Urgewald

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urgewald
Logo von Urgewald
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1992
Sitz Sassenberg
Personen Heffa Schücking (Geschäftsführung), Hedwig Tarner (Erste Vorsitzende)
Methode Kampagnen gegen Investoren und Finanziers
Angestellte 15[1]
Mitglieder < 40
Motto Anwalt für Umwelt und Menschenrechte
Website urgewald.org

Urgewald ist ein deutscher gemeinnütziger Verein mit Sitz in Sassenberg, der sich seit 1992 für Umweltschutz und Menschenrechte einsetzt. Er begleitet als Umweltschutzorganisation die deutsche Wirtschafts- und Entwicklungspolitik kritisch und dokumentiert u. a. die sozialen, ökologischen und ökonomischen Folgen von Exportkrediten wie z. B. Hermes-Bürgschaften,[2] für Energieerzeugungs- bzw. Staudamm-Projekte,[3] für Atomkraft-Vorhaben und der Papierproduktion.[4][5][6]

In der Studie „Bittere Kohle“ in Zusammenarbeit mit „Keepers of the Mountains“ und der Menschenrechtsorganisation FIAN kritisiert Urgewald die Verlagerung der Ewigkeitskosten im Steinkohlebergbau nach Kolumbien, Südafrika, USA und Russland, insbesondere durch das Wegsprengen von Bergspitzen durch Mountaintop removal mining. Gefordert werden Transparenz bei Steinkohleimporten für die deutsche Stromproduktion sowie verbindliche und überprüfbare Sozial- und Umweltstandards.[7][8]

In der Bewegung des Divestments aus fossilen Energie-Unternehmen wurden unter entscheidender Mithilfe von Urgewald Erfolge erzielt:[9] So erklärten der Allianz-Konzern sowie der Staatliche Pensionsfonds Norwegens, der größte Staatsfonds der Welt (Stand 2013), einen deutlichen Abbau von Investitionen in die Kohleindustrie.[10][11]

Arbeitsweise und Kampagnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Aufmerksamkeit auf diese Themen zu lenken, organisiert Urgewald regelmäßig Kampagnen.

Diese beziehen sich zumeist auf kritische Sektoren wie Rüstungshandel,[12] Kohlekraft-[13] oder Atomkraftwerke.[14] Dabei vergleicht Urgewald, wie zum Beispiel der gesamte Bankensektor mit diesem Themengebiet umgeht.

Große Aufmerksamkeit erregten auch ebenso konzertierte Aktionen: wie zum Beispiel

  • Urgewald hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ein Konsortium europäischer Banken Pläne zur Finanzierung eines bulgarischen Kernkraftwerks im erdbebengefährdeten Belene zurückgezogen hat.[15][16]
  • Urgewald wandte sich gegen die Finanzierung der Dakota Access Pipeline [17] und verweist auf das von der Partnerorganisation BankTrack zusammengestellte Zahlenmaterial. [18]

Kritisch ins Visier nahm Urgewald im Besonderen die Deutsche Bank,[19] die Bayerische Landesbank[20] und Thyssenkrupp.[21]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus Hedwig Tarner, Werner Rolf und Christoph Benze.[22] Geschäftsführerin ist Heffa Schücking. Urgewald ist Mitglied im Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein erhielt 2010 den Preis für Zivilcourage der Solbach-Freise-Stiftung. Heffa Schücking wurde 1994 mit dem Goldman Environmental Prize, 2010 mit dem Utopia Award und 2017 als Stromrebellin des Jahres ausgezeichnet.[23][24][25]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Geschichte, der Verein und seine Struktur, Stand: 2015
  2. Zeit online: Urgewald gegen Hermes vom 1. August 2010
  3. Spiegel Online: Urgewald stoppt Staudamm-Projekt vom 1. November 1995
  4. Urgewald: Kampagnen
  5. Spiegel Online: Kampf gegen die Armen vom 18. Dezember 2000
  6. FAZ: Warme Worte - kalte Überforderung vom 10. Dezember 2008
  7. Sterben für deutschen Kohlestrom, Alexandra Endres in: Die Zeit, 16. April 2013, abgerufen 18. Juli 2013
  8. Bittere Steinkohle, Haidy Damm in: neues deutschland, 17. April 2013, abgerufen 18. Juli 2013
  9. Klima-Allianz Deutschland, 24. November 2015, die-klima-allianz.de: Allianz verabschiedet sich von der Kohle: Großer Erfolg der urgewald-Divestment-Kampagne!, abgerufen am 25. November 2016
  10. zeit.de, 24. November 2015, Alexandra Endres: Ein Sieg für die Kohle-Gegner, abgerufen am 25. November 2016
  11. heise.de, TELEPOLIS, 7. Juni 2015, Thomas Pany: Norwegen beschliesst Kohle Divestment, abgerufen am 25. November 2016
  12. Broschüre: Die Waffen meiner Bank. In: urgewald e.V. 5. April 2016 (urgewald.org [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  13. Deutsche Finanzinstitute und Kohle. In: urgewald e.V. 18. Januar 2016 (urgewald.org [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  14. Angra 3, Brasilien. In: urgewald e.V. (urgewald.org [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  15. Süddeutsche Zeitung: Banken beugen sich Öko-Gruppe vom 21. Oktober 2006.
  16. Süddeutsche Zeitung: Aus für Belene vom 29. Oktober 2009.
  17. Bayern LB: Geldgeber der Skandal-Ölpipeline „Dakota Access“. In: urgewald e.V. (urgewald.org [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  18. Dakota Access Pipeline, Sectors: oil and gas. BankTrack, 10. Januar 2017, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  19. Deutsche Bank: Kulturwandel nicht in Sicht! In: urgewald e.V. 3. November 2010 (urgewald.org [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  20. BayernLB. In: urgewald e.V. (urgewald.org [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  21. ThyssenKrupp. In: urgewald e.V. (urgewald.org [abgerufen am 9. Dezember 2016]).
  22. Urgewald: Impressum
  23. Goldman Environmental Prize
  24. Utopia Award 2010
  25. Badische Nachrichten: Heffa Schücking ist Stromrebellin des Jahres, 3. Juli 2017.