Wendschotter und Vorsfelder Drömling

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Koordinaten: 52° 27′ 1″ N, 10° 52′ 13″ O

Reliefkarte: Niedersachsen
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Wendschotter und Vorsfelder Drömling
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Niedersachsen

Das Naturschutzgebiet Wendschotter und Vorsfelder Drömling liegt östlich der Wolfsburger Stadtteile Wendschott und Vorsfelde in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet gehört zum Naturraum Weser-Aller-Flachland. Es liegt im Drömling, einem Niedermoorgebiet, das zum größeren Teil zu Sachsen-Anhalt und zum kleineren Teil zu Niedersachsen gehört. Das Gebiet umfasst 609 Hektar und liegt beiderseits des Mittellandkanals, der das Gebiet in Nordost-Südwest-Richtung ungefähr mittig teilt. Ebenso teilt die Aller das Gebiet. Sie unterquert von Osten kommend den Mittellandkanal im Zentrum des Gebiets mittels Düker. Weiter nördlich überspannt eine Straßenbrücke den Kanal. Im Norden grenzt das Gebiet an die Wipperaller in der Nähe der Wippermühle, die westliche Grenze bildet der Ostrand des Wohngebiets „Mitjätgensanger“ in Wendschott. Im Osten befindet sich die Grenze zu den Landkreisen Gifhorn und Helmstedt, die südliche Grenze liegt nahe am Vorsfelder Gewerbegebiet „Vogelsang“.

Das Naturschutzgebiet besteht hauptsächlich aus extensiv genutztem Grünland mit zahlreichen Gräben. Vereinzelt kommt Erlenbruchwald vor. Die Mächtigkeit des Niedermoors beträgt 25 bis 90 Zentimeter. Der Grundwasserspiegel ist relativ hoch. Das Gebiet ist durch mehrere Wirtschaftswege erschlossen, die von zahlreichen Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Die Stadt Wolfsburg ist für das Gebiet verantwortlich.

Das Naturschutzgebiet wird offiziell als „NSG BR088“ eingeordnet. Es ist zugleich fast vollständig Teil des FFH-Gebietes „Drömling“ und des EU-Vogelschutzgebiets „Drömling“.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heute unter Schutz stehende Gebiet war bis in das 18. Jahrhundert fast unzugänglich. Durch Meliorationsmaßnahmen wurde es urbar gemacht. Das Grabensystem der Rimpau’schen Moordammkulturen ist heute noch typisch für den Drömling und wurde auch im heutigen Naturschutzgebiet angewendet.

Das Gebiet wurde am 15. November 1988 mit Wirkung vom 2. Dezember 1988 unter Naturschutz gestellt. Ab 2006 wurden als Ausgleichsmaßnahme zur Verbreiterung des Mittellandkanals Fischteiche und Baumschulanlagen aus dem Gebiet entfernt.[2] Der Bau einer Umgehungsstraße von Vorsfelde im Zuge der B 188 am Südrand des Naturschutzgebietes wird diskutiert.[3]

Ökologie, Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet wurde als Brut-, Rast- und Nahrungsbiotop für zahlreiche wassergebundene Tierarten, vor allem Vögel, unter Schutz gestellt. In den Gräben wachsen Röhricht und Weiden. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie die Jagd sind eingeschränkt erlaubt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wendschotter und Vorsfelder Drömling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steckbrief des Naturschutzgebietes NLWKN, abgerufen am 7. August 2011
  2. Presseartikel zur Ausgleichsmaßnahme (PDF-Datei; 34 kB), abgerufen am 26. August 2011
  3. B 188: Steekgraben ist laut SPD keine Lösung. waz-online.de vom 4. August 2014, abgerufen am 23. März 2018