VfR Mannheim

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VfR Mannheim
Vereinsemblem des VfR Mannheim
Basisdaten
Name Verein für Rasenspiele
Mannheim 1896 e. V.
Sitz Mannheim
Gründung 1. August 1896
Farben Blau-Weiß-Rot
Präsident Ralf Auer
Vorstand Ralf Auer
Friedrich Lutterkort
Website www.vfr-mannheim.de
Erste Mannschaft
Trainer Hakan Atik/Boris Scheuermann (Teammanager)/Sven Wolf (Geschäftsführer)
Stadion Rhein-Neckar-Stadion
Plätze 8.000
Liga Verbandsliga Baden
2016/17 3. Platz
Heim
Auswärts

Der Verein für Rasenspiele Mannheim 1896 ist ein traditionsreicher Sportverein aus Mannheim mit rund 730 Mitgliedern, der 1949 Deutscher Fußballmeister wurde und als erster Verein die neu eingeführte Meisterschale des DFB erhielt. Im Jahr 2004 hatte der VfR 800 Mitglieder in den Abteilungen Fußball, Tennis, Lacrosse und Boule. Die Vereinsfarben sind die Farben der Stadt, Blau-Weiß-Rot.

Der VfR Mannheim ist der einzige Verein der alten Bundesländer, der nach dem Zweiten Weltkrieg Deutscher Meister wurde, aber nie in der 1963 gegründeten Bundesliga spielte. Es gab oft Diskussionen über eine Fusion von VfR und SV Waldhof, doch immer wieder scheiterten Bestrebungen an den unterschiedlichen Vereinskulturen und letzten Endes auch an wechselseitigen Animositäten, zuletzt im Jahr 2002.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste der Vorgängervereine des VfR, die Mannheimer FG 1896, im Jahr 1899
Die erstmals 1949 vergebene Meisterschale

Der VfR Mannheim ging 1911 aus einer Fusion der Vereine Mannheimer Fußball Gesellschaft 1896, Mannheimer VfB Union (bis 1908 Fussball Gesellschaft Union 1897) und Mannheimer Fussball Club Viktoria 1897 hervor. Bekannt ist der VfR vor allem durch seine Fußballabteilung, doch früher gab es u. a. auch Abteilungen für Feldhandball und Baseball.

Die drei Vorgängervereine des VfR zählten zu den Fußballpionieren in Süddeutschland. Die Mannheimer FG 1896 nahm bereits um die Jahrhundertwende an den Meisterschaften des Verbands Süddeutscher Fußball-Vereine teil. Bis zum Ersten Weltkrieg konnten die Mannschaften aus der Quadratestadt allerdings überregional noch keine Erfolge erzielen, auch dann nicht, nachdem man am 2. November 1911 die Kräfte bündelte und sich zum Verein für Rasenspiele zusammengeschlossen hatte.

In den 1920er-Jahren kämpften der VfR, der vor Ort als populärer angesehene SV Waldhof und Phönix Mannheim um die lokale Vorherrschaft. Als ab 1933 die Gauligen die oberste Spielklasse bildeten, setzte sich auch auf badischer Ebene der Konkurrenzkampf zwischen VfR und dem SVW fort: In der Gauliga Baden gewannen beide Vereine jeweils fünf Mal die Meisterschaft. Deutschlandweit konnte sich aber keiner der beiden entscheidend durchsetzen.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1945 spielte der VfR in der damals erstklassigen Oberliga Süd. Der zweite Platz der Saison 1948/49 qualifizierte für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Dort setzte sich der VfR mit 5:0 gegen den Hamburger SV und mit 2:1 gegen Kickers Offenbach durch.

Im Finale der deutschen Meisterschaft 1949 – der „Hitzeschlacht“ von Stuttgart – am 10. Juli 1949 siegte der VfR im Stuttgarter Neckarstadion gegen Borussia Dortmund, prominentester Spieler dort wohl Alfred Preißler, vor 92.000 Zuschauern mit 3:2 nach Verlängerung.

Folgende elf Spieler bildeten die siegreiche Mannschaft, die von „Bumbes“ Schmidt trainiert wurde: Hermann JöckelEugen Rößling, Philipp HenningerJakob Müller, Kurt Keuerleber, Rudi MaierFritz Bolleyer, Ernst Langlotz, Ernst Löttke, Kurt Stiefvater, Rudolf de la Vigne. Fünf von ihnen (Henninger, Jöckel, Langlotz, Müller und de la Vigne) waren während des Zweiten Weltkriegs im selben kanadischen Kriegsgefangenenlager interniert, weshalb sie beim VfR den Beinamen „die Kanadier“ bekamen.

Die Tore für den VfR schossen zweimal Löttke und Langlotz, für Dortmund traf zweimal Erdmann. Der VfR Mannheim erhielt als erster Verein die neue Meisterschale des DFB.

In der Saison 1955/56 gelang dem VfR noch einmal ein beachtlicher dritter Platz in der Oberliga. In der letzten Oberliga Saison wurde der VfR 12. und zählte letztendlich nicht zu den fünf Vereinen aus dem Süden, die sich für die 1963 startende Bundesliga qualifizierten.

In der Ewigen Tabelle der Oberliga Süd belegt der VfR Mannheim als einer von nur sieben Vereinen, die alle 18 Saisonen in der Liga vertreten waren, zwischen dem FC Bayern und der SpVgg Fürth den siebten Rang. Lokalrivale SV Waldhof, der nur 12 Saisonen dabei war, kam auf den 12. Platz.

In der zweitklassigen Regionalliga Süd behauptete sich der VfR zunächst im oberen Mittelfeld, nach der achten Saison 1970/71 stand der Verein aber auf dem 16 Platz unter 19 Teilnehmern und folgte dem bereits in der Vorsaison abgestiegenen SV Waldhof in die Drittklassigkeit. 1972 stiegen die Waldhofer wieder auf und ein Jahr später gelang dies auch dem VfR. Das war zur Saison 1973/74, nach welcher die bisher fünfgeteilte Regionalliga einer nurmehr zweigleisigen Zweiten Bundesliga weichen musste. Der VfR wurde 13. und qualifizierte sich, neben den Lokalrivalen die siebte wurden, für die neue Liga. Dort stieg der VfR als 20. und Letzter aber umgehend ab.

Der VfR hielt sich bis 2002 ununterbrochen in der Drittklassigkeit. Finanzielle Schwierigkeiten führten dann zum Lizenzentzug. 2004 konnte der VfR wieder von der fünften in die vierte Liga aufsteigen.

Zum Ende der Saison 2009 stieg der VfR in die nunmehr nur noch sechstklassige Verbandsliga Baden ab. 2011 gelang der Wiederaufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg, aus der man jedoch 2015 wieder abstieg, so dass der Deutsche Meister des Jahres 1949 derzeit erneut (Stand: Saison 2017/18) in der Verbandsliga Baden antritt.

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die traditionelle Spielstätte des VfR Mannheim war das Stadion an den Brauereien an der Käfertaler Straße im Stadtteil Wohlgelegen.[1] Dort hatte bereits die Mannheimer FG 1896, einer der Vorgängervereine des VfR, ihre Spielstätte. 1959 musste diese Sportanlage der Erweiterung der Eichbaum-Brauereien weichen. Seither ist der VfR im Stadtteil Oststadt beheimatet, wo er seit 1971 im Rhein-Neckar-Stadion spielt.

Wappenhistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte ehemalige Fußballspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baseball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Werden und das Wirken – das Wagen und das Wollen: 75 Jahre Verein für Rasenspiele Mannheim 1896–1971. Mannheim 1971.
  • Bernhard Heck: 1896–1986 90 Jahre VfR Mannheim. Mannheim 1986.
  • Boris Scheuermann: 100 Jahre VfR Mannheim 1896–1996: Ein Traditionsverein auf neuen Wegen. Speyer 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lage des ehemaligen Stadions an den Brauereien