Elisabeth Köstinger

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Elisabeth Köstinger (2014)

Elisabeth Köstinger (* 22. November 1978 in Wolfsberg, Kärnten) ist eine Politikerin der Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Sie ist seit Dezember 2017 Mitglied der Bundesregierung Kurz, seit Jänner 2018 als Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, und seit 2009 Vizepräsidentin des Österreichischen Bauernbundes. Ab Mai 2017 war sie Generalsekretärin ihrer Partei und anschließend kurzzeitig Präsidentin des Nationalrates. Weiter war sie von 2009 bis 2017 Abgeordnete im EU-Parlament und von 2014 bis 2017 Bundesparteiobmann-Stellvertreterin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Köstinger absolvierte die Volksschule Granitztal sowie die Hauptschule St. Paul im Lavanttal und legte 1998 ihre Matura an der Höheren Bundeslehranstalt Wolfsberg ab. Von 1999 bis 2003 war sie als Assistentin in der Kärntner Gebietskrankenkasse tätig. Anschließend begann sie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Publizistik, Kommunikationswissenschaften und Angewandte Kulturwissenschaften zu studieren. Aufgrund ihrer Arbeit als EU-Parlamentarierin brach sie das Studium jedoch ab.[1][2] Von 2003 bis 2009 arbeitete sie als Freiberuflerin in diversen Kommunikationsbereichen.

Ende Jänner 2018 gab sie bekannt, dass sie im Juli ihr erstes Kind erwarte.[3]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Köstinger engagierte sich in Landjugendorganisationen: Von 1995 bis 1997 leitete sie die Landjugendgruppe Granitztal, danach wurde sie Bezirksleiterin in Wolfsberg sowie Landesleiterin in Kärnten. In den Jahren 2002 bis 2006 hatte Köstinger die Führung der Bundesorganisation der Landjugend Österreich inne. In dieser Zeit war sie Delegierte zum Europäischen Rat der Junglandwirte (CEJA).

Von 2007 bis 2012 war Elisabeth Köstinger Bundesobfrau der Österreichischen Jungbauernschaft (Bauernbund-Jugend). Sie ist unter anderem selbst Absolventin der „aufZAQ“-Ausbildung der österreichischen Landjugend sowie der EDUCA-Ausbildung der Österreichischen Jungbauernschaft. Seit 2009 ist sie Vizepräsidentin des Österreichischen Bauernbundes. Im Jahr 2012 wurde Köstinger für das laufende Jahr Präsidentin von 'wald.zeit Österreich – Plattform für Waldkommunikation'.[4]

Seit Oktober 2014 ist Köstinger Vizepräsidentin des Ökosozialen Forums[5] sowie Präsidentin des Ökosozialen Forums Europa.[6] Im November 2014 wurde Köstinger zur Bundesparteiobmann-Stellvertreterin der ÖVP gewählt.[7] Im Juli 2015 wurde Köstinger stellvertretende Vorsitzende der Politischen Akademie der ÖVP.[8]

Elisabeth Köstinger als EU-Parlaments-Abgeordnete (2015)

Seit Beginn der Legislaturperiode 2009 war Köstinger Mitglied des Europäischen Parlaments, bei der Europawahl 2014 wurde sie wiedergewählt.[9] Von 2011 bis 2017 war sie dort Parlamentarische Geschäftsführerin und Delegationsleiter-Stellvertreterin der ÖVP-Delegation. Köstinger war Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI)[10], im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) sowie stellvertretendes Mitglied und stellvertretende Sprecherin der Europäischen Volkspartei (EVP) im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI).
Zudem war sie Vizevorsitzende in der Delegation in den Ausschüssen für parlamentarische Kooperation EU-Armenien, EU-Aserbaidschan und EU-Georgien als auch Mitglied in der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung EURO-NEST sowie stellvertretendes Mitglied in der Delegation in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU. Des Weiteren war Köstinger Vizepräsidentin der Arbeitsgruppe Forst Management & Agro-Forst in der Intergruppe „Climate Change, Biodiversity & Sustainable Development“.

Nach der Wahl von Sebastian Kurz zum Parteiobmann der ÖVP im Mai 2017 wurde Köstinger zur Generalsekretärin bestellt. Neben Kurz, Gernot Blümel, Stefan Steiner und Bettina Glatz-Kremsner gehörte sie der Steuerungsgruppe der ÖVP im Zuge der Regierungsbildung nach der Nationalratswahl 2017 an. Am 9. November 2017 wurde sie als Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat angelobt und anschließend zur Präsidentin des österreichischen Nationalrates gewählt. Sie folgte damit der SPÖ-Politikerin Doris Bures nach. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde Köstinger in den Koalitionsverhandlungen von ÖVP und FPÖ als Ministerkandidatin gehandelt, weshalb eine Präsidentin des Nationalrates erstmals unter 70 Prozent der Stimmen der Abgeordneten erhielt (66,86 Prozent).[11] Fünf Wochen später wechselte Köstinger in die Bundesregierung und schied damit aus dem Amt der Nationalratspräsidentin aus. Ihr Nachfolger wurde Wolfgang Sobotka.

Am 18. Dezember wurde Köstinger von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zunächst als Bundesministerin für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ernannt und angelobt. Mit den am 8. Jänner 2018 in Kraft getretenen Änderungen der Zuständigkeitsbereiche in einigen Ministerien wurde sie Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: EU-Abgeordnete des Jahres (Kategorie: Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten)[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elisabeth Köstinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teresa Eder: "Hier draußen geht es um die Sache". In: Der Standard. 19. Januar 2010, abgerufen am 25. Mai 2017.
  2. Elisabeth Köstinger, Biografie. Abgerufen am 23. Mai 2017.
  3. Stefan Hofer: Ministerin Köstinger erwartet ein Kind. 25. Januar 2018 (kurier.at [abgerufen am 25. Januar 2018]).
  4. Elisabeth Köstinger wird Präsidentin von Wald.Zeit. Österreichischer Agrarverlag, 13. Juni 2012.
  5. Elisabeth Köstinger wird Vizepräsidentin des Ökosozialen Forum. Die Presse, 3. September 2014.
  6. Elisabeth Köstinger wird Präsidentin des Ökosozialen Forums Europa. Austria Presse Agentur, 29. Oktober 2014.
  7. Elisabeth Köstinger wird Bundesparteiobmann-Stellvertreterin der ÖVP. Austria Presse Agentur, 8. November 2014.
  8. Mitterlehner und Co hinterfragen Mindestsicherung. Der Standard, 6. Juli 2015.
  9. Elisabeth Köstinger erzielt die zweitmeisten Vorzugsstimmen. Kleine Zeitung, 27. Mai 2014.
  10. 'Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung' im Europäischen Parlament
  11. Köstinger neue NR-Präsidentin - news.ORF.at. Abgerufen am 22. Januar 2018.
  12. Köstinger erhält "Oscar für EU-Abgeordnete. Austria Presse Agentur, 19. März 2014.