Axa

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Dieser Artikel behandelt das französische Versicherungsunternehmen; für weitere Bedeutungen siehe Axa (Begriffsklärung).
Axa Gruppe
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Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000120628
Gründung 1817
Sitz Paris, Frankreich

Leitung

  • Thomas Buberl (PDG/Vorstandsvorsitzender)
  • Denis Duverne (Aufsichtsratsvorsitzender)[1]
Mitarbeiter 166.000 (2016)[2]
Umsatz 98,5 Mrd. EUR (2015)[3]
Branche Versicherungen & Vermögensmanagement
Website www.axa.com
Stand: 8. Januar 2017 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2017

Die AXA Gruppe ist ein ursprünglich französisches, heute in 64 Ländern tätiges Versicherungsunternehmen mit Paris als Hauptsitz. Die Aktiengesellschaft versichert Privatpersonen und Unternehmen. In Deutschland firmiert sie als Axa-Konzern AG, in der Schweiz als AXA Versicherungen AG (AXA Winterthur).

Konzernprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AXA Gruppe ist einer der größten internationalen Versicherungskonzerne und Vermögensmanager der Welt. Mit Schwerpunkten in Westeuropa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum verwaltet AXA (Stand Ende 2015) ein Vermögen von 1,36 Billionen Euro. Das Unternehmen erzielte 2015 (2014) einen Umsatz von 98,5 (92) Mrd. Euro. Das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit betrug 2015 rund 5,6 Mrd. Euro.[3]

Der AXA Konzern zählt mit in Deutschland erzielten Einnahmen in Höhe von 10,6 Mrd. Euro (2015) und 9.418 Mitarbeitern zu den führenden Erstversicherern und Finanzdienstleistern in Deutschland.[4] Seine Geschäftstätigkeit definiert das Unternehmen mit „Vorsorge, Vermögensmanagement, Versicherung“. Dazu zählen in erster Linie Schaden- und Unfallversicherungen, private Vorsorgeformen wie Lebens- und Krankenversicherungen, betriebliche Altersvorsorgelösungen sowie Vermögensanlagen und Finanzierungen. Die Angebotspalette richtet sich an Privatkunden sowie an Firmen- und Gewerbekunden gleichermaßen.

Die Stammaktie der AXA ist an der Pariser Börse gelistet und wird unter dem Symbol AXA gehandelt. An der New Yorker Börse ist die AXA auch als ADS unter dem Tickersymbol AXA gelistet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ihren Ursprung hat die AXA in dem 1816/1817 unter dem Namen Mutuelle de L’assurance contre L’incendie in Frankreich gegründeten Unternehmen. 1978 wurde die Compagnie Parisienne de Garantie und 1982 wurde die Drouot Group in Frankreich erworben.

Teil der AXA-Gruppe, deren Firmenname AXA 1985 angenommen wurde, ist die AXA Deutschland, deren Vorstandsvorsitzender seit dem 16. September 2016 Alexander Vollert ist[5]. Er war vorher Vorstandsvorsitzender des Vorstands der Allianz Versicherungs-AG und Mitglied des Vorstands der Allianz Deutschland AG. Sein Vorgänger Thomas Buberl übernahm am 2. September 2016 den Vorstandsvorsitz (CEO) der internationalen AXA Gruppe. Vom 1. Januar 2007 an hatte Frank Keuper diese Position inne, der bereits seit 2004 in dieser Funktion bei der DBV-Winterthur tätig war. Bis August 2005 war Claus-Michael Dill Vorstandsvorsitzender von Axa Deutschland.[6] Er folgte Eugène Teysen, der zuvor bei dem belgischen Finanzdienstleister Fortis im Vorstand saß.

Als Konsequenz der Terroranschläge am 11. September 2001 kündigte AXA seine 850 Millionen Euro schwere Ausfall-Versicherung für die WM 2002 der FIFA.

2005 gab der AXA bekannt, im Rahmen von Pilotprojekten einzelne Arbeitsabläufe der internen Verwaltung – zum Beispiel innerhalb der Gehaltsabrechnung – nach Indien und Lettland zu verlagern. Arbeitsprozesse, die die Schadenbearbeitung tangieren, waren von diesem Offshoring nicht betroffen.

Am 14. Juni 2006 wurde bekanntgegeben, dass AXA die schweizerische Winterthur von der Credit Suisse für 7,9 Milliarden Euro übernehmen wird. Somit stieg der bis dahin zweitgrößte Versicherungskonzern Europas an die erste Stelle und überholte nach Einnahmen und Umsatz deutlich die deutsche Allianz, welche mit dem Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank zu Beginn 2009 den Umsatz reduzierte. Drittgrößte Versicherungsgruppe in Europa ist die italienische Generali.

Im Juni 2007 verkaufte AXA ihr Niederlande-Geschäft an den dortigen Wettbewerber SNS Reaal für 1,75 Mrd. Euro. Im Rahmen der Transaktion übernehmen die Utrechter auch die niederländischen Aktivitäten der Axa-Tochter DBV-Winterthur.[7]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AXA Gruppe weltweit

Axa Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 gründete der AXA Konzern in Deutschland den Direktversicherer AXA Direkt in Dreieich als 100-prozentige Tochter der AXA Direct Holding, Paris. Damit war die Marke AXA erstmals im größten europäischen Versicherungsmarkt präsent. 1997/1998 erfolgte der Zusammenschluss von AXA Direkt und Tellit Direct zu AXA Tellit Direkt und 1998 erhielt die Direktversicherung mit dem Namen „Sicher Direct“ ein eigenständiges Profil im AXA Konzern. Der Name sollte das Konzept deutlich machen und wurde auch in Frankreich und Spanien von den dortigen Direktversicherern geführt (Direct Assurance und Direct Seguros).

Der AXA Konzern ist in Deutschland erst mit der Übernahme der Colonia allgemein bekannt geworden. Die Colonia-Versicherungsgruppe wurde 1839 in Köln gegründet und 1997 von der Axa übernommen. In den Anfangsjahren firmierte das Unternehmen noch unter dem Namen AXA-Colonia. Die heutige deutsche AXA beschäftigt 9.418 Mitarbeiter, die etwa 16 Millionen Verträge von 8 Millionen Kunden betreuen. International auf allen fünf Kontinenten in 64 Ländern beschäftigt die AXA rund 166.000 Mitarbeiter und Vermittler, die zirka 103 Millionen Kunden betreuen[2].

Eine 100-%-Tochter der AXA Deutschland ist die Deutsche Ärzteversicherung (DÄV). Firmierung des Vertriebes der DÄV erfolgt als Deutsche Ärzte Finanz. Der Marktanteil der Deutschen Ärzteversicherung im Heilberufegeschäft wird auf 12 % geschätzt. Im Zusammenhang mit der Übernahme der DBV-Winterthur mit einem Marktanteil von ca. 40 % (insbesondere Arzthaftpflicht) im Ärztesegment nimmt die AXA zukünftig hier eine führende Position ein.

Durch die Übernahme der Winterthur-Versicherung und damit der deutschen Tochter DBV-Winterthur eröffneten sich für die Axa neue Geschäftsfelder im Bereich „öffentlicher Sektor“, eine der Kernkompetenzen der DBV. Üblicherweise verfolgt die AXA eine Ein-Marken-Strategie (alles unter einem Markennamen). Für den „öffentlichen Sektor“ wird die Marke DBV weiterhin verwendet.

Im Jahr 1983 wurde das Tochterunternehmen AXA-Millésims gegründet, treibende Kraft der Weinbrancheninvestments war der damalige Generaldirektor von AXA, Claude Bébéar. Christian Seely ist verantwortlich für die Weingüter der AXA-Gruppe, wie Château Pichon-Longueville-Baron, Château Suduiraut, Domaine de l’Arlot, Château Petit-Village Pomerol, Quinta do Noval u.a.

Axa Winterthur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DBV-Axa in Wiesbaden

Die AXA Versicherungen AG (AXA Winterthur) ging Ende 2006 aus dem Schweizer Stammhaus der durch AXA übernommenen Winterthur Group hervor. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent ist die AXA Versicherungen die Nummer 1 im Schweizer Versicherungsmarkt. Die Produktpalette umfasst Personen-, Sach-, Haftpflicht-, Fahrzeug-, Kredit- und Reiseversicherungen sowie Vorsorgelösungen für Private und Unternehmen.

Das Unternehmen beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter. Im Vertriebsnetz mit rund 300 selbständigen Generalagenturen und Agenturen sind zudem rund 2.600 externe Mitarbeiter für AXA Versicherungen tätig. Mit um die 1,89 Millionen Versicherten erzielte AXA Versicherungen 2015 ein Prämienvolumen von 11,1 Milliarden Schweizer Franken.[8]

Axa im Vereinigten Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AXA bietet im Vereinigten Königreich als AXA UK plc, AXA Insurance, AXA Ireland, AXA PPP Healthcare und AXA Welt verschiedene Dienstleistungen.

Axa Isle of Man[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AXA Isle of Man Limited wurde ursprünglich als eine Tochtergesellschaft der AXA Sun Life im Vereinigten Königreich gegründet, aber da die Isle of Man kein Teil des Vereinigten Königreichs ist, unterliegt sie den Gesetzen der Isle of Man.

Axa Canada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AXA Canada bietet Versicherungsdienstleistungen über ein Netz von Tochtergesellschaften in den verschiedenen kanadischen Regionen wie Québec, Ontario, Western Canada und Atlantic Canada. Im Jahr 2009 hatte das Unternehmen insgesamt rund 2.300 Mitarbeiter und 4.000 Makler und Berater. Der Hauptsitz befindet sich in Montreal, Quebec.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2012 geriet das Unternehmen in Deutschland in die öffentliche Kritik, da es Sonderkonditionen und Rabatte für CDU-Mitglieder gewährte.[9] In Frankreich unterstützte der ehemalige Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzende Claude Bébéar als Privatmann ein Netzwerk von Abtreibungsgegnern, das gegen die Homoehe mobilisierte und die Manif pour tous (dt.: Demo für Alle) organisierte.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: AXA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Press Release: Henri de Castries, Chairman and Chief Executive Officer of AXA, has decided to retire on September 1st, 2016, 21. Mai 2016
  2. a b AXA | About us. Abgerufen am 3. August 2016.
  3. a b AXA | 2015 Annual Report. Abgerufen am 3. August 2016.
  4. AXA - Wir über uns
  5. Axa Deutschland: Dr. Alexander Vollert wird neuer Vorstandsvorsitzender der AXA Konzern AG | AXA. In: Axa Deutschland. Abgerufen am 3. August 2016.
  6. Claus-Michael Dill, in: Internationales Biographisches Archiv 41/2005 vom 15. Oktober 2005, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  7. 4. Juni 2007: AXA verkauft Niederlande-Geschäft für 1,75 Mrd Euro an SNS Reaal
  8. Die AXA Gruppe | AXA Winterthur. In: www.axa-winterthur.ch. Abgerufen am 3. August 2016.
  9. Hamburger Abendblatt: Opposition empört über Axa-Rabatt für CDU-Mitglieder
  10. Hans Woller: Tea-Party in Frankreich. Der Kulturkampf um die Homoehe. Deutschlandfunk Dossier, Hintergrund Kultur, 1. August 2014, 19:15 Uhr, Sendemanuskript.