Wehrmedizin

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Die Wehrmedizin, treffender auch als Militärmedizin bezeichnet, ist ein medizinisches Spezialgebiet, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen im militärischen Bereich beschäftigt. Sie basiert dabei auf den Erkenntnissen und Methoden der allgemeinen Humanmedizin unter spezifischer Konzentration auf militärisch besonders relevante Aspekte. Hierzu zählen neben der Chirurgie („Kriegschirugie“[1]), der Inneren Medizin und der Orthopädie unter anderem auch die Toxikologie, die Mikrobiologie und Hygiene, der Bereich Strahlenschutz aus der Nuklearmedizin sowie spezielle Aspekte der Pharmazie.

Aufgaben der Militärmedizin sind beispielsweise

  • die Bewältigung eines Massenanfalls von Patienten
  • die Diagnostik und Therapie von Verletzungen durch Waffen oder Kampfmittel oder durch militärische Einsatztätigkeiten
  • die Behandlung von einsatzbedingten psychiatrischen Erkrankungen,
  • Forschung zur Verwendung von Substanzen, die im Sport als Doping gelten, im militärischen Einsatz aber helfen Leben zu retten.[2]

Zu den besonderen Herausforderungen der Wehrmedizin gehören Einsätze vor Ort unter Feldbedingungen oder in improvisierten Einrichtungen wie Zeltkrankenhäusern. Eine Tätigkeit im Bereich der Wehrmedizin erfordert eine spezielle Ausbildung oder Erfahrung, die im zivilen Gesundheitswesen nicht erworben werden kann. Die Vermittlung entsprechender Kenntnisse erfolgt deshalb im Rahmen des militärischen Sanitätsdienstes.

Ziel jeder wehrmedizinischen Behandlung ist es, dass diese sowohl im Ergebnis als auch in der Qualität der Durchführung so weit wie möglich dem medizinisch-fachlichen Standard der „best medical practice“ entspricht.

Die medizinische Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Wehrmedizin ist in Deutschland die Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie, das österreichische Pendant ist die Österreichische Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Ulr. Bilguer: Chirurgische Wahrnehmungen, welche meistens während dem von 1756 bis 1763 gedauerten Krieg über in denen Königl. Preuß. Feldlazarethen von verschiedenen Wundärzten aufgezeichnet. Wever, Berlin 1763 (auch: Hermannsche Buchhandelung, Frankfurt am Main 1768).
  • Friedrich von Esmarch: Handbuch der kriegschirurgischen Technik. Rümpler, Hannover 1877.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicolai Guleke: Kriegschirurgie und Kriegschirurgen im Wandel der Zeiten. Gustav Fischer, Jena 1945
  2. Jacob Bucher: Soldiering with Substance: Substance and Steroid Use among Military Personnel, in: Journal of Drug Education 42(2012), 3, 267 - 292. vgl. http://www.alternet.org/story/84178/america's_chemically_modified_21st_century_soldiers

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]