Umweltbundesamt (Österreich)

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Logo des Umweltbundesamtes
Staatliche Ebene Bundesebene
Stellung Ausgegliederter Rechtsträger (Firma im Eigentum der Republik Österreich)
Rechtsform GmbH (100-%-Besitz der Republik Österreich)
Gründung 1985 (GmbH seit 1999)
Hauptsitz Wien 9, Spittelauer Lände 5
Leitung Georg Rebernig (GF)
Mitarbeiter 503[1]
Umsatz 49,4 Mio. € (2016)[1]
Website www.umweltbundesamt.at

Das Umweltbundesamt ist die größte österreichische Fach-Einrichtung für alle Umweltthemen. Sie nimmt hoheitliche Aufgaben für den Bund wahr und bietet zusätzlich Umweltconsulting für nationale und internationale Auftraggeber. Zu den Kunden und Partnern des Umweltbundesamtes gehören neben großen Unternehmen auch wissenschaftliche und politische Institutionen in Österreich, der EU und darüber hinaus. Das Umweltbundesamt hat seinen Sitz in Wien-Althangrund.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umweltbundesamt wurde 1985 auf Basis des Umweltkontrollgesetzes gegründet. 1988 definierte die Neufassung des Umweltkontrollgesetzes die Kernaufgaben des Umweltbundesamtes neu. Mit dem 1. Jänner 1999 wurde das Umweltbundesamt in die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GesmbH) überführt. Als solche befindet sich das Umweltbundesamt im 100%igen Eigentum der Republik Österreich, vertreten durch das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Am 24. Oktober 2017 unterzeichneten Umweltminister Andrä Rupprechter, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der Bürgermeister von Klosterneuburg, Stefan Schmuckenschlager eine Grundsatzerklärung, wonach das Umweltbundes­amt nach Klosterneuburg übersiedelt werden soll. Der Umzug soll 46,5 Millionen Euro kosten.[2]

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mission Statement des Umweltbundesamtes:

„Als größte ExpertInnen-Institution für Umwelt in Österreich und einer der führenden Umweltberater in Europa stehen wir für Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zur Sicherung nachhaltiger Lebensbedingungen. Mit über 500 ExpertInnen aus 55 Disziplinen entwickeln wir fach- und themenübergreifende Entscheidungsgrundlagen auf lokaler, regionaler, europäischer und internationaler Ebene. Wir arbeiten transparent und überparteilich und stehen im Dialog mit Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.“

Die Arbeit des Umweltbundesamtes orientiert sich an folgenden Zielbildern:

  • Sicherung des Naturkapitals für die Gesellschaft
  • Low Carbon Society
  • Cleaner Production
  • Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft

Die Tätigkeiten des Umweltbundesamtes umfassen:

  • Erhebung, Aufbereitung und Analyse von Daten zur Umweltsituation in Österreich (u. a. Luftqualität, Bodeninformation, Strahlenschutz, Wassergüte)
  • Entwickeln von Methoden, Empfehlungen und Entscheidungsgrundlagen für die Umweltpolitik
  • Erarbeiten von Strategien zur Verbesserung der Umweltsituation
  • Messung von Umweltbelastungen
  • Beteiligung am Vollzug von Bundesgesetzen
  • Fachliche Koordination verschiedener internationaler Umweltprogramme in Österreich
  • Umweltconsulting für Unternehmen, wissenschaftliche und politische Institutionen in Österreich, der EU und darüber hinaus.

Der alle drei Jahre erscheinende medienübergreifende Umweltkontrollbericht (UKB) ist das Standardwerk zur Umweltsituation in Österreich.[3] Der Bericht richtet sich in erster Linie an Entscheidungsträger, insbesondere auf Bundes- und Landesebene sowie Interessenvertreter und bietet aktuelle Grundlagen für deren tägliche Arbeit. Dazu fokussiert er auf die wichtigsten Herausforderungen der Umweltthemen und berücksichtigt vor allem jene Aspekte, in denen in den nächsten Jahren wichtige Entscheidungen zu treffen sind.

Die Schwerpunkte der internationalen Beratungstätigkeit des Umweltbundesamtes liegen im Environmental Consulting und im Institutional Capacity Building. Die Experten sind als Berater internationaler Organisationen, wie EU-Parlament, EU-Kommission, UNEP und OECD tätig. Das Umweltbundesamt unterstützt neue und zukünftige EU-Mitgliedstaaten und Länder der EU-Nachbarschaftspolitik beim Aufbau von Verwaltung und nationaler Gesetzgebung im Umweltbereich. Seit 1998 war das Umweltbundesamt an über 110 Länderpartnerschaften, sogenannten Twinning-Projekten in 27 Ländern beteiligt, darunter Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Kroatien, Litauen, Malta, Mazedonien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Serbien, in der Tschechischen Republik, in Tunesien, Ungarn sowie in Zypern. Insgesamt reicht der Aktionsradius von Ost- und Südosteuropa bis in die Mittelmeer-Staaten und nach Zentralasien.

Das Umweltbundesamt beschäftigt 503 Mitarbeiter (Stand 30. Juni 2017) aus 55 Disziplinen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Umweltbundesamt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen und Fakten, umweltbundesamt.at
  2. Kurier: Umweltbundes­amt nach Klosterneuburg verschoben, Wien sauer. Artikel vom 24. Oktober 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
  3. Umweltkontrollbericht