Valzeina

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Valzeina
Wappen von Valzeina
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Prättigau/Davos
Politische Gemeinde: Grüschi2
Postleitzahl: 7213
Koordinaten: 764519 / 202145Koordinaten: 46° 57′ 0″ N, 9° 36′ 0″ O; CH1903: 764519 / 202145
Höhe: 1114 m ü. M.
Fläche: 11,44 km²
Einwohner: 139 (31. Dezember 2010)
Einwohnerdichte: 12 Einw. pro km²
Website: www.valzeina.ch
Valzeina

Valzeina

Karte
Valzeina (Schweiz)
Valzeina
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2011

Valzeina [ʋ̥ɐlˈʦæˑɪ̯nɐ],[1] [ʋ̥ɐlˈʦɛɪ̯nɐ][2] ist eine Streusiedlung im Tale des Schrankenbachs, einem südlichen Seitental des vorderen Prättigaus im Schweizer Kanton Graubünden.

Die ehemaligen Nachbarschaften Hintervalzeina und Vordervalzeina mit dem Weiler Sigg samt einigen umliegenden Höfen bildeten seit 1891 eine politische Gemeinde im ehemaligen Kreis Seewis, Bezirk Unterlandquart, die sich 2011 zusammen mit Fanas der Gemeinde Grüsch anschloss.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold (Gelb) ein schwarzes Hirschgeweih (Hirschstangen)

Die reichen Hirschwildbestände im Gebiet von Valzeina sind Grund für die Wahl des Hirschgeweihs als Gemeindewappen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Valzeina ist eine Streusiedlung südöstlich von Landquart am Zugang zum Prättigau und liegt beidseits des Schranggabachs. Südlichster Ortsteil am Nordosthang des Cyprianspitzes (1774 m, höchster Punkt der Gemeinde) ist der Weiler Hintervalzeina. Etwas weiter nördlich, am Osthang des Schiterbergs (1627 m), liegt Clavadätsch. Danach folgt, auf dem Osthang der Mittagplatte (1370 m), das Dorf (Vorder-)Valzeina auf der linken Seite des Schranggabachs. Gleich gegenüber, aber östlich des Bachs, liegt am Nordwesthang des Furner Bergs (1789 m) der Weiler Sigg (1064 m). Nördlichster Gemeindeteil ist Untervalzeina (1013 m).

In der ehemaligen Gemeinde gibt es zahlreiche Einzelgehöfte. Sie umfasst das ganze Gebiet bis hinunter zur in der Chlus tief eingeschnittenen Landquart. Lediglich der hinterste Talabschnitt mit ausgedehnten Alpweiden gehört zur Gemeinde Trimmis.

Vom gesamten ehemaligen Gemeindegebiet von 1144 ha sind 609 ha bewaldet. Ausserdem sind 461 ha je zur Hälfte als Maiensässen und als Acker- und Wiesland landwirtschaftlich nutzbar. Daneben gibt es 45 ha Gebirge und 29 ha Siedlungsfläche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert ist zum ersten Male von einem predio Valsene die Rede; 1367 ist der Ort Tavaladatsch uff Valtzennas/Valtzeinas erwähnt.[3] Der Name Valzeina wird auf eine Verbindung von lat. valle ‚Tal‘ mit einem Substratwort *sania/senia ‚Sumpfland, Torf, Röhricht‘ zurückgeführt.[2] Im 14. Jahrhundert wanderten von Furna her Walser in das von Romanen dünn besiedelte Tal ein.

In der Helvetischen Republik gehörte das vor- und nachher auf mehrere Gerichtsherrschaften verteilte Tal zum Distrikt der unteren Landquart des Kantons Rhätien. Die seit 1851 selbständige, vormals zu Trimmis gehörige Gemeinde Hintervalzeina vereinigte sich 1891 mit der schon 1876 um die von Grüsch abgelöste Abteilung Sigg erweiterte Gemeinde Vordervalzeina. Anfang 2011 schloss sich Valzeina zusammen mit Fanas der Gemeinde Grüsch an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Ende 2004 132 Bewohnern waren 128 Schweizer Staatsangehörige. Die Bevölkerung ist grossmehrheitlich deutschsprachig und evangelisch-reformiert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Gemeinderat bestand aus fünf Personen. Letzter Gemeindepräsident war Hans Wieland.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vorwiegend von der Landwirtschaft geprägte Gebiet ist seit 1903 durch eine Fahrstrasse mit der Haltestelle Seewis-Valzeina der Rhätischen Bahn verbunden. Die Postautolinie Landquart–Valzeina stellt den Anschluss ans Netz des öffentlichen Verkehrs her.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1697 wurde der damalige Pfarrer Peter Walser nach der Predigt in Valzeina auf dem Heimweg nach Grüsch ermordet. Daher trägt die Stelle, wo er starb, den Namen Mördertobäli (Mördertobel).

Auf der Mittagplatte steht der Sender Valzeina, ein 120 m hoher Sendemast für Radio (Analog) und Fernsehen DVB-T, ebenso Richtstrahlanlagen und Satellitenantennen. Der Antennenmast wurde von der früheren Telecom PTT erstellt und gehört heute der Swisscom.

Oberhalb des Dorfes Valzeina liegt das Ausreisezentrum Flüeli des Kantons Graubünden. Dort leben abgewiesene Asylsuchende, die nicht freiwillig ausreisen und deshalb nur Nothilfe erhalten. Anwohner, die sich im Verein Miteinander Valzeina organisiert haben, kritisieren das in ihren Augen zu harte Asylregime. Das Thema wurde im Dokumentarfilm Life in Paradise von Roman Vital thematisiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Clavuot: Valzeina In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937.DNB 811066703.
  • J. Jürgen Seidel: Valzeina. Ein Walserdorf im Prättigau. Verlag Buchdruckerei Schiers AG. Schiers 1990.
  • Christoph Signer: Die Walsergemeinde Valzeina. Anthropogeographische Aspekte Valzeinas. Diplomarbeit, Universität Zürich. Zürich 1980.
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Valzeina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V 1b; online auch auf ortsnamen.ch (Achtung: v gibt in der SDS-Transkription eine stimmlose Lenis wieder und ist nicht mit dem stimmhaften [v] der IPA-Transkription zu verwechseln).
  2. a b Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuchâtel. Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 912.
  3. Georg Niggli & al.: Fusionsabklärungen Grüsch – Valzeina – Fanas. Schlussbericht (PDF; 790 kB), HTW Chur, Zentrum für Verwaltungsmanagement, 2010, p. 14.
  4. Pro Natura 4/2014: Graubünden