelstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Seit Anfang 2011 besteht Planungsrecht für den Bau einer eingleisigen Verbindungskurve von der ehemaligen Anschlussstelle Mainz-Kastel Igelstein zur Rechten Rheinstrecke im Rahmen des Sofortprogramms Seehafenhinterlandverkehr.[5] Laut Ausschreibung soll eine eingleisige, 1200 Meter lange Verbindung entstehen, inklusive zweier Rahmenbauwerke.[6] Dank der Kurve könnten sämtliche Güterzüge statt durchs Stadtgebiet von Mainz-Kastel über die Umgehungsbahn geführt werden, wodurch das Konfliktpotenzial mit dem Regionalverkehr reduziert werden würde. Über vorbereitende Arbeiten ist das Projekt bisher aber nicht hinaus gekommen, ob und wann es tatsächlich realisiert werden wird, ist derzeit nicht absehbar.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Trassierung der Mainzer Umgehungsbahn erforderte eine Reihe von Brücken. Die historischen Brücken sind alle als Überführungen der Umgehungsbahn über kreuzende Infrastrukturen und die beiden Flüsse ausgeführt. Bauzeitbedingt ist und war deren Gestaltung im Großen vom Historismus geprägt mit zahlreichen Details im Jugendstil, z. B. bei den Brückengeländern. Ein Teil dieser ursprünglichen Gestaltung ist erhalten, anderes, vor allem bei der Kaiserbrücke, im Zweiten Weltkrieg zerstört oder beschädigt worden und nach dem Krieg in stark vereinfachten Formen wieder aufgebaut. Als Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz werden davon bewertet:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Eröffnung diente die Strecke ausschließlich als Güterumgehungsbahn.[7] Der südliche Abschnitt zwischen der Abzweigstelle Kostheim und dem Bahnhof Mainz-Bischofsheim wird seit vielen Jahren auch vom Personennahverkehr genutzt. Insbesondere verkehrt hier die S-Bahn-Linie S9 der S-Bahn Rhein-Main. Der nördliche Abschnitt, nördlich der Abzweigstelle Kostheim, wurde bis zum Dezember 2018 fast ausschließlich von Güterzügen genutzt. Ausnahmen gab es bei Bauarbeiten in Mainz oder an der Mainzer Südbrücke sowie bei Betriebsstörungen; fahrplanmäßig wurden nur wenige Personenzüge über diesen Streckenabschnitt geführt, so etwa im Sommerfahrplan 1999 ein Verstärker-ICE auf dem Weg von Frankfurt nach Koblenz, der EuroNight Jan Kiepura in der Zeit, als er noch zwischen Frankfurt, Warschau und Moskau fuhr, ferner die Züge des hier im August 2016 letztmals verkehrenden Hamburg-Köln-Expresses. Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 werden stündlich RegionalExpress-Züge der Linien RE 4 und RE 14 zwischen Mainz Hauptbahnhof und Frankfurt Hauptbahnhof über den nördlichen Abschnitt bis zur Taunus-Eisenbahn geführt,[8] so dass nunmehr lediglich die Verbindungskurve zwischen Mainz Nord und der nordwärts führenden linken Rheinstrecke bis auf die einmal tägliche RB33 (Wiesbaden Hbf – Ingelheim – Bad Kreuznach) ohne Personenzüge bleibt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Je nach Quelle auch als „Mainz Kaiserbrücke West“ oder einfach „Kaiserbrücke West“ bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter. In: Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Nachrichten. 6. Jahrgang, Nr. 22, 3. Mai 1902, S. 151.
  3. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 23. April 1904, Nr. 21. Bekanntmachung Nr. 183, S. 299.
  4. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 4. März 1905, Nr. 12. Bekanntmachung Nr. 100, S. 70.
  5. Drucksache 16/10945. (PDF; 885 KiB) Deutscher Bundestag, 14. November 2008, abgerufen am 27. April 2011.
  6. Vgl. Ausschreibung der Bahn "Neubau Igelsteinkurve". Deutsche Bahn AG, 14. April 2010, abgerufen am 27. April 2011.
  7. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 23. April 1904, Nr. 21. Bekanntmachung Nr. 183, S. 299.
  8. Neuer Fahrplan - mehr direkte Züge. RNN-Information zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018. Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund, 9. Dezember 2018, archiviert vom Original am 12. Dezember 2018; abgerufen am 12. Dezember 2018.