Ursula Schultze-Bluhm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ursula Schultze-Bluhm (geb. Bluhm, Künstlername Ursula; * 17. November 1921 in Mittenwalde; † 9. April 1999 in Köln) war eine deutsche Malerin und die Ehefrau des Malers Bernard Schultze.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursula Bluhm wuchs in Mittenwalde (Mark Brandenburg) auf und besuchte das Realgymnasium zu Königs Wusterhausen. 1938, nach der Übersiedlung nach Berlin-Lichtenrade, entstanden die ersten Prosatexte und Sprachstudien. Während des Zweiten Weltkriegs war Bluhm zur Bürotätigkeit dienstverpflichtet. Von 1945 bis 1953 arbeitete sie in der Kulturabteilung der Amerika-Haus-Programme in Berlin und Hessen. 1950, ein Jahr nach ihrer Übersiedlung nach Frankfurt am Main, begann Ursula Bluhm zu malen und schrieb Gedichte. Ihre erste Reise nach Paris unternahm sie 1951, seitdem regelmäßige Aufenthalte. 1954 wurde sie von Jean Dubuffet für sein Musée de l’Art Brut in Paris entdeckt. Seitdem verwendete sie den Künstlernamen Ursula.

Erste Einzelausstellung 1954 in der Galerie Franck, in Frankfurt am Main. 1955 heirateten sie und der deutsche Maler Bernard Schultze, einen Vertreter der Kunstrichtung Informel. Ihr bürgerlicher Name war von nun an Schultze-Bluhm.

Ab 1958 entstanden die ersten Assemblagen. Seitdem arbeitete Ursula immer mehr realitätsbezogen und entwickelte eine individuelle Mythologie. Sie begann an kleinen Objekten zu arbeiten sowie immer mehr an Pelz-Öl-Assemblagen mit schreinartigem Charakter. Sie wurde von der Galerie Daniel Cordier in Paris und Frankfurt am Main vertreten und regelmäßig ausgestellt.

Familiengrab auf dem Kölner Friedhof Melaten

Von 1964 bis 1967 reiste sie mehrfach nach New York, Washington, D.C. und Paris. 1968 übersiedelte sie mit ihrem Mann nach Köln. In den 70er Jahren erfolgten Studienreisen nach St. Petersburg, Sri Lanka, Thailand, Burma, Mexiko, Guatemala, Hongkong, Bali und Singapur. 1971 hielt sie sich für einige Monate in den Vereinigten Staaten auf und nahm an Gruppenausstellungen teil. Ab 1974 entstanden großformatige Zeichnungen in Sepia-Feder-Technik, ab 1976 intensivierte sie Ihre Arbeit an großen Objekten. 1977 war sie Teilnehmerin der Documenta 6 in Kassel und im Jahr 1979 nahm sie an der Biennale von Sydney teil. Ab 1984 entstanden neben ihrer Malerei immer mehr Text- und Zeichnungsarbeiten.[1]

Unter ihrem Künstlernamen URSULA wird Ursula Schultze-Bluhm im Mitgliederverzeichnis des Deutschen Künstlerbundes aufgeführt.[2] Zwischen 1966 und 1989 beteiligte sie sich an insgesamt vierzehn großen DKB-Jahresausstellungen.[3]

Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Kölner Melaten-Friedhof (Flur 39).

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachlass und Schultze Projects[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kölner Museum Ludwig verwaltet einen Großteil des künstlerischen Nachlasses von Ursula und Bernard Schultze. In Gedenken an das Künstlerehepaar rief das Museum im September 2017 die Projektreihe Schultze Projects ins Leben. Im Zweijahresrhythmus soll eine Künstlerin oder ein Künstler eingeladen werden, ein Werk für die prominente Stirnwand im Treppenhaus des Museum Ludwig anzufertigen. Das groß angelegte Werkformat als ein zentraler Aspekt im reifen Schaffen von Bernard Schultze stellt einen substantiellen Bezugspunkt zu den geplanten künstlerischen Positionen der Schultze Projects dar. Der erste Künstler der Projektreihe ist Wade Guyton.[4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blühendes Gift. Texte & Zeichnungen. Verlag Eremiten-Presse, Düsseldorf 1988, ISBN 3-87365-240-4
  • Mauritius. Briefe aus Wort-Pelz und Bild-Monstern. Verlag Eremiten-Presse, Düsseldorf 1994, ISBN 3-87365-289-7

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Fehlemann (Hrsg.): Ursula. Retrospektive. Werke 1951–1992. Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal 1992, ISBN 3-7774-6040-0
  • Marion Hövelmeyer: Pandoras Büchse. Konfigurationen von Körper und Kreativität. Dekonstruktionsanalysen zur Art-Brut-Künstlerin Ursula Schultze-Bluhm. Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-633-5
  • Theo Rommerskirchen (Hrsg.): Ursula. Remagen-Rolandseck 1993, ISBN 3-926943-33-5
  • ders.: Ursula. In: Viva Signatur si! 20 Jahre Signatur, Briefe und Begegnungen mit malenden Dichtern und dichtenden Malern. Remagen-Rolandseck 2005, ISBN 3-926943-85-8
  • Peter Spielmann (Hrsg.): Ursula. Bilder, Objekte, Zeichnungen. Museum Bochum, Kunstsammlung, 24. März–6. Mai 1979. Staatliche Kunstsammlungen, Kassel, Neue Galerie, 26. Mai–15. Juli 1979. Saarland-Museum, Saarbrücken, Moderne Galerie, 1980. Museum Bochum, Bochum 1980, ISBN 3-8093-0046-2
  • Evelyn Weiss (Hrsg.): Ursula. Mit Beiträgen von Heinz Althöfer, Barbara Herrmann, Christa Lichtenstern und Evelyn Weiss. Hirmer Verlag, München 2007, ISBN 978-3-7774-9230-8

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Evelyn Weiss (Hrsg.): Ursula. Hirmer Verlag, München 2007
  2. kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / URSULA (abgerufen am 23. Mai 2016)
  3. kuenstlerbund.de: Ausstellungen seit 1951 (abgerufen am 23. Mai 2016)
  4. Museum Ludwig: Schultze Projects. Abgerufen am 19. August 2017 (deutsch, englisch).